17 abgelebt — abglätten.
wenn ich einwal abgebe (sterbe) Goethe Jery; ferner:
der kunde ist vom bandwerker abgegangen, läßt nicht
mehr dort arbeiten. Mannigfach von Diugen: die farbe
geht ab; die schle geht vom stiefel ab; ihm gieng viel
blut ab; das feuer geht allmählich ab; die ware geht
gut ab; von der forderung geht noch etwas ab; alte
sitten, alte banwerke gehen nach und nach ab, vgl.
abgang 3—5: der babylonischec thurm und dergleichen
sachen vor vielen hundert jahren abgangen Simpl.
2, 197; von Pflanzen: (einen Baum) an den wurzeln
angesohnitten, dasz er abging Taylor Antin. 60.
Auch weichen von einem Satze u. ähnl.: der von den
regeln des weisen alterthums abgeht Herder; nicht
vom gesagten, geforderten abgehen; früher dafür der
Genitiv, wil er der sach dann nit abgan Fastn. Sp.
144, 36. 4) zu Ende gehen, verlaufen, schließlich herauskommen:
es gieng alles gut ab, ist noch ohne schaden
abgegangen; überhaupt von statten gehen: wann alles
wol mit dir abgehet Simpl. 1, 155; vertrauliche rucksprachen
in dem bundesrate, die ja auch . glatt abgiengen
Bismarck Reden 4, 75. 5) fern gehen, sehlen,
mangeln: welochem nicht die muglichkeit, sondern der
Willen zu arbeiten abgehet Schuppins 750; nun geht
uns aber das nothwendigste noeh ab Goethe Wahlv. 1,4;
er Lszt sich nichts abgeben; es geht ab an etwas, dafür
so gieng auch diesesmal nichts der bewirthung ab Hagedorn
1., 25. 6) tranf. vurch Gehen vollenden, formen:
im mondschein einen kreis abgehen Goethe Lila 1;
gehend abnutzen: er hat sich die sohlen abgegangen. —
abgelebt, abgelegen, s. ableben, adliegen. — abgelten,
vergelten, bezahlen, im 15. 16. Ih. häufig, später bei
schles. Dichtern, in Schlesien noch jetzt: 3 mk. damit ist
abgegolten der genusz des brunnens, der promenaden
und das musikgeld Badeanzeige von 1887. — abgerben,
in oberdeutschen Mühlen (gerbemöhlen) das Korn ans
der Hülse ausdrücken: tuchtig werd es (das Korn) durchgetrieben,
abgegerbt und ausgesegt Uhland Ged. 94.
— Abgesandtee, m. s. absenden. — Abgeschmack, m.
schlechter, widriger Geschmack, mhd. äsmac: ein rechter
abgeschmack Werder (17. Ih.); der verderbnis, der
harbarei und des abgeschmacks Goethe die gut. Weiber.
Das gleichlautende Adj. abgeschmack, Gegenfatz von mhd.
gesmac, im 17. Ih. oberdeutsch abgeschmach: stelle dich
nicht so frembd, wie abgeschmach! Abr. a SClara
Judas 1, 251, schwäb. noch heute abgeschmack; später
in der Form nicht mehr verstanden, daher als Part.
abgeschmackt an abschmeeken angelehnt; selten eigentlich:
ist das salz## abgeschmackt Herder; gewöhnlich
übertragen: einen abgeschmackten aberglauben Goethe
W. Meister 4, 18; dasz das handwerk nicht abgeschmackt
wercke Wanderj. 2, 8; abgeschmackt gedacht Lessing
Minna 3, 7. — abgesinnt, zuwider gesinnt: abgesinnt.
ist dir das volk Schiller Tur. 1, 5. — abgewinnen
von einem erhzlten. in Kampf oder Mühe; früher viclfach
intranf., z. B. wer kann diesem geiste abgewinnen?
Luther, jetzt nur noch mit Aec. der Sache, z. B. einem
geld im spiele; mittlerweile Josua den sieg dem feinde
abgewann Goethe 6, 169; besitzen, was sie der wildnis
. abgewinnen wüurden Bismarck Reden 3, 115;
auch ein gutig lücheln abgewinnen Schiller Jungfran,
Prol. 2; der mir . achtung abgewonnen hat Bismarck
Reden 1, 193. — abgewöhnen, eine Gewohnheit
zu nichte machen: einen von ausschweifungen abgewöhnen
Wieland; jetzt einem das spiel, sich das trinken.
Abgießen, gießend entfernen, wasser vom tople;
gießend formen: eine duste, statue. — Abglanz, m.
Widerglanz: der abendsonne Keller Sinnged. 33; ablanz
ewiger gerechtigkeit und gute in seinen augen
Lessing Nathan 5,6; mit dem Begriff der Abschwächung:
nur noch ein abglanz im vergleich zu dem was sie
gewesen Keller Sinnged. 49. — alglätten, glättend
Rauhes beseitigen: buchbinder glütten den schnitt eines
M. Heyne, Demsches Wörkerbuch, 1.
18
buches; menschen glätten sich ab. — abgleiten, gleitend
weichen; von der leiter; das messer glitt vom bolze
ab; alle kunste der verfubrung gleiten ab an ihm.
Abgott, w. falscher Gott; ahd. mhd. abgot noch als
Neutr. (vgl. gott), uhd. nur Masc.: seinen abgott Hes.
21, 21; Plur. abgötter; aller abgötter muszig stehn
(sie meiden) H Sachs. Gegenstand übertriebener Verehrung:
Lafayette, vor kurzem der abgott seiner nation
Goethe. — Abgötterci, f. Götzendienst, 5. Mos. 32, 21
u. ost. — abgöttisch, der Abgötterei ergeben: ein abgöttischer,
z. B. I. Cor. 5, 11; als Adv.: einen abgöttisch
verebren; ungewöhnliche Betonung: dasz sie
am tischzeug hangen fast abgöttisch Lenau 406.
Abgraben, grabend erniedrigen, einen hugel, berg;
grabend entfernen: einer stadt das wasser abgraben
(Stieler); bildlich: einem das verdienst abgraben;
seen, teiche abgraben, grabend wohin leiten. — abgrämen,
grämend schwächen, sich. — abgrasen, grase#id
absuchen: dio kuhe grasen die weide ab; bildlich in
abgleiten — abhanden.
derber Rede: er hat den ganzen landstrich abgegrast,
überall Verdienst oder Beschästigung suchend durchreist.
— algrenzen, grenzend sondern, lelder, bezirke; bildlich:
die befugnisse, geschafte eines; macht die verfassung
einen abgrenzenden scrich Bismarck Reden
4, 25. — Abgrund, m. was vom Grund fern ist, das
Bodeulose; ahd. mhd. als Nentr. aberunti, abegrunde,
aber schon 14. Ih. auch wie heute; abgrund des meeres,
der hölle; vor eines abgrunds gähem rande Schiller
Karl. 1, 2; bildlich: ein abgrund ewiger liebe Luther;
der verzweiflung. — abgucken, guckend entnehmen: das
dabt ihr ihm glucklich abgeguckt Schiller Wallenst.
ager 6.
Agunst, f. Gunstlosigkeit, mhd. abegunst, abgunst:
sprecht zu mir, der enre gupst nieht sucht, noch eure
abgunst furchtet Schiller Macb. 1, 5. — abgünstig,
gunstlos: noch nie . habe der edelmann den burgerlichen
so abgunstig behandelt Treitschke 2, 106. —
Abguß, m. Handlung des Abgießens, auch das Abgegossene,
der dampfende abgusz von Kräutern; abgus
eines Cymbel schtagenden Fauns Goethe 29, 330;
gips- abgusz.
Abhacken, hackend entfernen: einen ast vom baume;
ein vogel dem man die flugel abgehackt hat Freytag
Val. 2, 2; schon md. genen di houbt abbakten Jerochin.
— abhäkeln, häkelnd lösen, den kragen; auch
hälelnd absormen, ein muster von einer vorlage abhäkeln.
— abhaken, vom Haken lösen, den säbel. —
abhalten, 1) zur Seite, weg von sich halten, ein kind,
zur Verrichtung der Notdurst. 2) sern halten, mit dem
Beisinn des Wehrens, Hinderns: die turkischen raubzugler
vom griechischen gebicte abzuhalten Zeitung
8; übertragen: einem alle verdrieszlichkeiten, einen
von unbesonnenbeiten abhalten; serner mit zu, dasz,
dasz nicht: nichts hält ihn ab zu kommen, dasz er
kommc; baltet sie ab, dasz sie ihren sohn nicht sehe
Klinger Konradin; was hält mich ab, so schlag ich
zu Goethe Faust. 3) bis zu Ende, durchhalten, eine
sitzung, versammlung, versteigerung, als Vorsitzender.
¾ mu in volksmäßiger Rede, aushalten: er kand ctwas
abhalten; das zeug ist derb, hält viel ab. 5) intranf.,
in der Schiffahrt, vom lande abhalten, Richtung weg
davon nehmen. — Abhaltung, k. gern nach abhalten 2,
abhaltung haben. — abhandeln, 1) zu Ende handeln,
erörtern, eine frage, lehre, einen satz; wenn liebe abgehandelt
wird Schiller Karl. 2, 8; einen Abschluß
machen, beim Vertrag: ward .. disz abgehandelt und
verschricben (in einer Heiratsabrede) Simpl. 3, 254;
oder nur verhandeln: das weitere soll morgen zwischen
ihnen . abgehandelt werden Wieland Klelia u. Sin.
3, 101. 2) handelnd abnehmen, einem etwus, er hat ihm
viel waren abgehandelt; handelnd, feilschend mindern:
eine kleinigkeit von dem preise. — abhänden, Adv.
2
—.