Contents : Verhandlungen der Zweyten Kammer der Ständeversammlung des Königreichs Bayern im Jahre 1827/28. (13)

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aber  verarbeiten,  so  ist  dieselbe  gewiß  eine  Vermehrung
des  Nationalreichthums;  thoͤricht  aber  ist  es,  Producte,
wozu  wir  die  Materialien  im  Lande  haben  und  die  wir
selbst  erzeugen  konnten,  vom  Auslande  zu  beziehen;
unsere  Industrie  ist  todt,  in  sofern  wir  dieses  thun.

Wenn  übrigens  der  Freyh.  v.  Closen  den  Zuftand
unserer  Industrie  und  des  Landes  so  traurig  darstellt,
daß,  wie  er  sagt,  der  Unterthan  im  Elende  schmachtet,
so  hat  er,  wie  mir  scheint,  die  Farben  allzugrell  aufgetragen.
  Ich  kenne  die  Lage  der  Gewerbtreibenden  ziemlich;
  schon  als  Finanzdirector  muß  ich  sie  kennen  und
weiß,  wie  kümmerlich  sich  Mancher  derselben  fortbringt.
Aber  gehe  man  nur  über  unsere  Gränzen  und  suche  man,
wo  es  besser  ist!  Ich  weiß  doch,  daß  der  Gewerbsmann,
der  am  eigenen  Heerde  mit  etwas  Feldbau  im  Frieden
von  seinem  kleinen  mit  seiner  Hände  Fleiß  verdienten
Einkommen  lebt,  gewiß  nicht  tauscht  mit  dem  englie
schen  Fabrikarbeiter,  der  von  der  Laune  des  Fabrikherrn
abhängig,  mit  Eifersucht  auf  die  Maschinen  sieht,  deren
  nächste  Verbesserung  ihn  entbehrlich  macht,  und
den  jener  aufrührerisch  bedroht  und  diese  zertrümmert.
Weder  in  staatöwirthschaftlicher,  noch  weniger  in  moralischer
  Beziehung  preise  ich  das  englische  Fabrikwesen;
ich  lobe  vielmehr  das  bescheidene  und  glückliche  Verhältniß,
  in  welches  die  Vorsehung  unser  Land  und  unsere
Industrie  gesetzt  hat.

Ein  anderer  von  mir  schon  erwähnter  Nachtheil  der
hohen  Eingangszolle  ist  die  Verminderung  der  Rückfrachten;
  sie  vertheuern  daher  die  Mittel  zur  Ausfuhr  unserer
  Producte  und  erschweren  den  Gewerbtreibenden  und
Producenten  den  Absatz.

Die  strengen  Maßregeln,  welche  zur  Aufrechthaltung
  der  hohen  Zdlle  nothwendig  sind,  zerstôren  den