Gefangenen einen Kubikzoll Fleisch. Die Gesamtnahrung
besteht aus: morgens sieben Uhr eine Tasse Tee und ein
Stuͤck trocken Brot, mittags: ein Napf der besagten Wassersuppe,
pro Mann je zwei Kartoffeln (nicht mehr) und ein
Stuͤck trocken Brot. Abends wieder den Tee und trocken
Brot. Da selbst dieses Essen oft nicht reicht, sind Be—
schwerden erfolgt, auf die hin die Beschwerdesteller in einen
besonderen Stall auf drei Tage bei Wasser und Brot
eingesperrt wurden. Die entruͤstete Beschwerde zweier
Deutschen wurde mit drei Tagen strengem, 14 Tagen Mit—
telarrest und neun Monaten Festung bestraft. Das Essen
wird vor dem Stall stehend eingenommen. Die Latrinen
bestehen in einem Eimer, der zur gemeinsamen Benutzung
mitten im Stall steht und alle 24 Stunden entleert wird,
wobei zu bedenken ist, daß sich unter den Gefangenen viele
Kranke befinden. Die Luft ist infolgedessen unertraͤglich.
Unter den Gefangenen befinden sich 13—14 deutsche
Trzte, die aus eigener Kraft eine Art Organisation unter
ihren Mitgefangenen geschaffen haben. Herr Selcke neunt
uns die Namen: Prof. Dr. Reutlinger (Buenos Aires),
Dr. Steidel (Porto Allegre), Dr. Oskar Meier (Blumenau-Brasilien),
Dr. Christian Johnsen (Blumenau, geboren
in Flensburg), Dr. von Mangelsdorf, Dr. Steinmeier
(früherer Schiffsarzt auf der „Cap Roca“), Dr. Luz
(Blumenau), Dr. Traubmann (NRio), Dr. Oestetter aus
Schwaben, ferner noch vier Trzte, die auf dem hollandischen
Dampfer „Frista“ verhaftet worden sind. Außerdem neunt
Herr Selcke den Grafen von Pappenheim, Oberleurnant bei
der Garde in Berlin, den Herrn von Döhring, österreichischen
Militärattache in Buenos Aires.
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