53] Die wichtigsten deutschen Seehandelsstädte, 479
Längsentwicklung der ganzen Stadtmasse in der Richtung des Wasserrandes.
4, Kiel umgiebt in Form einer Haube den Hintergrund der Förde.
b) Die einzelnen Stadtteile.
Das Stadtbild der norddeutschen Seestädte setzt sich zusammen
aus mehreren regelmäßigen und mehreren unregelmäßigen Bestandteilen.
Die regelmäßigen Stadtteile sind:
1. die ostdeutsche Gründung, der ostelbische Normalplan (Kiel,
Lübeck, Stettin, Danzig, Königsberg),
2. die Inselstadtteile (Hamburg, Stettin, Danzig, Königsberg),
3. die Zone des modernen Wachstums (Bremen, Hamburg, Kiel,
Lübeck, Stettin),
Dazu kommt in Bremen und Hamburg die im 17. Jahrhundert
entstandene holländische Anlage.
Die unregelmäßigen Stadtteile sind:
1. die altgermanische (Bremen) oder slavische (Stettin, Danzig)
Fischeransiedelung,
2. die alten Vorstädte (Bremen, Hamburg, Kiel, Danzig, Königsberg),
3. die zu Teilen der Stadt gewordenen Dörfer (Hamburg, Brenien,
Stettin).
c) Wachstum.
1. Zeitlich folgen die genannten Stadtteile im allgemeinen aufeinander
in der Reihe, wie sie ım Stadtbild von innen nach außen
liegen (nur die früheren Dörfer sind natürlich älter als ihre Umgebung).
Es sind also nicht etwa die unregelmäßigen Stadtteile die alten, die
regelmäßigen die modernen, sondern beide Arten wechseln mit einer
gewissen Gesetzmäßigkeit ab.
2. Das Wachstum an der Stadtgrenze schreitet am schnellsten
fort an den alten Land- und Handelsstraßen. Die Bildung der Vorstädte
geht von diesen aus.
3. Der Bau der alten deutschen Gründung vollzog sich wahrscheinlich
stets von zwei oder drei Zentren aus, vom Markt, von der
Kirche und von der Burg aus.