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Pfälzer in seine Staaten auf, und wies ihnen Wohnsitze in Magdeburg, Halle,
Burg, Jerichow, Stendal u. a. O. an, ebenso widmete er den französischen
Flüchtlingen wie sein Vater freundliche Sorgfalt. Die Einrichtung ihrer Gemeindeangelegenheiten
und die Entwickelung ihrer Gewerbthätigkeit, durch welche
manches Löbliche im Lande gefördert wurde, fällt hauptsächlich in seine Regierung.
Vor allen Theilen des Landes hat Berlin seinem ersten Könige viel zu
danken. Im Jahr 1691 fing man an, einen neuen Stadttheil auszubauen,
Friedrichstadt, nach dem Gründer genannt; es war der fünfte der Residenz
Berlin. Die von Fremden hauptsächlich wegen ihrer schnurgeraden Länge bewunderte
Friedrichsstraße, die Wilhelmsstraße, der Wilhelms= und Dönhofeplatz
verdanken ihm ihren Ursprung. Berlin gewann durch diese Bauten in der That
das Ansehen einer königlichen Residenz.
Wahrhaft großes Verdienst erwarb sich König Friedrich I. um die För-'derung
der Wissenschaften und Künste. Die Gründung der Univerfität Halle
und namentlich die Art, wie sie gegründet worden, tritt hier in den Vordergrund.
Schon Kurfürst Albrecht von Mainz hatte im Jahre 1531 das damals
zur Gründung einer höhern wissenschaftlichen Anstalt nöthige päpstliche Privilegium
ausgewirkt; jedoch war leicht begreiflicher Weise wegen der gerade in diesem
Theile von Deutschland ganz besonders lebhaften reformatorischen Bewegungen
die Verwirklichung dieses Planes immer noch unterblieben. Erst der große Kurfürst
kam auf den Gedanken zurück, allein die Ausführung blieb seinem Sohne
vorbehalten. Friedrich, noch als Kurfürst, begann mit der Einrichtung einer
Ritterakademie (1688); ein günstiger Umstand förderte rasch seine weiteren
Pläne. In dem benachbarten Leipzig hatte der Magister und Advokat Christian
Thomasius durch seine freimüthige Aeußerungen über Literatur, Religion und
Politik großes Aufsehen, sich selbst aber viele Feinde gemacht. Seine Wirksamkeit
ging über den Kreis der Hochschule hinaus, denn er war der Begründer
des ersten deutschen Journals, welches im Jahre 1688 unter dem Titel: „lustiger
und ernsthafter Monatsgespräche erster Theil“ erschien, und hauptsächlich die
Beurtheilung der neu herausgegebenen Schriften zum Gegenstande hatte. Hierbei
gerieth er mit dem dänischen Hofprediger Masius in Streit. Letzterer hatte über
den Vortheil, den die wahre Religion, d. h. das Lutherthum dem Fürsten gewähre,
geschrieben und sie demnach vor Allen empfohlen, wogegen Thomasius
mit Recht erhob, daß selbst im Falle die Behauptung richtig sei, wohl nicht
jener Vortheil den richtigen Maaßstab für ihren wahren Werth abgebe. Da
nahm die weltliche Macht Antheil an dem Streit. Der König von Dänemark
erhob Klage am kurfürstlichen Hofe, und da Thomafius sich auch den damaligen
Begriffen nach zu tolerant in Bezug auf die Reformirten ausgesprochen hatte, so
wurde ihm das Recht, öffentliche und Privatworlesungen zu halten, genommen (1690).
Thomasius fand freundliche Aufnahme bei dem Kurfürsten Friedrich, der
ihn zu seinem Rathe mit 500 Thalern Gehalt ernannte, und ihm die Erlaubniß
zur Erösffnung seiner Vorlesungen in Halle ertheilte. Zwar fand der im besten-