Numnier 86
M—
Dlenstag, 7. März 1916
Kolbermoor, 6. März. Im Hause des
Herru Bürgermeisters Bergmann ist unerwartet
tiefe Trauer eingekehrt. Frau Anna Bergmann,
geb. Hirsch, ist plötzlich aus diesem Leben geschieden.
Am Samstag früh ging sie noch ihrer
täglichen Beschäftigung nach, fühlte sich aber
matt in den Beinen. Als sie von einem Au
gang heimkehrte, verlor sie das Bewußtsein,
kurze Zeit darauf stellte sich,der Too ein.
Ein Gehirnschlag setzte ährem Leben ein vorzeitiges
Ende. Frau Bürgermeister Bergmann ist
nur 49 Jahre alt geworden. it ihrem Gaiten
lebte sie 27 Jahre in überaus glücklicher Ehe,
aus der zwei Söhne und fünf Töchter hervorgegangen
sind. Sie alle siehen trauernd an der
Bahre ihrer Mutter. Ein Stiessohn steht als
tapferer Mitkämpfer im Feld. Für das tiefe
Leid, welches so unerwartet über sie hereingebrochen
ist, wird Herrn Bürgermeister Bergmann
und seinen Angehörigen, überall allseitige
Teilnahme enigegengebracht.
Der nene Sommerfahrplan.
München, 5. März.
Am Dienstag, 11 März, wird im Verkehrsministerium
der Bayerische Landes-Eisenbahnrat
zu einer Tagung zusammentreten, um über
Bayerns Sommerfahrplan 1916 zu beraten.
Es versteht sich von selbst, daß seitens des
Verkehrsamtes schon in langer, mühsamer und
sorgfältiger Winterarbeit alle Wünsche und
Möglichkeiten für Zugverbesserungen, neue Anschlüsse,
Einlegung neuer Züge und was dergleichen
mehr ist, reiflich geprüft und erwogen
nurden, so daß der Bayerische Landes-Eisenrabntat
einen sertigen Entwurf des Sommer-=fahrplanes
1916 zur Beratung vorfindet. Dieser
Entwurf besteht aus einer großen Anzahl
von Streckenrerbesserungen und enthält vier
Schnellzugs-, fünf Eilzugs-, 26 Personenzugsund
drei Nahpersonenzugsveränderungen.
Ganz allgemein ist zu sagen, daß diese Aenderungen
darauf bedacht sind, die Anschlüsse von
Nebenlinien an Hauptlinien zu verbessern, in
den Hauptlinien zum Teil längst gewünschte Verbesserungen
vorzunehmen, Bäderzüge einzulegen,
und vor allem die segensreiche Einrichtung der
Sonntagszüge in erhöhterem Maße als im Vorjahre
zu berücksichtigen. Vor allem interessiert
Bayerns Vallanzug. Da heißt es im Entwurf:
„Die im Verlauf des heurigen Winters eingelegten
Balkanzüge werden auch im Sommersahrplan,
und zuar wie im Winter, zweimal
nöchentlich, durchgeführt. Um die für diese wichtigen
Züge erforderlichen Lokomotiven voll und
in tunlichst wirtschaftlicher Weise auszunützen,
sind an den Tagen, an denen die Balkanzüge
nicht verkehren, die Eilzüge 903/928 auf der
Strecke Augsburg-Ulm wieder vorgesehen.
Im Jusammenhange mit dem Balkanzuge
steht. auch eine Neuregelung der Strecke München-Rosenheim-Salzburg.
Da ist ein Schnell.
azug München-Hbhf. ab 10 Uhr vormittags,
an Salzburg 12.56 Uhr mittag neu vorgesehen.
Er verkehrt an den Tagen, an denen der Balkanzug
unterbleibt. Durch diesen Zug wird
die für oie Balkanzüge notwendige Lokomotive
wirtschasftlicher ausgenützt und eine für den
innerbayerischen Verkehr (hauptsächlich Bad
Reichenhall-Berchtesgaden) und für den Verkehr
nach Wien und Bad Gastein wertvolle
Verbindung geschaffen. Da jedoch im Hinblick
auf die gegenmärtigen wirtschafllichen Verhaltnisie
von einer Zugmehrung Ab#and genommen
werden muß, wird, um diesen Schnellzug ohne
Zugmehrung durchfuhren zu lönnen, auf der
Strecke München Rosenheim der Personenzug
813 (München ab 3.20 Uhr nachmitlags, Rosenheim
an 6.47 Ulr albends) und auf der
Strecke Rosenheim-Salzburg der Eilzug 61
(Rosenheim ab 7.06 Uhr abends, Salzburg an
9.05 Uhr abends) aufgelassen. Für den nötigen
Ersatz ist gesorgt. Ersatz für Zug 813 bieten
der Nahzug 56895 (München-Ost ab 4.45 nachmittags)
und die neuen Aufenthalte des Eilzuges
61 (München ab 5.38) auf der Strecke
Grafing-Rosenheim, sowie für den entfallenden
Eilzug 61 auf der Strecke Rosenheim-Salzburg
der früher gelegte Personenzug 817 (bisher 815)
mit folgendem Fahrplan: Nosenheim ab 7.15
abends, Salzburg an 9.40. Schnellzug 19 (München
ab 1.27 Uhr, Rosenheim an 2.28 Uhr nachmittags)
ist um 13 Minuten später gelegt.
Die Sonntagszüge 829.850 und 855,856 (München
ab 4.50 bzw. an 10.50 und Nosenheim ab
1.10 bzw. an 9.24) sind wie im vorigen Sommer
für den stärkeren Ausflugsverkehr im Juli
und August vorgesehen. Im übrigen ist durch
Früherlegung eines Personenzuges eine Neukupen
ei Tueeführn. die nach den mit der österreichische
erwaltung gepflogenen Verhandkeschlche
für den Sommer in Aussicht genommen
ist.
Auf der Strede Rosenheim-Kufstein zin die
Personensuge 835 (Rosenheim ab 11.28 Uhr),
83 und 847 (Rosenheim ab 7.06 Uhr Sgekh
wegen späterer Ankunft ihrer Anschlußzüge späler
gelegt; die Sonntagszüge 841 und 850 sind
wieder vorgesehen
Auf der Elter Rosenheim-Holkirchen ist vor-Ses
— Personenzüge 1354 und 1355
Rosenheim ab 9.20 Uhr G□s Rosenheim
!1 10. 21 Uhr abends bäw. 9.58 Uhr abends)
zwischen Rosenheim und Bad Aibling
asden 5561|4 geführt. Personenzug 1357 er-
hält mit Rücksicht auf den Anschluß in Nosenheim
an die Züge 841 und 855 einen eigenen
Fahrplan für die Sonn= und Feiertage: Bruckmühl
ab 12.35 Uhr, Rosenheim an 12.58 Uhr.
Sonntagszüge zwischen München und Rosenheim
sind wie im vorigen Sommer für die
Monate Juli und August vorgesehen, überhaupt
sind die Sonntagszüge ganz allgemein mit Liebe
. Verständnis behandelt.
Auf die mannigsachen vorgesehenen Menderungen
lleinerer Sirecken einzugehen, fehlt leider
der Raum; auf alle Fälle beweist der Entwurf,
daß berechtigte Verlehrowünsche tunlichst
Verücksichtigung gesunden haben. Eines aber
wolle man nicht vergessen: Wir haben doch
Weltkrieg. Wenn trotzdem in der Heimat der
Verlehr im Schienenreiche auf Haupt-- und
Nelenstrecken hinter dem des Friedensfahrplancs,
was Promptheit, Sicherheit und Schnellaetn
der Beförderung anbelangt. laum zurüdsleht,
so müssen wir dafür von Herzen danklar
sein.
Sitzung des Wagistrats-Mollegium
Rosenheim
22. Februar 1916.
Entsprechend ven Antrage des Handelegremiums
wird der Monatsgriesbedarf der Rosenheimer
Handelsgewerbetreibenden auf 300
Jute geschätzt.
Das Gesuch des Weißbierwirtes Josef Schmid
um die Konzession zum Ausschank von Braunbier
uird abgewiesen, da zum Ausschank des
zurzeit noch freigegebenen Braunbieres schon
ein Teil der biesigen Braunbierwirtschaften genügen
würde und daher eine weitere Schausstätte
für Braunlier zurzeit in Rosenheim geradezu
überflüssig ist.
Genehmigt wird das Gesuch der Näherin
Kath. Gabler und des Schmiedmeisters Josef
Silbernagl um die Befugnis zur Anleitung von
Lehrlingen.
Gegen die Festsetzung des Voranschlages der
Distriltosparlasse Rosenheim für 1916 mit Mil.
720450 in Eimahmen und Ausgaben besteht
leine Erinnerung.
Die Firma J. Heinritzi wird in stels widerruflicher
Weise als. Kommissär des Kommunal-=verbandes
Nosenheim, Stadt für Saatgetreide
aufgestellt. Die Bedingungen des Kommunalverbandes
Rosenheim-Land finden entsprechende
Anwendung.
Das Gesuch der Brotfabrik Bartmann in
Landshut um Befürwortung eines Antrages
auf Weiterlieferung von Mehl zur Herstellung
von marlkenfreiem Brot wird abgelehnt, da die
Algabe von marlkenfreiem Brot durch die Filiale
einer Firma zu einer einseiligen Begünstigung
der Kundschaft eines Geschäfts führt.
Das Gesuch eines Brauereibesitzers um Lieserung
von 4000 Zentnern Kunsteis durch die
städtische Kühlanlage im Laufe des Jahres
kann nicht berücksichtigt rerden, da die Ma
schine im Tage bei zehnstündigem Betrieb nur
rund 17 Zentner Eis erzeugen kann, eine Menge,
die besonders bei den heurigen Witterungsverhällnissen
kaum ausreichen wird, die bisherigen
ständigen Kunden zu befriedigen. Sollte
nach Befriedigung der bisherigen Abnehmer
Kunfteis verfügbar sein, so lann dieses zu den
festgesetzten Gebuhren abgegeben werden.
#-.
uS 4
Rosenheim, 6. Mäz.
Auszeichnungenim Feldec. Mil Frende
vernahm der Weiler Egg bei Halfing die
Kunde, daß der Martlbauerssohn Martin Reif
mit dem Militärverdienülreuz 3. Klasse mit
Schwertern ausgcezeichnet wurde. Außer Marltin
stehen noch zuei Söhne des Oelonomen Reif
für Deutschlands Ehre in Feindesland; ein vierter
starb bereits den Heldentod fürs Valerland.
Mögen die anderen drei heil aus den Kriegswirren
in die Heimat zurücklehren!
Hoher Besuch auf dem Wendelstein.
Am Sonntag weilte auch Herzogin Karl Theodor
auf dem Wendelstein. Sie traf dort mit
dem kleinen Erbprinzen und der Gräfin v. Törring-Jettenbach
zusammen, mit denen dann gemeinsam
die Rückreise angetreten wurde. Den
hohen Herrschaften hat es auf dem Wendelstein
so gut gefallen, daß ein längerer Aufenthalt
auf seinen Höhen für die nächste Zeit in Aussicht
genommen ist. Herrn Fuchs gegenüber
sprachen die hohen Herrschaften warme Anerlennung
aus. Das gestern in Rosenheim verbreitete
Gerücht, daß die Wendelsteinbahn wegen
großen Schneefalles zeitweise den Betrieb
dag einstellen müssen, ist frei erfunden.
oltor-Promotion. An der Universität
Erlangen erwarb sich auf Grund einer mathematischen
Arbeit aus dem Gebiete der Algebra
mit der ersten Note „summa cum laude“
die philosophische Doktorwürde der oortige Reallehrer
an der Lehrerinnenbildungsanstalt Herr
Füih Kibelmam aus Rosenheim. Unser Elück-Der
große Wohltätigkeitsabend,.
den die „Harmonie“ veranstaltet, findet heute
abend im Saale des Hotels „Deutscher Kaiser“
statt. Die für den Abend — Vortragsfolge
ist außerordentlich reich und vielseitig, so
daß deren Abwickelung mit größtem Interesse
entgegengesehen wird. Ebensogroß ist. das Interesse
an der Veranstaltung selbst. Der Vorverlauf
der Eintriltslarten hat sich sehr gut
angelassen, doch werden Nachzügler noch an der
Abendlasse ihren Bedarf decken tönnen. Wir
machen nochmals darauf aufmerksam, daß die
Veranstaltung ganz der Kriegs= und Säuglingsfürsorge
geu#idmet ist.
Das kath. Kasino hat für Sonnlag seine!
Mitglieder zur Generalversammlung eingeladen.
In seiner Begrüßungoansprache wies der Vorsitzende,
Herr Abg. Rueborsser, namentlich auf
den Ernst der Zeit hin, der es geboten erscheinen
ließ, die sonst. am Faschingssonntag übliche:
JFamilienunterhaltung Bheuer durch die Generalversammlung
zu ersetzen. Die Erledigung der
Tagesordnung nahm einen glatten Verlauf.
Nach dem Kassenbericht Batie das abgelausene
Jahr 1281.31 Ml. Einnahmen und 319.51
Mark Ausgaten, so daßz ein Altivrest von Ml.
461.80 verbleibt. Die Jahl der Mitglieder hat
sich auf 316 erhöhl. Die Vorstands wahlen ergaben
leine Aenderungen; die Herren Abg. Ruedorffer
alo erster Vorsivender, Geistl. Rat
Stadtpsarrer Geßl als zu eiter Vorsitzender,
Bäckermeister Finsterwalder, Vorstand des Kollegiums
der Gemeindebevollmächtigten, als
Schriftführer und Hasnermeister Gradl als
Kassier lleiben auch im neuen Jahre in ihren
Aemtern. Hervorzuheben ist noch ein Beschluß,
laut welchem von den Erübrigungen des Jahres
1915 der Betrag von 200 Mk. zur Beichmng
der vierten Kriegsanleihe verwendet wird.
Vorstandschaft uurde der Dank für die Möhewaliung
im letzten Jahre ausgesprochen, namentlich
dem erilen Vorsitzenden für seine instrulliven
Kriegerorträge.
Der Militäranuärter-Zweigverein
Rosenheim bhielt am Samstag in seinem
Vereinslokal im „Brüu am Anger“ die
Jahresversammlung ab, welche im Verhältnis?
zu den im Kriegsdienst befindlichen 29 Milgliedern
sehr gut besucht war. Der Vorsitzende
barf einen lurzen Rückblid aus die Tätigleit.
im algelausenen 17. Vereinsjahr und gedachte
der vielseitigen Erfolge unserer tapferen Armee
und Marince gegen unsere vielen Feinde. Von
den in Kriegsdiensten stehenden Mitgliedern befinden
sich 1 alo Feuermerloleutnant d. L.,
als Lazarett- Oberinspettor, 15 als Feldwebelleutnant,
12 als O fizierostellvertreter und Aus-Uildungsunteroffiziere
unter den Fahnen. Hievon
hatben, soriel dem Zuweigverein belannt,
3 das Ciserne Kreuz 2. Klasse, 6 das bayer.
Militärverdienstkreuz 1. Klasse mit Schwertern
erhallen. Von den vom Bund deutscher Militäranwärter
zum Kriegodienst eingerückten Kameraden
nurden 265 zu Leutnants, 142 zu
Zeug= und Feuerwerksleutnants, 6536 zu Feldwebelleutnants
ernannt; darunter befinden sich
361 Militäranwärter, welche mit der Führung
einer Kompanie betraut wurden. 33 haben das
Eiserne Kreuz 1. Klasse und 3125 jenes 2. Kl.
erhallen, ein Beweis, wie zahlreich unsere allen
Umerofsiziere am Wellkriege teilnehmen und
inhre Tätigleit anerkannt wird. 577 erlitten bereits
den Heldentod. Mögen alle übrigen gesund
und siegreich zu ihren Familien zurückwährend
des Krieges die Leilung des Vereins.
Andie Vereine in Stadt und Land
sei in dieser Stunde eine ernste Mahnung gerichlet.
Erfahrungsgemäß verfugen sie über lleinere
und größere Kapitalien. Die vierte deulsche
Kriegoanleihe bieiet ihnen vorzügliche Anlegewerte
mit bester Verzinsung. Deshalb itt es
in Erfüllung einer vaterländischen Pflicht gebolen,
daß alle Vereinsvorftände bei Jeiten
Schrille tun, um die Zustimmung des Vereins
zut Zeichnung zu sichern. Das Kath. Kasino
NRosenheim hat mit 200 Mark in seiner gestrigen
Generalversammlung bereils den Anfang
gemacht. Es wird uns freuen, wenn wir von
ähnlichen Beschlüssen auch der anderen Vereine
berichten können. Auch die Vereinsgelder gehören
in dieser erusten Zeit dem Vaterlande!
ie Fragebogen über den Kartofselbedarf,
velche mit der neuen Brot-= und
Mehltarte hinausgegeben wurden, müssen bis
spälestens morgen Dienstag, den 7. März, ausgefüllt
in der Mehlverteilungsstelle im großen
Rathaussaal abgeliefert werden. Spätere Anmeldungen
können nicht berücksichtigt werden.
* scheint eine gewisse Zurückhaltung obzuwal-5
weil Klagen über die Güte der von der
Stadt gelieferten Karlofseln bestehen. Wenigstens
sind sie in Zuschriften an uns zum Ausdruck
gelommen. So schreibt
zweifelte Hausfrau“ u. a.: „Ich möchte Sie
bitten, einmal die Frage aufzüwerfen, warum
vom Magistrat so schlechte Ware an Kartoffeln
verlauft wird. Wenn ich von einem Pfund,
das ungefähr vier Pfennige kostet, mehr wie
die Hälfte wegwerfen muß, kommt das Pfund
auf sechs und acht Pfennige, und die Kartoffel
ist trogdem nicht gut. Das sind ja lediglich
Futterlartoffeln. Wir würden gerne für das
Pfund ein paar Pfennige mehr bezahlen, wenn
wir dafür eine gute Ware bekommen könnten.
Da anderes Gemüse fast nicht mehr in Betracht
lommt, sollte doch wenigstens die Kartofsel
gut sein. Auch wäre es vortellhafter, die
Kartoffeln nicht gemischt zu llefern, da rote
und gelbe Sorten ungleich gar lochen.“ Uehn
liche Stimmen sind auch pon anderer Seite!
laut geworden. So weit möglich, werden sie
sicherlich Beachtung finden.
uns „eine ver-
Handel, Jnduflrie und Gewerbe.
Bayer. Handelsbaunk München. Der
Geschäftsbericht bezeichnet das geschäftliche Ergebnis
des Jahres 1915 als durchaus befriedi.
gend. Die Erträgnisse bielten sich auf der Hähe
des Vorjahres und gestatten nach Berncksichti.
gung der unausbleiblichen Wertminderungen
und Vornahme entsprechender Rücistellungen
nieder die Verteilung von 7 Prozent Dididende.
Der bilanzmäßige Reingewinn beträgt
4302 338 Mk. (i. B. 5577 812 Mk.) Ein !8
gleich für Kriegsverluste wurde in Höhe vo
450 000 Mk. vor der Feststellung des ban
mähigen Reingewinnes ausgeschieden. Die Einlagen
aul vrovisionelreie Nechnung nahmen um
rund 7.2 Mill. Ml., die sonstigen Kreditoren
um rund 15 Mill. Mark zu (i. V. 212 Mill.
bezm. 6 Mill. Ml.). Beides leunzeichnet die
auherordentliche Geldflüssigleit und das ungemöhnlich
große Anlagebedürfnis des Berichtsjahres,
zugleich aber auch den glänzenden Geschäftsgang
in vielen Zweigen von Handel und
Industrie. Die Vank sowie ihre Filialen brachlen
von der zweiten und dritten Kriegsanleihe
einen Betrag von rund 130 Mill. Mk. unter.
Die Hypothekenableilung ließ nach wie vor den
Schuldnern die Wahl zwischen 4½ Prozent
Zinsfuß mit einem auf Grund des Kurses der
4proz. Pfandbriese berechneten natürlich hohen
Abzuge, und 5 proz. Zinsfuß mit einer entsprechend
niedrigeren Provision. d ganzen
hat seit Kriegsausbruch die Bank bis Ende
Januar 1916 an Hypothelen 565 Darlehen mit
rund 17 Mill. Mi. neu bewilligt, darunter in
erheblichem Umsange lkleine Darlehen und Darlehen
auf Kleinwohlnungsbauten. Die Bank betont,
daß sie den Schuldnern, die bei der Zinszahlung
in Verzug lamen, fortgesect unter bereitmilligstem
Eingehen auf die Einzelverhältnisse
besondere Aufmerksamleit zugewendet habe.
Daß diese Bemühungen nicht erfolglos waren,
wird u. a. dadurch bestätigt, daß die Zahl der
Zwangsverfteigerung= und Zwangsverwaltungsverfahren
sich gegenüber dem Vorjahre
verringert hat und nüt zusammen 42 Fällen
von der Gesamtzahl der rund 7400 Schuldner
nur einen verschwindenden Bruchleil ausmacht.
Auch bei der Darlehensprolongaotion hat die
Bank wieder weilgehendes Entgegenkommen
wallen lassen lönnen. Der gesamte Darlehenslestand
belief sich am 31. Dez. 1915 auf rund
4229 Mill. Mk. gegen 413,3 Mill. Mk. im
Vorfahr. Es entfallen davon nicht ganz zwei
Drittel auf Bayern, etwas mehr als ein Drittel
auf Städte außerhalb Bayerns. Vom gesamten
Darlehensbesland der Bank entfallen rund G
Prozent auf Amortisationsdarlehen; von ihren
städtischen Hypotheken sind rund 61 Prozent
auf diese Weise von seiten der Bank unkündbar
gemacht und nur 39 Prozent sind kündbate
Zinshypotbelen. Landwirtschaftliche Darl
lsämtlich in Bayern gelegen, hatte die
21,5 Mill. Mk. auf 1593 Liegenschaften m
stehen. Der Mlandbriesumlauf hat sich pon 402
auf 410 Mill. Ml. vermehrt. Wie schon gemeldet,
soll eine Dividende von 7 Proz. ver-#leilt
werden.
—.5
München, 3. März. Der hiesige Schlachtviehmarkt
am Freitag, den 3. März, hatte ein
Gesamtangebot von 4279 Schlachttieren und
wWar: 203 Ochsen, 47 Bullen, 533 Kühe, 178
Jungrinder, 2294 Kälber, 431 Schweine, 241
Schafe, 152 Lämmer. Der Grohßviehmarkt hatte
um rund 160 Stücke schwächeres Angebot als
vorigen Freitag. Der Geschäftsgang gestaltete
sech etwas schleppend, weil neuerlich der Versuch
gemacht wurde, höhere Preise zu erzielen. In
der Hauptsache galten der Zentner Lebend.
gewicht: Ochsen 85-—110 Mark, Bullen 80—102
Mark, Kühe und Kalbinnen 60 104 Mark,
und Jungvieh 53—79 Mark. Der Kälbermarkt
hatte um rund 150 Stücke größere Zufuhr als
vorigen Freitag. Bei sehr lebhafter Kauflust
wurde trotz weiter anziehender Preise der ganze
Vorrat binnen kurzer Zeit geräumt. In der
Hauptsache galten lebende Tiere 102—110
Mark, geschlachtete 120—126 Mark der Zentner.
Der Schweinemarkt hatte auch heute äußerst
schwaches Angebot und zwar fast durch
wegs schwere Tiere. Der für den Platzbedorf
vorhandene Teil war bei sehr lebhafter Nach
frage zu den nach Gewichtsllassen gesetzlich festgelegten
DLocbtpreisen nen, geräumt. Es galken
lebende Tiere 78—129 Mark, chlachteteIn 111
bis 162 Mark der emnar
hatte um rund 50 Stücke gröhere S#es .
vorigen Freitag. Kauflust auch hier sehr lebhaft,
sodaß ungeachtet weitersteigender Preise
der Vorrat vollständig geräumt werden konnte.
Es galten 9e chlachtete Tiere 105—180 Morl
der Zemter. Im Vergleich zur Vorwoche sind k
dieser Woche wieder nur die mit gesetlichen
Hochstpreisen festgelegten Schweinepreise unverändert
geblieben. à
Tolenlsle. .
G liwater Be
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Loiderding:
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