2. Das Kirchspiel St. Michaelis. 181
umflossenen Gottorp bei Ruhkrog identifiziert. Da dieses 1161 zerstört
und bis 1268 bischöflich war, so kann es, von anderen Gründen
abgesehen, 1196 nicht dem Michaeliskloster gehört haben. Andere
wollten diese angebliche Burg auf einer Koppel Langhussted (1709)
an der Grenze der Feldmark von Behrend wiedergefunden haben. Ein
Waterberge wird übrigens 1188, unbekannt wo, bei Leibn. Script. II.
180 erwähnt.
6. f Gottorp, villa major Gottorp 1268.1) Das Dorf existierte
damals, obwohl das Schloß, das nach ihm benannt war, seit 1161
verbrannt war. Zu Ulrich Petersens Zeit (+ 1735) und noch jetzt
wird ein hoher Rücken im Moor in der Nähe Gammel Guderup genannt.
Später nicht mehr erwähnt, ist das Dorf jedenfalls vor 1463
vergangen. 1585 heißt es: dat gut grote Gottorp, so by Rugenkroge
gelegen und de stede noch hutigen dages olde Gottorp genamet
werd. :) Als jütisches Ausbauerdorf muß es den Namen des
Gründers enthalten. Vergl. Gudthorp auf Alsen, Gudorp in Flakkebierg,
Gottrupel 1496 im Kirchspiel Handewith.
7. Lyurskog, HIyrskogr, Lyrskogsheidi, Luirscogsheithr in
isländischen Quellen bei Gelegenheit der Wendenschlacht 1043 genannt.)
Luyersebugh für Luyerscugh verschrieben 1445, 1532 Luderschorv,
1609 Lüderschouw, j. Dorf Lürschau am Arenholter See, eine
alte jütische Gründung im Walde (skog); die weitere Umgegend muß
damals nur parkartig bewaldet gewesen sein. Die Schätzung nach
Mark Goldes hatte hier einen festen Stand und wird noch 1679
erwähnt. Über den Flurnamen Wasserberg (Erdbuch von 1806) siehe
vorher; auch sonst stehen niederdeutsche wie Blöck, Hasseln, Sieck, Böckdehlen,
Harbarg neben einigen jütischen Namen wie Depkier, Grauskier,
vielleicht auch Pahldam (dam — abgedämmter See); es ist demnach
bereits im 18. Jahrhundert niederdeutscher Einfluß zu erkennen.
8. Arenholt 1352, j. Dorf Arenholt, nach dem „Adblerholz“
benannt, worin es lag. Über die weit ausgedehnte Waldung vergl.
I, 99. Nach jütischer Weise ward hier 1445 nach atting gerechnet. Die
1) Sach, Geschichte des Schlosses Gottorp. Schleswig 1865. — Geschichte
der Stadt Schleswig 313ff.
2) Noodt II. 15.
3) Langeb. I. 22; II. 428; III. 42; V. 382. 83.