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der nicht auch Ritter war, fiel es immer unerträglich, wenn
diese Buͤrger und Handwerker ihm befehlen oder auch nur
gleich seyn wollten. Von mancher dieser jetzt so trotzigen
Reichsstädte wußte er sich wohl zu erinnern, wie sie erst
vor kurzem durch kaiserliche Gnade Reichsstadt geworden,
und nun unterstunden sich diese Schusier und Fleischer und
Becker sogar oft an der Person des Kaisers zu freveln.
Karl IV. hatte von Glück zu sagen, daß er bei einem im
Jahr 1360 zu Eßlingen gehaltenen Reichstag, da unversehens
zwischen seinen Leuten und den Börgern ein Zank ausbrach,
nur noch mit einer beträchtlichen Ladung von Schimpfwdrtern
und einigen kleinen Gewaltthätigkeiten für seine
Person davon kam. Erst seit Ende des dreigehnten Jahrhunderts
war es aufgekommen, daß auch Städteboten bisweilen
kamen, wenn der Kaiser mit Fürsien und Herren einen
Tag hielt. Schon dieses war ärgerlich genug; aber
noch viel ärgerlicher, daß diese Neulinge, sobald sie nur
ein wenig Luft gewonnen, sogleich auch hier vollig den Meisier
spielen wollten.
In den Städten war durch den Handel der vorzöglichsie
Reichthum. Das machte sie dem Kaiser wichtig, aber auch
eben das machte den besten Ritter manchmal lüstern, ihnen
etwas abzujagen. Wenn ein Graf von Wirtemberg rings um
sich herum alles zusammenkaufte oder wenigstens Lehensherr
aller umliegenden Güter wurde, so waren die Reichssiädte
und ihr Gebiet eine Gränzlinie, über welche er nicht hinwegkommen
konnte. Oft mußte er deßwegen die gelegensten Güter
schwinden lassen, Güter, die ihm zu Ründung seines Landes
trefflich getaugt hätten oder wo ihm eine schone Wildfuhr manchen
vergnügten Tag gewährt haben würde. Die Bürger in
den Reichsstädte waren viel weniger mit Abgaben beschwert