thumbs : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Aumimer  72
höri  eit  wegen  nicht  anders  behandeln  werde,
gehörige  anderer  Bedtennenisse.  Die  nit
##n  über  ein  Cliquenwesen  und  eine  Protektionskehren
  immer  wieder,  niemund  wird
v  Abrede  stellen,  daß  auch  auf  diesem  Gebiete
menschliches  vorkommen  kann,  aber  Verallgemeinerungen
  sind  vom  Uebel  und  sie  lind  zweifellos
auch  unberechtigt.  Ich  kann  den  Fakuktäten
das  Zeugnis  ausstellen,  daß  sie  stets  bestredt
sind,  Diettio  vorzugehen.

.  von  WMuchter  sprach  den  Wunsch  aus,
daß  8  zweite  technische  Hochschule  nach  Würzburg
  komme.

Mit  dem  Etat  wurden  auch  die  Neubauforderungen
  im  außerordentlichen  Etat  bewilligt.Weiter
  siellte  das  Haus  das  Negierungspostulat,  wieder
  her,  wonach  das  Schulgeld  an  den  Gymnasien
  von  45  auf  60  Mark  erhöht  werden  soll.
Die  Kammer  der  Abgeordneten  hat  diese  Erhöhung
  seknerzeit  abgelehnt.  Zum  Ankauf  radioaktiver
  Stoffe  für  die  drei  Landesuniversitäten
  wurden  600  000  Mk.  der  allgemeinen
Relerve  bewilligt.

Dann  befaßte  sich  das  Plenum  mit  mehreren
von  der  Abgcordnetenkammer  bereits  angenommenen
  Wirtschaftsanträgen  und  erllärte  seine  Zustimmung
  zu  den  Anträgen  betr.  Erhöhung  des
Hopfenzolles  betr.  Berücksichtigung  der  örtlichen
Verhältnisse  bei  Neuregelung  der  Sonntagsruhe
im  Handelsgewerbe,  betr.  reichsgesetzliche  Regelung
  des  Handels  mit  Futter-  und  Düngemitteln
  und  Sämereien,  sowie  betr.  möglichst
milde  Durchführung  der  Entlassung  von  Militärarbeitern
  der  Artilleriewerkstätten.

Damit  war  die  Tagesordnung  erschöpft  und
Präsident  Hrs  Jugger  wünschte  den  Herren
„Fröhliche  Ostern“.  Die  nächste  Sitzung  findet
  Ende  April  sratt.

Polikische  Rundschan.
Deutschlans.
Der  Fleischzoll.

Das  Geset  betreffend  vorübergehende  Zollerleichterungen
  bei  der  Fleischeinfuhr  vom  13.
Febr.  1913,  wesches  im  Hinblit  auf  die  hohen
Fleischpreifze#  und  die  erleichterte  Versorgungsmöglichkeit
  der  Gemeinden  erlassen  war.  trat
mit  dem  31.  März  anßer  Kraft.  Demgemäs
wird  Gemeinden  die  Zollrückverbütung  nur  noch
für  solches  Fleisch  rewährt  weroen.  weiches  sie
bis  zum  31.  Märs  an  die  Verbraucher  abgesetzt
  haben.  Für  Fleisch,  welches  erst  nach  diesem
  Zeitvunkt  abgesetzt  wird,  verblciht  es  bei
der  Erhebung  der  vollen  Zollsätze  von  27  bezw.
*5  Mk.  für  den  Doppelzentner.

Diereligiösen  Orden  in  Hessen.

Die  hessische  Erse  Kammer  hat  heute  in  Ueereinsiimmung
  mit  der  Zweiten  Kammer  einen
Antrag  angenommen,  in  dem  die  Regierung  ersucht
  wi  d,  den  Landständen  eine  Gesetzesvorlage
zugehen  zu  lassen,  wodurch  die  Gesetze  vom  29.
April  1875  und  vom  1.  Juli  1805  über  die
religiösen  Orden  und  ordensähnlichen  Kongregationen
  gemildert  werden.  Es  soll  eine  freiere
Tätiakeit  in  religiöser,  charitativer  und  sozialer
  Richtung  ermöaliht  werden.

bof-  und  Personalnachrichten.

Köln,  31.  März.  Der  „Kölnischen  Vollszeitung
  wird  aus  Rom  gemeldet:  Das  Befinden
  des  Papstes  ist  entgegen  anderslautenden
Meldungen  durchaus  befriedigend  Er  hat  heute
bis  9  Uhr  vormittags  mit  dem  Kordinalstaatssekretär
  gearbeitet  und  sodann  100  Personen
empfangen.

berschledene  Kachrichten.

Köln  :tärz.  Dienstag  mittag  wurde

das  in  ipalterbi  beheimatete  Schleppboot
„Janderoyl“  bei  der  Ausfahrt  aus  dem  Ruhrorter
  Hafen  auf  oem  Nhein  von  der  Strömung
umgeworfen.  Von  der  fünf  Mann  starken  Besatzung
  wurde  einer,  der  das  Steuerrad  bediente,
gerettet,  die  übrigen  befanden  sich  unter  Deck
und  wurden  mit  in  die  Tiese  gerissen.  Tas  Boot
sitzt  auf  Grund.
Paris,  31.  März.  Aus  der  Stadt  Brive
im  #Separtement  (ortei#e  wied  gemeleet,  daß
der  Bergrutsch,  wovon  bisher  namentiich  das
Dorf  Noaillac  bedroht  wurde,  zu  einer  Katastrophe
  zu  werden  droht.  Es  ist  nicht  ein  Berggelände
  von  etwa  16  Heltar,  wie  man  zuerst
#  ins  Rutschen  gekommen,  sondern  von
über  200  Heltar.  Der  Anblick  dieses  „schwim-*
  Geländes  macht  einen  furchtbaren  Eindruck.
  Ueberall  im  Erdboden  bilden  sich  Risse
und  Sprünge  bis  zur  Tiefe  von  16  Metern  und
einer  Breite  von  vier  bis  lüns  Metern.  Eine
Unmenge  Bäume  sind  wie  Streichhöfter  geknickt
  worden.  20  Bauernhäuser  sind  vonständig
  zerstört  worden  und  außer  dem  Dorfe
Noailiac  selbst  sind  noch  mehrere  anoere  Ortchaften
  nunmehr  emnstlich  bedroht.

Petersburgq.  31.  März.  Die  Massenerkrankungen
  der  Bedriiarbeitlinenkauermlon.
Heute  erkrankten  in  einer  Tabalfabril  60,  in
einer  Gummisabrik  über  20  Arbeiterinnen.

Münchener  Neuigkeilen.
München,  31.  März.  Mit  dem  hä'utigen
age  fand  die  diesmange  Ausslellung  ihren

luß  und  man  kann  zu  Ehren  des  Baye- 



 

 

 

Rosenhelmer  —

rischen  Landwirtschaftsrates,  der  sie  arrangiert
hat,  vonstatieren,  daß  das  ganze  Ausktellungsunternehmen
  mit  einem  ausgezeichneten  Refultat
  abgeschnitten  hat.  Das  beweilen  auch  der

zahlreiche  Besuch  und  die  olelen  Anerkennunn,

  die  die  Ausstellung  gesunden  bat.  Alle
ken  muhß  vor  all  auch  den  Jüchtern
und  Mästern  gezollt  werden,  welch  leßtere  die
Tiere  #rushenn  selbst  4#  Schau  gestellt  haben.
  Sie  haben  uns  mit  ihrem  Material  gezeigt,
  daß  an  sie  ergangene  Mahnruf,  nun
wieder  im  Interesse  einer  billigeren  Fleischversorgung
  zur  Vichmästung  zu  schreiten,  soweit
es  möglich  war,  Widerhali  bei  ihnen  gefunden
  hat.  Und  die  Maswiehaussteklung  1914
mit  ihren  sachlichen  Anregungen  und  Beeehrun--aen
  für  unsere  bayerischen  Lanowirte  wird  in
dieser  Richtung  für  die  Zukunft  gewiß  weiter
anregend  wirken.

Saakenstand  in  Bayern  Ende  März.
München.  31.  März.

Der  Stand  der  Wintersaaten  in  Bayern  Ende
März  1914  ist  im  allgemeinen  etmas  günstiger
als  zur  gleichen  Vorjahrzzeit.

Nach  den  im  K.  Statistischen  Landesamt  eingegangenen
  Berichten  landwirtschaftlicher  Vertrauenemänner
  haben  die  Saaten,  vornehmlich
  die  früh  gebauten,  gut  überwintert.  Eine
Auswinterung  ist  nur  in  geringem  Umfang
eingetreten.  Der  Winterweizen  und  der  Winterspelz
  sind  meist  gut  bestockt  und  zeigen  ein  frisches
  Aussehen.  Der  Winterroggen  dag’gen.
der  ucheln  schon  durch  Mäuse=  und  Schneckenfraß
  und  in  oen  höheren  lälteren  Lagen  Nordbayerns
  durch  die  trockene  Kälte  ohne  Schn#
gelitten  hat,  steht  vielfach  lückig.  Teilweise:
ist  der  dünne  Stand  des  Roggens  auch  auf
die  geringe  Keimjähigkeit  des  Saatqutes  zurädwWtführen.
  Ein  geringer  Teis  der  Roggenelder
  muß  umgepflügt  werden.  In  einer  Reihe
von  Bezirken  konnte  der  durch  Mäuse  und  Schneckenfraß
  im  Herbst  anaerichtete  Schagen  durch
Nachsaat  behoben  werden.  Durch  das  onhaltende
naß  lalte  Wetter  der  letzten  Wochen  i##  die
Saaten  in  der  Entwicklung  mrückoehlieben;  auf
ichweren  Böden  haben  lie  teilweise  Schaden  gelitten.
  Mit  der  Frühjahrsbesielluno  sonnte  noch
euscht  überall  begonnen  werden.  2  dene  wärmere
  Witterung  ist  deshalb  sehr  ecwün'cht.  Nach
e'nigen  Berichten  wird  neuerdinas  über  Schaden
aurck  Mäuse  gellagt.  Ein  Auftreien  oer  Schädlinge
  in  größerem  Umfanae  wird  nicht  befürchtet.


Für  das  Königreich  läßt  sich  der  derzeitige
Stand  der  Wintersaalen  mit  kolaenden  Durchschnittenoten
  zum  Ausdruck  bringen  (Note  2  gl.
gut,  Note  3  gleich  mittel)e  Winterweizen  2,2
(:  V.  2.7),  Winterspelz  2.0  (2,5)  uno  Winterrtoggen
  2,2  (2,6).

Bayerische  Nachrichten.

Tutzing,  31.  März.  Der  mehr  als  1500
Tagwerk  große,  am  Wislichen,  Ufer  oes  Starnlergersees
  gelegene  Gutsbesitz  Bernrieo,  als
Klostergut  im  Jahre  1120  von  der  Tochter  des
Könige  von  Sizilien  gegründet  und  dann  reguläres
  Chorherrustift  der  Augustiner,  durch  seine
prachtvollen  Parkanlagen  mit  vielen  100jähr.
Boumgruppen  betannt,  seit  Menschenalier  im
Besitze  der  Freiherrlich  von  Wenc  and'schen  Familie,
  zuletzt  Eigentum  des  K.  Kämmerere  Ma-LTimilian
  Frhrn.  v.  Wendland,  aing  dieser  Tage
durch  Vermittlung  der  Firma  Lorenz  Thoma
u.  Co.  in  München  käuflich  in  den  Bi.fit  eines
Deutschameritaners,  Herrn  KonsulEdnaroScharrer,
  über.  Der  neue  Vesitzer  beabsichtigt,  die
prachtvollen  Partanlagen,  welche  bekanntlich  eine
Sehenswürdigleit  bilden,  zu  erhalten.

Dilshofen,  31.  März.  Der  Flieger  Schätz
war  heute  von  München  hierher  aeflogen  und
lehrte  dann  wieder  um.  Auf  der  Rücksahrt  mußte
er  bei  Frontenhausen  a.  V.  eine  Rotlandung  vornehmen.
  Vor  der  Abfahrt  ersuchte  er  einige  umberstehende
  Männer,  den  Apparat  zu  halten.
Mährend  der  Propeller  bereit-  angetcieben  war,
lief  plötzlich  der  Schlosserssohn  Da#iner  unter
den  Flugapparat.  Dem  Unvorsichtigen  wurde
vom  Propelier  der  Kopf  vom  Rumpf  getrennt.
Den  Flieger  trifft  kein  Verschulden.

Augsburg,  31.  März.  Auch  hier  ist  der
Bierlomum  ständia  im  Mätgang  begeisten.  So
ist  seit  dem  Jahre  1899  trotz  einer  Bevölkerungezunahme
  von  etwa  65  000  Einwokhnern
der  Erttag,  vom  Malzaufschlag  von  587  696
Mark  auf  510  000  Mk.  gesunken.  Die  Hauptursache
  dürfte  wohl  der  stark  zunehmende  Genuß
  von  Mineralwassern,  Fruchtsorndel  und
sonstigen  alkoholfreien  Getränken  sein.

Uugsburg,  31.  März.  A#e  1910  über
Augsburg  die  Hochwasserkatastroph=  herein-Wrach,
  war  auch  Ministerialrat  Meier  hier  anwesend.
  Dabei  besorac  er  mit  den  Vertretern
  der  Stadt  die  zur  ermeidung  von  ferneren
  Hochwasserschäden  nötigen  Korreltionen  am
Lechsluß,  wobei  ausdrücklich  anerkannt  wurde,
daß  den  Staat  ein  Teil  der  Kosten  treffe.  Die
Sache  eilte  natürlich,  die  Stadt  führte  die
Bauten  aus  und  hoffte,  der  Staat  würde  auch
ohne  notarielle  Abmachunge  leinen  Verpflichtungen
  nachkommen  und  den  ihn  trefsenden
Kostenteil  ersetzen.  Bislang  ist  aber  nichts
dergleichen  geschehen  und  im  Magistcat.  bat-  man
es  jetzt  offen  ausgesprochen,  daß  ol#e  Stadt

 

 

 

gegen  den  en  Staat  den  Rechtsweg  werde  beschreiken
  müssen.

Neuburg  a.  D.,  31.  März.  Ms  heute  der
Landtagsabgeordnete  Loibl  mil  seinem  Rad  den
Hofgartenberg  hinauffuhr,  kam  ihm  von  oben
ein  Radfahrer  in  scharfer  Fahrt  entaegen.  Deser
  konnte  nicht  mehr  ausweichen  und  fuhr
Abg.  Loibl  ins  Rad,  kodaß  er  herabdeschen.
dert  wurde  und  kurze  Zeit  bewuhbtios  liegen
blieb.  Loilel  Außte  nach  Hause  gebracht  weren,

  wo  der  Alrzt  eine  Gehirnerschütterung  und
eine  Wellenn  in  der  Lendengegem  feststellte.
Sein  Zustand  ist  nicht  unbedenklich.

Günzburg,  31.  März.  Heute  srüh  wurde
der  auohilfsweise  bei  den  Mindel-Elektrinitätswerken
  beschäftigte  20jähr.  Arbeiter  Alois  Bühler
  aus  Kleinbeuren,  der  sich  im  Transformatorenhäuschen
  zwischen  Goldbach  und  Jetlingen
zu  schaffen  machte,  vom  elektrischen  Starkstrom
wee  betöter.

weißenburg  i.  B.,  31.  März.  In  der  vergangenen
  Nacht  ertönie  Feueralarm.  In  der
Wohnung  des  Herrn  Musikmeisters  Fischer,  der
an  diesem  Abend  ein  Symphoniekonzert  im
Wilobadsaale  gab  und  mit  seiner  ganzen  Familie
  dort  anwesend  war,  brannte  es  in  einem
Zimmer  des  ersten  und  in  einem  Zimmer  des
zweiten  Stockwerkes.  Zum  großen  Glück  konnte
dae  Feuer  noch  im  Entstehen  unterdrückt  werden.
  Nachdem  der  Brand  gelöscht  war,  machte
man  die  Entdeckung,  daß  im  Hause  eingebrochen,
  eine  Gelokassette  im  Schreibtisc  erbrochen
  uno  ihres  Inhaltes  mit  zirka  707)  Mark
beraubt  worden  war.  Außer  verschiedenen
ausgebrannten  Möbeln  sielen  auch  eine  Anzahl
  Noten  und  wertvolle  Schriften  dem  Feuer
zum  Opfer.

Bayerisches  Oberland.

Westerndorf  (St.  Peter),  31.  Mä-##
Jimmerstutzen-Schützenve.ein  Ma  r
dielt  am  29.  Mäxz  sein  diesjährig-s  Enoschiehen
  in  der  Jiegelei  Westerndorf  (Michoel  Pronold)
  üb.  Folgende  Shüten  haben  sich  Preise
erworben:  Ehrenscheibe:  Anton  Sterzl.  2.
Karl  Fröschl,  3.  Ludwig  laban  Haupl:  69.
Sterzl,  2.  Michael  Mayer,  3.  Kaspar  Darlberger;
  Glück:  1.  Michael  Pronold,  2.  Lorenz
Eder,  3.  Georg  Darlberger,  4.  Johann  Schweiherer.



Degerndorf,  31.  Märt.  Der  bestbekannte
M.-G.-V.  Degerndorf  führt  2.  Zt.  m  Gasthaus
zur  „Hecke“  das  oberbayerische  Volle  sk  „Unter
  falscher  Anllage“  auf.  Der  gute  Besuch  der
Vorstellungen  und  der  Beifall,  den  das  Stück
bisher  erzielte,  zeigt  daß  auch  diesmo!  nur  Gutes
  geleistet  wird.  Es  ist  nur  zu  münschen,  daß
auch  die  letzte  Mufführung  die  am  Sonntag,
den  5.  April,  abends  8  Uhr,  slattfindel,  dem
Verein  ein  volles  Haus  bringt.

Brannenburg,  31.  Mätz.  Das  200  Tagwerl
  umfassende  Hinterrechenauer-Tnwesen  am
Audorfer  Berg  erwarb  Herr  K.-R.  v.  Steinbeis.
Der  Vorbesitzer  M.  Gruber  erhielt  im  Tauschmege
  hierfür  das  Wimmer--Anwesen  in  Flintsbach
  a.  J.  Das  erstgenannte  Anweren  wurde
aui  sd  000  Mk.,  das  letztere  auf  55  000  Mk.
gewertet.  Kommerzienrat  v.  Steinbeis  wiro  sein
Vesihtem  noch  weiter  vergrößern.  Bereits  5
Bergler-Bauern  haben  innerhalb  der  letzten  25
Jahre  ihr  heimatliches  Anwesen  nerkauft.

Bas  Aibling,  31.  März.  Der  Bezirksgeslügelzuchtverein
  Aibling  beschäftigte  sich  in  2
ner  letzten  Versammlung  mit  der  Errichtung
einer  Geflügelzuchtanstalt.  Die  Stallung  der
Thürhamer  Mühle  ist  bereits  aepachtet  ebenso
ein  Tagwerk  Grund  dazu.  Die  Sache  soll  großzügig
  ausgefaßt  werden.  Auslauf  und  Wasser
somie  Räumlichkeiten  sind  genügend  vorhanden.
Man  iechnet  dabei  weniger  auf  oroßen  kinanziellen
  Nutzen,  man  will  vielmehr  vorbildlich
mirken.  Was  die  Finanzierung  beteilft,  so  soll
der  Distrikt  den  Vereinszuschuß  von  80  auf  100
Mark  erhöhen.  Außerdem  ist  vom  Distriktsrat
  ein  unverzinslicher  Vorschuß  von  400  Mk.
in  Aussicht  gestellt,  serner  sollen  20  unverzinsliche
  Anteilscheine  zu  je  20  Mark  hinausgegeben
werden.  Weiter  erwa:  tet  man  noch  Zuschüsse  aus
Stoats=  und  Kreisfonds  Das  Hauptgewicht
soll  auf  die  Entenzucht  gelegt  werden;  allein  im
beurigen  Jahre  will  man  etwa  1000  Enten  heranziehen.
  Schließlich  wurde  die  Gründung  der
Anstalt  einstimmig  beschtossen  und  der  neschafteführende
  Ausschuß  gewählt.  Die  Ge#ßügelzuchtanstalt
  soll  ein  SEthpuntt  für  oie  Versorgung
mit  Schlachtgeflügel  zu  mäßigen  Preisen  sein.

Uebersee,  31.  März.  Gestern  entgleiste  in
dem  um  1.12  Uhr  mittags  von  Marguattstein
nach  Uebersee  verkehrenden  Lolalbahnzun  auf
freier  Strecke  nächst  der  Station  Marzuartstein
ein  Güterwagen.  Der  Lokalbahnzig  konnte  uckch
Zurücklassung  des  entgleisten  Wagens  seine  Fahrt
nach  Uebersee  fortsetzen.  Der  Gegenzug  erhielt
eine  geringfügige  Verspätung.  Verletzt  wurde
niemand.

Reit  i.  Winkel,  31.  März.  Gessern  Abend
schnitt  dle  Bauerssrau  Maria  Keller  ihren  zwei
Kindern  von  4  und  5  Jahren  mit  einem  Raliermesser
  den  Hals  ab.  Die  Frau  seibst  verletzte
sich  schwer  und  liegt  hoffnungslos  darnieder.  Der
Grund  der  Bluttat  ist  Geistesgestörtheit.

Trostberg,  31.  März.  Vor  kurzem  ist  ein
Wertbrief  mit  Wertangabe  von  W0%0  .
der  nach  Schnaitsee  bestimmt  war,  beim  hlesigen
Postamt  abhanden  gekommen.  Heute  wurde
nunmehr  unter  dem  Verdangen3  ##er  Unterschla- 



 

Ueonmersktag,  2.  Aprik  1917
ung  dieses  ¶  Weribrieses  der  Postbote  Kuhn

ver

mahtber.  31.  März.  Auf  dem  Bahnhof
sind  umfangreiche  Diebsüäge  festaeste#lt  worden
  Die  Diebe  sind  „sahrendes  Voll“,  welche
ibre  Beute  im  Orte  selbst  aufdrindiich  verhausierten.
  Jetzt  sitzen  sie  hinter  Schloß  und  Riegel.


 

Cotalnachrichten.
Rosenheim.  1.  April.
Diöresannachricht.  Anwei#ung  erbielt
der  Kommorantpriester  in  Haslach  b.  Traunstein
  Pr.  Stefan  Steinbacher  als  Wikar  der
erledigten  Pfarrei  Volkmannsdorf.

Nachtruhe  in  den  Apotheken.  Unsere
Leser  machen  wir  darauf  aufmerksam,  daß  im
Monat  April  die  Engel-Apotheke,  Ete  Münchner=
  und  Bahnhofstraße  den  Nachtoientt.  au
versehen  hat.  In  diesem  Monat  ist  täglich  von
8  Uhr  abends  bis  ½7  Uhr  morgens  nur  die
obengenannte  Apothele  zugänglich.

Turnverein  Rolenheim  von  1800.
Im  Nachtrag  zu  unserem  Berichte  über  die
Generalversammlung  des  Turnvereins  Rosenheim
  von  1860  teilen  wir  noch  nut,  daß  als  Beisitzer
  in  den  Turnrat  die  Herren  Weslührer
Wolfgang  Hottner  und  Fabrilmesster  Josef
Madl  gewählt  murden.  Die  Verqsteigerriege
unternahm  11  Bergtouren.  Was  die  Milwir-T
  am  Vollesest  betrifst,  so  werden  auf  Wunsch
der  Stadtgemeinde  die  beiden  der  deutschen  Turnerschaft.
  also  einem  vaterländischen  Bunde#  angehörigen
  Turnvereine  gemeinsam  einen  Festabend
  mit  Schauturnen  durchführen.  Die  Uebernahme
  der  Leitung  des  Kinderfestes  hängt
noch  von  der  Aussprache  mit  den  dafür  maßh-Jebenden
  Stellen  ab.

Volkefest  1914.  In  einem  Schaufenster
der  Firma  J.  Senft  Lan  der  Münchenerstraße
ist  der  Entwurf  zum  Festplalat  für  das  Nosenheimer
  Stadtjubiläum  und  Vollsfeit  ausgestellt.
  Der  Entwurf  stammt  von  Herrn  Aug.
Schluttenhoser  in  Rosenheim

Eine  grobe  Mystisilalion  isl  heute
srüh  an  der  Anschlagtafel  beim  Duschlbräu  versucht
  worden.  Angeblich  hatte  dort  der  „Nosenheimer
  Anzeiger“  folgendes  „Telegramm"“
angeschlagen:  „Das  Reutterbureau  (1)  meldek:
Auf  Betreiben  r#  der  Freien  Bürgerrereijnigung
Rosenheim  hat.  wie  vom  l.  Obersthoimarschallamt

  heute  offizibs  belannt  gegeben  wird,  Seine
Mojestät  König  Ludwig  III.  zum  Voliefe  est  in
NRoienheim  im  Herbst  1914  sein  Crscheinen.  zugesagt“.
  Der  1.  April  hat  offenbar  gewiissen
Bierbankdrückern  die  Ruhbe  geno#mmen  und  sie
sogar  vor  einer  Fälschung  nicht  zurückschrecken
laissen.  Denn  eine  Fälschung  ist  er,  wenn  ein
Briefbogen  des  „Nosenheimer  Anzei#er“  so  mißbraucht
  wird,  wie  es  hier  aescheben  ist.  Man  hat
nämlich  den  gopf  mit  dem  bekarnten  Ausdruck
von  einer  NRechnung  oder  einem  Briefe  weggeschnitten
  und  ihn  fein  säuberlich  auf  cin  Blalt
geklebt,  auf  welches  die  Tatarennachricht  mit
der  Schreibmaschine  geschrieben  wurde.  Noch
verwerflicher  ist  es,  daß  der  Fälscher  sich  niht
scheute,  selbst  die  Person  des  önigs  zuin  Gegenstand
  seines  albernen  „Wißze;“  zu  machen.
Nusgerechnet  auf  „Betreiben“  faßt:  der  König
den  Beschluß,  hieher  zu  kommen!  Sei  bstverständlich
  ist  das  berüchtigte  Piarat  schon  in
aller  Frühe  beseitigt  worden,  ehe  ec  noch  seinen

Zweck  erreichen  konnte.  Ueber  die  Tragueiite
reines  Beginnens  scheint  sich  der  Fölscher  keinerlei
  Skrupel  gemacht  zu  haben.  Vielleicht  lann
ihm  noch  Gelegenheit  geboten  werden,  die  Suppc,
  die  er  sich  damit  eingebrockt  hat,  letost  austösfeln
  zu  müssen.

Gewarnt  wirrd  vor  dem  Anlauf  von
Schreibmaschinen,  welche  nicht  einm#dffrei  erworben
  wurden.  Aus  verschiedenen  Münchener
Geschäften  wurden  nämlich  in  der  Zeit  vom  6.
bis  16.  März  mehrere  Schreidmaschi  inen  herausgeschwindelt.
  So  lönnte  olso  ein  etwaiger
biniger  Kauf  ein  unliebsames  Nadtfpiel  huben.

Entgleisung.  In  der  hiesigen  Station
entgleiste  gestern  morgen  eine  Lokomolioe  und
versperrte  für  längere  Jeit  die  Aus=  und  Einsabrt
  in  der  Richtung  nach  Holzkirchen.  Ein  Zug
erhielt  infolgedessen  eine  peringfügige  Verspätung
  Verletzt  wurde  niemand.

HRufik  und  Theale#r

Das  Ensemble  des  Stadttheaters
Landeshut  gibt,  wie  im  Vorjahre,  eine  Operetten-Nachsaison
  mit  bewährten  Kräften  im
Hotel  „Deutscher  Kaiser“.  Direktor  Kihmer  hat
für  diese  Operetten-Nachsaison  eine  Neibe  Novitäten
  vorgesehen,  u.  a.  „Hoheit  lanzt  Walzer“,
  „Filmzauber",  „Puppchen“,  „Der  liebe
Augusig  „rauenfresser  „Eoa“,  „Parquettsitz
  Weiter  stehen  „Fledermaus“  „„Bet-Tanr.
  10,  „Don  Cesar“,  „Mamzeil  Nitonche“,
„Brüderlein  fein“  usw.  auf  dem  Spir  plan.  Die
Saison  beginnt  am  1.  Ostertage,  nachmittags.
Die  Orchestermast!  stellt  wieder  Herr  Stadtmusikmeister
  Berr.  Das  Ensemble  Kißmer  steht
vom  vorigen  Jahre  noch  in  bester  Erinnerung.
Die  .  merden  auch  diesmal  wieder
  gern  besucht  werde