816
öster reich folgte. Diese Linie hatte si
nach Wilhelmses Ehrgeizigen Tod (1406
in die Zweige Elsaß, Steiermark und
Tirolgeteilt, von denen der erstere 1411,
derletztere 1496 erlosch. Die Linie Steiermark
wurde von Ernst dem Eisernen
(gest. 1424)gestiftet und herrschte auch über
Kärnten und Krain. Friedrich V. (1424—
1493) überließ Elsaß seinem Bruder Albrecht
VI., dem Verschwender, und 1457.
ob der Enns, erhielt aber nach dessen Tod
(1463) beide Lande zurück und erwarb
1490 auch Tirol. Er war nach dem Tod Albrechts
II.zum deutschen Köni erwählt und
führt als Kaiser den Namen Friedrich III.
(s. Friedrich 4). Sein Sohn Maximilian
I., der schon 1486 zum deutschen König
gewählt ward, erwarb durch Vermählung
mit Maria von Burgund 1477 die Niederlande,
die er 1493 an seinen Sohn
Philipp abtrat, dessen Vermählung mit
der spanischen Infantin Anna das Haus
Habsburg auf den spanischen Thron
brachte. Philipps Sohn Karl I. von Spanien
wurde 1519 als Karl V. deutscher
König und Kaiser und überließ durch die
Teilungsverträge von Worms (28. April
1521) und Gent (17. Mai 1540) die deutschen
Erblande mit Ausnahme der Niederlande
seinem Bruder Ferdinand I. (1521
bis 1564). Derselbe erwarb durch seine
Vermählung mit Anna, der Schwester des
ungarischen Königs Ludwig II., Ungarn
und Böhmen nebst Mähren, Schlesien
und der Lausitz. Damit hatte die
deutsche Linie des Hauses Habsburg im
stutlichen ihren heutigen Besitzstand erreicht.
Nach Ferdinands Tod folgte ihm sein
ältester Sohn, Maximilian II. (gest. 1576),
als Kaiser und im größten Teil der österreichischen
Erblande; nur Tirol und Steiermark
erhielten seine jüngern Söhne, Ferdinand
und Karl. Maximilians II. Nachfolger
waren seine Söhne RudolfII. elt.
1612) und Matthias (gest. 1619). Nach
des letztern Tod gingen die österreichischen.
Lande und die Kutsche Krone auf seinen
Vetter Ferdinand II. von Steiermark, den
Sohn Karls, über. Derselbe überließ 1625
Tirol, das nach Ferdinands Tod 1595
dem Kaiserhaus wieder zugefallen war,
Österreich (15.—18. Jahrh..
an seinen Bruder Leopold V. Doch erlosch
auch diese Seitenlinie schon 1665. Die
evangelische Lehre, welche im 16. Jahrh.
in den österreichischen Landen viele Anpünger
Hesunden hatte, wurde von Ferdinand
II. (gest. 1637) und seinem Sohn
und Nachfolger Ferdinand III.(gest. 1657)
während des Dreißigjährigen Kruas völlig
unterdrückt. Wie Ferdinand II. 1635 im
Frieden von Prag die verpfändeten Lausitzen
als erbliches Lehen an Sachsen hatte
abtreten müssen, so mußte sein Nachfolger
das Elsaß im Westfälischen Frieden 1648
an Frankreich überlassen. Während des
16. und 17. Jahrh. hatte O. sehr durch
die Einfälle der Ungarn *r leiden, welche
1529 und 1683 sogar Wien, allerdings
vergebens, belagerten. Vondem Königreich
Ungarn verblieb den Habsburgern damals
nur ein schmaler Strich im Norden und
Westen des Landes, und erst der Friede von
Karlowitz (1699) brachte Siebenbürgen
und den größten Teil von Ungarn wieder in
ihre Hände. Leopold I. (1657—1705) war
bemüht, seinem zweiten Sohn, Karl, die
Nachfolge in der spenischen onarchie zuuwenden,
und unternahm deshalb, unterützt
von dem Deutschen Reich und Preußen
und im Bund mit England, Holland,
Horinaal und Savoyen, den spanischen
Erbfolgekrieg (1701—14) gegen Frankreich
und desßen Schützling Phlip, . von
Spanien. Kaiser Joseph J. (1705—11)
setzte den Krieg fort, und schon schien derselbe
nach den Siegen des Prinzen Eugen
(s. d.) von Savoyen und des Herzogs von
Marlborough zu Gunsten des Hauses
Habsburg sich zu entscheiden, da bewirkte
nach der Thronbesteigung Karls VI.(1711
bis1740) der Rücktritt Englands und dann
auch der übrigen Verbündeten vom Bündnis,
daß sich der Kaiser mit einem Teil
der spanischen Monarchie begnügen mußte.
Er trat 7. März1714 zu Rastatt (s. d.)dem
Frieden von Utrecht (1713) bei und erhielt
die spanischen Niederlande, Neapel, Sardinien,
Mailand, Mantua und einen Teil
der französischen Niederlande mit Tournay.
Dadurch erreichte die österreichische
Monarchie einen Umfang von 497,900
L#m mit fast 29 Mill. Einw. Nach neuen
iegen des Prinzen Eugen über die Tür-