Volltext : Kriegsgeschichte von Bayern unter König Maximilian Joseph I. - Zeitraum vom Jahre 1789 bis zum Frieden von Tilsit 1807. (1)

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Scherers  Niederlage  bei  Magnano,  die  Anführung
eines  schwachen  und  geschlagenen  Heers  übernahm,  wußte
auch  noch  mit  diesen  jeden  Fußbreit,  welchen  er  zurückweichen
  mußte,  einer  weit  überlegenen  Macht  streitig
zu  machen;  wußte,  indem  er  in  jede  Festung,  in  jede
Citadelle,  in  jedes  Fort  links  und  rechts  mäßige  Besatzungen
  warf,  die  Stärke  seiner  Feinde  zu  vertheilen,
weil  diese  zu  Belagerungen  und  Blokaden  große  Streitmassen
  verwenden  mußten;  hielt  sich  in  jeder  Stellung,
hinter  jedem  Fluße,  so  lange  er  konnte,  um  Zeit  für
Macdonald's  Anzug  zu  gewinnen  und  bewerkstelligte
die  Vereinigung  mit  diesem  gewandten  Feldherrn,  der
Ueberlegenheit  seiner  Feinde  ungeachtet.

Aber  auch  nach  der  Vereinigung  waren  beide  Heere
zusammen  nur  etwa  45,000  Mann  stark,  ein  geringes
Ueberbleibsel  von  einer  Masse,  die  sonst  120,000  Mann
betrug!  Die  Verschanzungen  und  Uebergänge  von  Savojen
  waren  höchstens  nur  durch  25,000  Mann  gedeckt.
Maedonald  hatte  ganz  Toscaua  geräumt;  auch  Livorno
  und  Porto  Ferrajo  wurden  verlassen.  So
besaß  die  franzdsische  Armee  jetzt  im  Genuesischen  ohngefähr
  dieselbe  Stellung,  die  ehmahls.  Buonaparte,
vor  seinem  Uebergang  über  die  Appeninen  in  die  Thäler
  des  Tanaro  und  der  Bormida,  inne  gehabt.

Hingegen  hatte  S  uwarow  theils  durch  einen  (im
Anfang  Juli)  nach  Italien  gekommenen  neuen  JZuzug
von  etwa  8.000  Mann  Russen,  theils  durch  den  General
Kaim,  nach  Uebergabe  der  Citadelle  Turins  (20ten  Juni)
ersprieslichen  Zuwachs  gewonnen.  Der  Kern  seiner  Heermacht
  von  ohngefähr  30,000  Oesterreichern  und  Rußen,
durch  Verbindung  mit  Kaim  und  Bellegarde  auf