Full text : Geschichte der Hohenzollern.

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Theil  des  Fußvolkes  hatte  sich  durchgeschlagen.  Friedrich  ehrte  die  Tapferkeit
des  alten  bewährten  Freundes  trotz  seines  Unglücks;  denn  Fouqué  hatte  Alles
gethan,  was  unter  den  obwaltenden  Umständen  möglich  gewesen  war.

Eine  traurige  Folge  dieses  Gefechtes  bei  Landshut  für  den  König  war
die  Eroberung  der  Festung  Glatz,  nächst  Magdeburg  damals  die  wichtigste  im
preußischen  Staat,  weil  sie  Oberschlesien  deckte  und  außerdem  ungeheure  Vorräthe
  aller  Art  enthielt.  Graf  Harsch  war  kaum  vor  dem  so  stark  befestigten
Ort  erschienen,  da  verließ  die  preußische  Besatzung  die  Außenwerke.  Der  Commandant
  der  Festung,  ein  Italiener,  Oberstlieutenant  d'O,  scheint  weder  Geschick
noch  guten  Willen  zu  einer  tapferen  Vertheidigung  gehabt  zu  haben,  denn  schon
sechs  Tage  nach  Eröffnung  der  Laufgräben,  ohne  irgend  eine  bedeutende  Beschädigung
  der  Werke,  wurde  der  Platz  von  den  Oestreichern  erstürmt  (den
26.  Juli).  Friedrich  selbst  sagt  von  diesem  Ereigniß:  „die  Oestreicher  erstiegen
Glatz  und  nahmen  die  Festung  im  Nu,  ohne  zu  wissen,  wie?"  Vielleicht  war
das  Einverständniß  von  Jesuiten  und  andern  Mönchen  dabei  im  Spiele.

Friedrich  II.  hatte,  wie  wir  wissen,  in  Sachsen  den  Winter  zugebracht,
um  wo  möglich  wieder  Dresden  in  Besitz  zu  nehmen;  allein  zwei  östreichische
Heere,  unter  Lascy  und  Daun,  Letzterer  führte  die  Hauptmacht,  standen  ihm
hier  entgegen.  Da  brach  er,  um  Unfällen  in  Schlesien  vorzubeugen,  aus  seinen
Standquartieren  auf,  wurde  aber  von  Daun,  welcher  den  Preußen  hier  zuvorkommen
  wollte,  auf  diesem  Zuge  ununterbrochen  begleitet,  während  Lascy  dem
Könige  eben  so  unablässig  im  Rücken  blieb.  Plötzlich  wendet  sich  Friedrich  um
gegen  Lascy,  treibt  diesen  durch  Dresden  zurück  und  belagert,  nachdem  der
Commandant  Maquire  seine  Aufforderung  mit  der  männlichen  Antwort,  „er
werde  sich  bis  auf  den  letzten  Mann  wehren,“  erwiedert  hatte,  die  für  ihn  so
wichtige  Stadt  (den  14.  Juli).  Auch  Daun  lenkte  nun  seine  Schritte  zurück.
Dresden  war  keinesweges  stark  befestigt,  aber  die  Besatzung  zahlreich,  und
Friedrich  konnte  die  Verbindung  mit  der  Neustadt  den  Oestreichern  nicht  abschneiden;
  daher  hatte  sein  Unternehmen  geringen  Fortgang.  Die  Belagerung
wurde  zwar  mit  ganzem  Ernst  betrieben,  und  nachdem  schweres  Geschütz  von
Magdeburg  herangebracht  war,  die  Stadt  an  vielen  Orten  stark  beschädigt,  doch
traf  das  Unheil  mehr  die  Einwohner,  als  die  Besatzung,  und  hatte  daher  nicht
den  gewünschten  Erfolg.  Dazu  kamen  die  beständigen  Ausfälle  der  immer  neu
verstärkten  Besatzung,  wodurch  die  Preußen  auf's  Aeußerste  ermüdet  wurden.

Dies  erhöhte  die  Kühnheit  der  Gegner.  Sie  drangen  bis  in  die  Laufgräben
  und  vernagelten  die  preußischen  Kanonen.  Friedrich,  empört  über  solche
Unfälle,  die  er  der  Nachlässigkeit  seiner  Truppen  zuschrieb,  ließ  dafür  das  Hallische
Regiment  des  Generalmajor  Fürsten  von  Anhalt-Bernburg  dadurch  büßen,  daß
er  den  gemeinen  Soldaten  die  Seitengewehre,  Unteroffizieren  und  Offizieren  die
Tressen  von  den  Hüten  nahm.

Da  eine  Fortsetzung  der  Belagerung  unter  diesen  Umständen  nur  größere
Nachtheile  drohte,  so  stand  Friedrich  II.  davon  ab  (27.  Juli).  Dabei  erlebte