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land und Frankreich am 7. Zuli 1916 sich von der Londoner Seekriegsdeklaration,
die der Präsident selbst bei Beginn des Krieges als maßgebend
für die Scekriegsführung vorgeschlagen hatte, vollständig lossagten.
Sie war bisber schon durchlöchert wie ein Sieb, aber nunmehr waren
England und Frankreich Amerikas so sicher, daß sie in einer öffentlichen
und offiziellen Erklärung den letzten Rest der Londoner Seerechtsdeklaration
einsach über Bord werfen konnten. Das war die Zeit, in der Oderst
House dem Grafen Bernstorff sagte, Wilson sei durch die großen Handelsinteressen
an der Entente in seiner Handlungsfreiheit gebunden.
Die U-. Boots--Frage trat nun abermals für uns in ein akutes Sta.
dium im August 1916 infolge des erneuten Antrags des Admiralstabs,
der dem Reichskanzler mitteilte, daß er nach genauer Prüfung aller
Verhälenisse= ject den Jeitpunkt für Eröffnung des uneinge schränk.
ten A- Boot-Krieges für gekommen erachte. Die Beratungen
über diesen Antrag fanden am 31. August in Pleß statt unter Teilnahme
der gerade an die Spitze der Obersten Heeresleitung berufenen
Verren, des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg und des Generals
Ludendorff. Rumänien hatte wenige Tage zuvor den Krieg an Oesterreich-
#Ungarn erklärt und war in Sieberbürgen eingebrochen. Wir befanden uns
in einer der schwersten Krisen des ganzen Krieges. Das Drotokoll Über
die Beratung ist in den Händen des Ausschusses. Ich habe ihm niches
hinzuzufügen. Die Beratung schloß mit der Feststellung des Reichskanzlers,
er werde dem Reichstag bei der nächsten Gelegenheit mitteilen, daß man
im Hinblick auf die gegenwärtige Kriegslage dazu gekommen sei, die Ent.
scheidung zu vertagen, nachdem der Feldmarschall v. Hindenburg erklärt
habe, daß er zunächst die Emtwicklung des rumänischen Feldzuges abwarten
müsse, bevor zu der Frage des UA-Book-Krieges Stellung genommen
werden könne.
Von diesem Zeitpunkt an spielt die Frage eines Friedens
schrittes in die Angelegenheit des #-Boot-Krieges und unseres Perhältnisses
zu den Vereinigten Staaten von Amerika mit hinein, und, meine
Herren, da möchte ich etwas betonen, was, wie mir scheint, bisher der
Aufmerksamkeit des hohen Ausschusses entgangen ist, etwas, was auch der
Herr Berichterstatter in seinem einleitenden Referate nicht erwährrt hat.
Der erste Anstoß in der Friedensfrage kam von
Amerika, nicht von uns. Das dem Ausschuß vorliegende Altien—
material ergibt, daß schon am 11. April 1916 Graf Bernstorff telegraphierte,
daß nach den Mitteilungen des Obersten House Wilson nach der
Erledigung des Susser-Falles in wenigen Monaten — ich unterstreiche diese
Worte „in wenigen Monaten“ — Frieden stiften möchte. Die Initiative
und der erste Anstoß lag also bei Herrn Wilson.
Auf dieses Telegramm hat Graf Bernstorff von Herrn v. Jagow
ceine ermutigende Antwort bekommen. Herr v. Bethmann hat bereits erwähnt,
daß er bei Erledigung des Susser-Falles im Mai gegenüber Herrn
Gerard Andeutungen im gleichen Sinne gemacht habe. Aus den Akten
ergibt sich, daß auch Herr Gerard darüber nach Amerika berichtet hat.
Die Dinge zogen sich hin. Am 22. Juni telegraphierte Graf Bernstorff,
eine Friedensvermittlung Wilsons sei im Laufe des Sommers bestimmt zu
erwarten — im Laufe des Sommers! —, schon aus Wahlrücksichten. Damals
war also die Wahl noch kein Hindernis, sondern ein Ansporn. In
einem Berichte vom 16. August spricht Graf Bernstorff von einigen Wochen,
in denen ein Friedensschritt Wilsons zu erwarten sei. Aber die Wochen
und Monate vergingen, die Wochen und Monate des Ringens auf den