— 22 —
Schöpfers zu denken; erschlägt aber der Blitz einen Menschen,
so werden die, welche es sehen, mit Staunen und Gottesfurcht
erfüllt und preisen die wunderbaren Wege bes *i “
So zeigt er die abhärtende Wirkung täglicher Gewöhnung
die eines künstlichen Reizes bedarf, um auf * ·» Mk
das ursprüngliche Gefühl wieder zu beleben; „dieser Reiz
verliert wiederum seine Kraft, sobald er zu häufig angewendet
wird. Eine zu große Dervielfältigung der Eide ist daher
aus Gründen der Klugheit sowohl als der Religion zu verhindern.
Sie gewöhnt den Menschen, indem er sich bes göttlichen
Namens häufig und zu unbedeutenden JIwecken bedient,
das heiligste mit TLeichtfertigkeit zu behandeln.
Kber ich muß zugeben, daß wahrscheinlicher als die K#nnahme
eigenen Bekenntnisses die Dermutung ist, daß
er sich nur auf den Standpunkt der christlichen Anschauung
stellt und von ihr aus argumentiert. Darum spricht er
gern vorsichtig von „dem Glauben an“ die Kllmacht oder
den „Begriffen von“ der „unendlichen Gnade Gottes“, von
der Wahrheit für „den, welcher an einen gerechten Gott
und an Jortdauer nach dem Tode glaubt“. Und wenn er
gelegentlich sagt: „die Gründe der Religion reichen für viele
nicht mehr hin", mag er sich selbst damit salviert haben.
Ueberhaupt aber gewinnt die ganze biblische Sprechweise
einen anderen Beigeschmack, wenn man bedenkt,
für wen die Krbeit geschrieben ist. Immerhin kann von
unm ainster a#wassung nint herene warden daß der