Lombard, Abnahme der Bevölkerung in Frankreich. 451
auf ein Quadrat-Kilometer konımen, treffen in Belgien 154
darauf; Frankreich befindet sich in der Mitte mit 69 Einwohnern,
doch könnte es in Anbetracht der Fruchtbarkeit seines
Bodens viermal mehr ernähren. Was die Zahl der Ehen betrifft,
so kommt 1 Ehe auf 108 Einwohner in Sachsen, auf 166
in Baden, während Frankreich auch hier die Mitte hält mit 125.
Der schwache Punkt in Frankreich ist die Fruchtbarkeit der
Ehen, hier nimmt es den letzten Platz ein, indem nur 3,07 Kinder
auf 1 Ehe kommen, während Russland die meisten zählt:
4,72 auf eine Ehe. Von den Gründen dieser geringen Fruchtbarkeit
werden 1) die Eheschliessung im späteren Alter, 2) die
Ehelosigkeit in der Armee, 5) die ehelichen Sitten untersucht.
Verf. weist ad 1 durch eine Tabelle nach, dass die Ehen
in Frankreich nicht später geschlossen werden, als in andern
Ländern. Ad? gelangt er zu dem Schluss, dass die Schwierigkeiten,
welche den Soldaten gemacht werden, eine Ehe zu
schliessen, die Fruchtbarkeit Frankreichs herabsetzen. Im Anschluss
hieran weist er nach, dass in Frankreich nicht mehr
aussereheliche Geburten vorkommen, als in andern Ländern;
während man z. B. in Spanien auf 100 Geburten 0,56 aussereheliche
zählt, zeigt Bayern 22,83, Frankreich nur 7,54. Jedoch
ist die Zahl der Geburten überhaupt in Frankreich am geringsten,
in Russland am grössten; denn während auf 100 Einwohner
dort nur 2,63 Geburten kommen, werden hier 4,33
geboren (ein ganz ähnliches Verhältniss wurde schon oben bei
der Fruchtbarheit der Ehen constatirt). L. geht weiterhin über
auf die Sterblichkeit, und findet, dass weder die absolute, noch
die relative Sterblichkeit in Frankreich grösser als anderswo
ist und zeigt schliesslich durch eine Tabelle, dass Frankreich
die meisten Erwachsenen zählt; von 10,000 Einwohnern nämlich
sind 6900 zwischen 15 und 70 Jahr alt, während alle übrigen
Länder unter dieser Zahl bleiben. Um der Entvölkerung entgegenzuwirken,
empfiehlt er eine grössere Sorgfalt bei der
Wartung der Neugeborenen; namentlich betont er hier das
Selbstnähren der Mütter. \Veiterhin wünscht er die Hindernisse
bei Schliessung einer Ehe vermindert und kommt dann endlich
auf den oben ad 3 bezeichneten Punkt, auf die ehelichen