Bauchhöhlenschwangerschaft — Bauchwassersucht. 503
Bauchhõhlenschwangerlchaft. Man bezeichnet damit die Entwicklung
der Leibesfrucht außerhalb des Fruchthalters, also nicht im Uterus, wo
sie unmöglich ist. Sie kann gefährlichen Verlauf nehmen; die abgestorbene
Frucht kann aber auch verkalken und ohne Beschwerden zu verursachen in der
Bauchhöhle verbleiben. Ohne Zögern suche man ärztliche Hilfe auf, wenn im
2. oder 3. Monat der Schwangerschaft Ohnmacht, Blutung und ungewohnter
Leibschmerz auftritt. Operativen Eingriffen ist oft nicht auszuweichen.
Bauchwasserlsucht. (Ascites.) Sie ist eine Folgekrankheit, d. h. entsteht
immer nur, wenn bedeutende Stauungen im Kreislauf eintreten und der
Rückfluß des Blutes ins Herz erschwert ist. Dann tritt durch gesteigerten Druck
Blutwasser aus und sammelt sich an verschiedenen Körperstellen. Dies wird bei
Herzkrankheiten, bei schweren Nierenleiden, bei Geschwülsten, bei Leberkrankheiten
beobachtet. Wasser in
der Bauchhöhle verursacht, Vollsein“,
dann Atemnot, und wenn
es auch ins Brustfell oder gar in
den Herzbentel tritt, dann ist
das Leben bedroht, weil Herz und
Lunge in ihrer Beweglichkeit
nicht gehemmt werden dürfen.
Behandlung. Man ist
bemüht, die Grundursache zu ent- Fig. 290. Bauchgymnastik.
fernen; bei unheilbaren Herz= und
Nierenleiden ist dies aber unmöglich. Dann bleibt uns nur die wenig
dankbare Aufgabe, die qualvollen Krankheitserscheinungen nach Kräften zu
mildern. Sind noch Kräfte vorhanden, so wird durch Heißluftbäder und
Trockenpackungen Erleichterung erzielt, indem der Kranke durch Schweiß
überflüssiges Wasser verliert. Wo diese nicht mehr anwendbar sind, macht
man wenigstens Bauchdampfpackungen und zur Ableitung solche an den
Beinen. Dann hält man Trockenkost ein (siehe diese), um die Aufnahme
von Flüssigkeiten zu vermindern, und gibt harntreibende Mittel, wie Petersilienabkochung,
Zinnkrauttee, Spargeln, Sellerie, auch frische Gurken, damit
durch die Nieren mehr Flüssigkeit abgehe. Steigern sich die Qualen und
ist alles andere erfolglos, dann bleibt noch die „Abzapfung“ übrig, welche
doch wenigstens für eine gewisse Zeit Erleichterung bringt, oder man greift
in verzweifelten Fällen bei Herzschwäche zur Anwendung von stärleren Herzmitteln,
die natürlich nur ein Arzt verschreiben kann.
Bei richtigem Verhalten und Pflege in unserem Sinn wird nur in
den seltensten Fällen die Bauchwassersucht in voller Entwicklung auftreten;
am ärgsten wird sie bei Vernachlässigung der Hant und bei plötzlicher Erschöpfung
des Herzens, wenn vorher schon beständig durch Arzneigifte eingewirkt
wurde. Vor diesen hüte man sich also!