Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Numnier  86

M—

Dlenstag,  7.  März  1916

 

Kolbermoor,  6.  März.  Im  Hause  des
Herru  Bürgermeisters  Bergmann  ist  unerwartet
tiefe  Trauer  eingekehrt.  Frau  Anna  Bergmann,
geb.  Hirsch,  ist  plötzlich  aus  diesem  Leben  geschieden.
  Am  Samstag  früh  ging  sie  noch  ihrer
täglichen  Beschäftigung  nach,  fühlte  sich  aber
matt  in  den  Beinen.  Als  sie  von  einem  Au
gang  heimkehrte,  verlor  sie  das  Bewußtsein,

kurze  Zeit  darauf  stellte  sich,der  Too  ein.

Ein  Gehirnschlag  setzte  ährem  Leben  ein  vorzeitiges
  Ende.  Frau  Bürgermeister  Bergmann  ist
nur  49  Jahre  alt  geworden.  it  ihrem  Gaiten
lebte  sie  27  Jahre  in  überaus  glücklicher  Ehe,
aus  der  zwei  Söhne  und  fünf  Töchter  hervorgegangen
  sind.  Sie  alle  siehen  trauernd  an  der
Bahre  ihrer  Mutter.  Ein  Stiessohn  steht  als
tapferer  Mitkämpfer  im  Feld.  Für  das  tiefe
Leid,  welches  so  unerwartet  über  sie  hereingebrochen
  ist,  wird  Herrn  Bürgermeister  Bergmann
  und  seinen  Angehörigen,  überall  allseitige
  Teilnahme  enigegengebracht.

Der  nene  Sommerfahrplan.
München,  5.  März.

Am  Dienstag,  11  März,  wird  im  Verkehrsministerium
  der  Bayerische  Landes-Eisenbahnrat
  zu  einer  Tagung  zusammentreten,  um  über
Bayerns  Sommerfahrplan  1916  zu  beraten.
Es  versteht  sich  von  selbst,  daß  seitens  des
Verkehrsamtes  schon  in  langer,  mühsamer  und
sorgfältiger  Winterarbeit  alle  Wünsche  und
Möglichkeiten  für  Zugverbesserungen,  neue  Anschlüsse,
  Einlegung  neuer  Züge  und  was  dergleichen
  mehr  ist,  reiflich  geprüft  und  erwogen
nurden,  so  daß  der  Bayerische  Landes-Eisenrabntat
  einen  sertigen  Entwurf  des  Sommer-=fahrplanes
  1916  zur  Beratung  vorfindet.  Dieser
  Entwurf  besteht  aus  einer  großen  Anzahl
von  Streckenrerbesserungen  und  enthält  vier
Schnellzugs-,  fünf  Eilzugs-,  26  Personenzugsund
  drei  Nahpersonenzugsveränderungen.

Ganz  allgemein  ist  zu  sagen,  daß  diese  Aenderungen
  darauf  bedacht  sind,  die  Anschlüsse  von
Nebenlinien  an  Hauptlinien  zu  verbessern,  in
den  Hauptlinien  zum  Teil  längst  gewünschte  Verbesserungen
  vorzunehmen,  Bäderzüge  einzulegen,
und  vor  allem  die  segensreiche  Einrichtung  der
Sonntagszüge  in  erhöhterem  Maße  als  im  Vorjahre
  zu  berücksichtigen.  Vor  allem  interessiert
Bayerns  Vallanzug.  Da  heißt  es  im  Entwurf:
„Die  im  Verlauf  des  heurigen  Winters  eingelegten
  Balkanzüge  werden  auch  im  Sommersahrplan,
  und  zuar  wie  im  Winter,  zweimal
nöchentlich,  durchgeführt.  Um  die  für  diese  wichtigen
  Züge  erforderlichen  Lokomotiven  voll  und
in  tunlichst  wirtschaftlicher  Weise  auszunützen,
sind  an  den  Tagen,  an  denen  die  Balkanzüge
nicht  verkehren,  die  Eilzüge  903/928  auf  der
Strecke  Augsburg-Ulm  wieder  vorgesehen.

Im  Jusammenhange  mit  dem  Balkanzuge
steht.  auch  eine  Neuregelung  der  Strecke  München-Rosenheim-Salzburg.
  Da  ist  ein  Schnell.
azug  München-Hbhf.  ab  10  Uhr  vormittags,
an  Salzburg  12.56  Uhr  mittag  neu  vorgesehen.
Er  verkehrt  an  den  Tagen,  an  denen  der  Balkanzug
  unterbleibt.  Durch  diesen  Zug  wird
die  für  oie  Balkanzüge  notwendige  Lokomotive
wirtschasftlicher  ausgenützt  und  eine  für  den
innerbayerischen  Verkehr  (hauptsächlich  Bad
Reichenhall-Berchtesgaden)  und  für  den  Verkehr
  nach  Wien  und  Bad  Gastein  wertvolle
Verbindung  geschaffen.  Da  jedoch  im  Hinblick
auf  die  gegenmärtigen  wirtschafllichen  Verhaltnisie
  von  einer  Zugmehrung  Ab#and  genommen
werden  muß,  wird,  um  diesen  Schnellzug  ohne
Zugmehrung  durchfuhren  zu  lönnen,  auf  der
Strecke  München  Rosenheim  der  Personenzug
813  (München  ab  3.20  Uhr  nachmitlags,  Rosenheim
  an  6.47  Ulr  albends)  und  auf  der
Strecke  Rosenheim-Salzburg  der  Eilzug  61
(Rosenheim  ab  7.06  Uhr  abends,  Salzburg  an
9.05  Uhr  abends)  aufgelassen.  Für  den  nötigen
Ersatz  ist  gesorgt.  Ersatz  für  Zug  813  bieten
der  Nahzug  56895  (München-Ost  ab  4.45  nachmittags)
  und  die  neuen  Aufenthalte  des  Eilzuges
  61  (München  ab  5.38)  auf  der  Strecke
Grafing-Rosenheim,  sowie  für  den  entfallenden
Eilzug  61  auf  der  Strecke  Rosenheim-Salzburg
der  früher  gelegte  Personenzug  817  (bisher  815)
mit  folgendem  Fahrplan:  Nosenheim  ab  7.15
abends,  Salzburg  an  9.40.  Schnellzug  19  (München
  ab  1.27  Uhr,  Rosenheim  an  2.28  Uhr  nachmittags)
  ist  um  13  Minuten  später  gelegt.
Die  Sonntagszüge  829.850  und  855,856  (München
  ab  4.50  bzw.  an  10.50  und  Nosenheim  ab
1.10  bzw.  an  9.24)  sind  wie  im  vorigen  Sommer
  für  den  stärkeren  Ausflugsverkehr  im  Juli
und  August  vorgesehen.  Im  übrigen  ist  durch
Früherlegung  eines  Personenzuges  eine  Neukupen
  ei  Tueeführn.  die  nach  den  mit  der  österreichische
  erwaltung  gepflogenen  Verhandkeschlche
  für  den  Sommer  in  Aussicht  genommen
  ist.

Auf  der  Strede  Rosenheim-Kufstein  zin  die
Personensuge  835  (Rosenheim  ab  11.28  Uhr),
83  und  847  (Rosenheim  ab  7.06  Uhr  Sgekh
wegen  späterer  Ankunft  ihrer  Anschlußzüge  späler
  gelegt;  die  Sonntagszüge  841  und  850  sind
wieder  vorgesehen

Auf  der  Elter  Rosenheim-Holkirchen  ist  vor-Ses
  —  Personenzüge  1354  und  1355

Rosenheim  ab  9.20  Uhr  G□s  Rosenheim
!1  10.  21  Uhr  abends  bäw.  9.58  Uhr  abends)

zwischen  Rosenheim  und  Bad  Aibling
asden  5561|4  geführt.  Personenzug  1357  er- 



 

hält  mit  Rücksicht  auf  den  Anschluß  in  Nosenheim
  an  die  Züge  841  und  855  einen  eigenen
Fahrplan  für  die  Sonn=  und  Feiertage:  Bruckmühl
  ab  12.35  Uhr,  Rosenheim  an  12.58  Uhr.

Sonntagszüge  zwischen  München  und  Rosenheim
  sind  wie  im  vorigen  Sommer  für  die
Monate  Juli  und  August  vorgesehen,  überhaupt
sind  die  Sonntagszüge  ganz  allgemein  mit  Liebe
.  Verständnis  behandelt.

Auf  die  mannigsachen  vorgesehenen  Menderungen
  lleinerer  Sirecken  einzugehen,  fehlt  leider
  der  Raum;  auf  alle  Fälle  beweist  der  Entwurf,
  daß  berechtigte  Verlehrowünsche  tunlichst
Verücksichtigung  gesunden  haben.  Eines  aber
wolle  man  nicht  vergessen:  Wir  haben  doch
Weltkrieg.  Wenn  trotzdem  in  der  Heimat  der
Verlehr  im  Schienenreiche  auf  Haupt--  und
Nelenstrecken  hinter  dem  des  Friedensfahrplancs,

  was  Promptheit,  Sicherheit  und  Schnellaetn
  der  Beförderung  anbelangt.  laum  zurüdsleht,
  so  müssen  wir  dafür  von  Herzen  danklar

  sein.

Sitzung  des  Wagistrats-Mollegium
Rosenheim

 

22.  Februar  1916.

Entsprechend  ven  Antrage  des  Handelegremiums
  wird  der  Monatsgriesbedarf  der  Rosenheimer
  Handelsgewerbetreibenden  auf  300
Jute  geschätzt.

Das  Gesuch  des  Weißbierwirtes  Josef  Schmid
um  die  Konzession  zum  Ausschank  von  Braunbier
  uird  abgewiesen,  da  zum  Ausschank  des
zurzeit  noch  freigegebenen  Braunbieres  schon
ein  Teil  der  biesigen  Braunbierwirtschaften  genügen
  würde  und  daher  eine  weitere  Schausstätte
  für  Braunlier  zurzeit  in  Rosenheim  geradezu
  überflüssig  ist.

Genehmigt  wird  das  Gesuch  der  Näherin
Kath.  Gabler  und  des  Schmiedmeisters  Josef
Silbernagl  um  die  Befugnis  zur  Anleitung  von
Lehrlingen.

Gegen  die  Festsetzung  des  Voranschlages  der
Distriltosparlasse  Rosenheim  für  1916  mit  Mil.
720450  in  Eimahmen  und  Ausgaben  besteht
leine  Erinnerung.

Die  Firma  J.  Heinritzi  wird  in  stels  widerruflicher
  Weise  als.  Kommissär  des  Kommunal-=verbandes
  Nosenheim,  Stadt  für  Saatgetreide
aufgestellt.  Die  Bedingungen  des  Kommunalverbandes
  Rosenheim-Land  finden  entsprechende
Anwendung.

Das  Gesuch  der  Brotfabrik  Bartmann  in
Landshut  um  Befürwortung  eines  Antrages
auf  Weiterlieferung  von  Mehl  zur  Herstellung
von  marlkenfreiem  Brot  wird  abgelehnt,  da  die
Algabe  von  marlkenfreiem  Brot  durch  die  Filiale
  einer  Firma  zu  einer  einseiligen  Begünstigung
  der  Kundschaft  eines  Geschäfts  führt.

Das  Gesuch  eines  Brauereibesitzers  um  Lieserung
  von  4000  Zentnern  Kunsteis  durch  die
städtische  Kühlanlage  im  Laufe  des  Jahres
kann  nicht  berücksichtigt  rerden,  da  die  Ma
schine  im  Tage  bei  zehnstündigem  Betrieb  nur
rund  17  Zentner  Eis  erzeugen  kann,  eine  Menge,
die  besonders  bei  den  heurigen  Witterungsverhällnissen
  kaum  ausreichen  wird,  die  bisherigen
  ständigen  Kunden  zu  befriedigen.  Sollte
nach  Befriedigung  der  bisherigen  Abnehmer
Kunfteis  verfügbar  sein,  so  lann  dieses  zu  den
festgesetzten  Gebuhren  abgegeben  werden.

#-.
uS  4
Rosenheim,  6.  Mäz.

Auszeichnungenim  Feldec.  Mil  Frende
vernahm  der  Weiler  Egg  bei  Halfing  die
Kunde,  daß  der  Martlbauerssohn  Martin  Reif
mit  dem  Militärverdienülreuz  3.  Klasse  mit
Schwertern  ausgcezeichnet  wurde.  Außer  Marltin
  stehen  noch  zuei  Söhne  des  Oelonomen  Reif
für  Deutschlands  Ehre  in  Feindesland;  ein  vierter
  starb  bereits  den  Heldentod  fürs  Valerland.
Mögen  die  anderen  drei  heil  aus  den  Kriegswirren
  in  die  Heimat  zurücklehren!

Hoher  Besuch  auf  dem  Wendelstein.
Am  Sonntag  weilte  auch  Herzogin  Karl  Theodor
  auf  dem  Wendelstein.  Sie  traf  dort  mit
dem  kleinen  Erbprinzen  und  der  Gräfin  v.  Törring-Jettenbach
  zusammen,  mit  denen  dann  gemeinsam
  die  Rückreise  angetreten  wurde.  Den
hohen  Herrschaften  hat  es  auf  dem  Wendelstein
so  gut  gefallen,  daß  ein  längerer  Aufenthalt
auf  seinen  Höhen  für  die  nächste  Zeit  in  Aussicht
  genommen  ist.  Herrn  Fuchs  gegenüber
sprachen  die  hohen  Herrschaften  warme  Anerlennung
  aus.  Das  gestern  in  Rosenheim  verbreitete
  Gerücht,  daß  die  Wendelsteinbahn  wegen
  großen  Schneefalles  zeitweise  den  Betrieb
dag  einstellen  müssen,  ist  frei  erfunden.

oltor-Promotion.  An  der  Universität
  Erlangen  erwarb  sich  auf  Grund  einer  mathematischen
  Arbeit  aus  dem  Gebiete  der  Algebra
  mit  der  ersten  Note  „summa  cum  laude“
die  philosophische  Doktorwürde  der  oortige  Reallehrer
  an  der  Lehrerinnenbildungsanstalt  Herr
Füih  Kibelmam  aus  Rosenheim.  Unser  Elück-Der

  große  Wohltätigkeitsabend,.
den  die  „Harmonie“  veranstaltet,  findet  heute
abend  im  Saale  des  Hotels  „Deutscher  Kaiser“
statt.  Die  für  den  Abend  —  Vortragsfolge
  ist  außerordentlich  reich  und  vielseitig,  so
daß  deren  Abwickelung  mit  größtem  Interesse

 

 

entgegengesehen  wird.  Ebensogroß  ist.  das  Interesse
  an  der  Veranstaltung  selbst.  Der  Vorverlauf
  der  Eintriltslarten  hat  sich  sehr  gut
angelassen,  doch  werden  Nachzügler  noch  an  der
Abendlasse  ihren  Bedarf  decken  tönnen.  Wir
machen  nochmals  darauf  aufmerksam,  daß  die
Veranstaltung  ganz  der  Kriegs=  und  Säuglingsfürsorge
  geu#idmet  ist.

Das  kath.  Kasino  hat  für  Sonnlag  seine!
Mitglieder  zur  Generalversammlung  eingeladen.

In  seiner  Begrüßungoansprache  wies  der  Vorsitzende,

  Herr  Abg.  Rueborsser,  namentlich  auf

den  Ernst  der  Zeit  hin,  der  es  geboten  erscheinen

  ließ,  die  sonst.  am  Faschingssonntag  übliche:

JFamilienunterhaltung  Bheuer  durch  die  Generalversammlung
  zu  ersetzen.  Die  Erledigung  der
Tagesordnung  nahm  einen  glatten  Verlauf.
Nach  dem  Kassenbericht  Batie  das  abgelausene

Jahr  1281.31  Ml.  Einnahmen  und  319.51
Mark  Ausgaten,  so  daßz  ein  Altivrest  von  Ml.
461.80  verbleibt.  Die  Jahl  der  Mitglieder  hat
sich  auf  316  erhöhl.  Die  Vorstands  wahlen  ergaben
  leine  Aenderungen;  die  Herren  Abg.  Ruedorffer
  alo  erster  Vorsivender,  Geistl.  Rat
Stadtpsarrer  Geßl  als  zu  eiter  Vorsitzender,
Bäckermeister  Finsterwalder,  Vorstand  des  Kollegiums
  der  Gemeindebevollmächtigten,  als
Schriftführer  und  Hasnermeister  Gradl  als
Kassier  lleiben  auch  im  neuen  Jahre  in  ihren
Aemtern.  Hervorzuheben  ist  noch  ein  Beschluß,
laut  welchem  von  den  Erübrigungen  des  Jahres
1915  der  Betrag  von  200  Mk.  zur  Beichmng
der  vierten  Kriegsanleihe  verwendet  wird.
Vorstandschaft  uurde  der  Dank  für  die  Möhewaliung
  im  letzten  Jahre  ausgesprochen,  namentlich
  dem  erilen  Vorsitzenden  für  seine  instrulliven
  Kriegerorträge.

Der  Militäranuärter-Zweigverein
  Rosenheim  bhielt  am  Samstag  in  seinem
  Vereinslokal  im  „Brüu  am  Anger“  die
Jahresversammlung  ab,  welche  im  Verhältnis?
zu  den  im  Kriegsdienst  befindlichen  29  Milgliedern
  sehr  gut  besucht  war.  Der  Vorsitzende
barf  einen  lurzen  Rückblid  aus  die  Tätigleit.
im  algelausenen  17.  Vereinsjahr  und  gedachte
der  vielseitigen  Erfolge  unserer  tapferen  Armee
und  Marince  gegen  unsere  vielen  Feinde.  Von
den  in  Kriegsdiensten  stehenden  Mitgliedern  befinden
  sich  1  alo  Feuermerloleutnant  d.  L.,
als  Lazarett-  Oberinspettor,  15  als  Feldwebelleutnant,
  12  als  O  fizierostellvertreter  und  Aus-Uildungsunteroffiziere
  unter  den  Fahnen.  Hievon
  hatben,  soriel  dem  Zuweigverein  belannt,
3  das  Ciserne  Kreuz  2.  Klasse,  6  das  bayer.
Militärverdienstkreuz  1.  Klasse  mit  Schwertern
erhallen.  Von  den  vom  Bund  deutscher  Militäranwärter
  zum  Kriegodienst  eingerückten  Kameraden
  nurden  265  zu  Leutnants,  142  zu
Zeug=  und  Feuerwerksleutnants,  6536  zu  Feldwebelleutnants
  ernannt;  darunter  befinden  sich
361  Militäranwärter,  welche  mit  der  Führung
einer  Kompanie  betraut  wurden.  33  haben  das
Eiserne  Kreuz  1.  Klasse  und  3125  jenes  2.  Kl.
erhallen,  ein  Beweis,  wie  zahlreich  unsere  allen
Umerofsiziere  am  Wellkriege  teilnehmen  und
inhre  Tätigleit  anerkannt  wird.  577  erlitten  bereits
  den  Heldentod.  Mögen  alle  übrigen  gesund
  und  siegreich  zu  ihren  Familien  zurückwährend
  des  Krieges  die  Leilung  des  Vereins.

Andie  Vereine  in  Stadt  und  Land
sei  in  dieser  Stunde  eine  ernste  Mahnung  gerichlet.
  Erfahrungsgemäß  verfugen  sie  über  lleinere
  und  größere  Kapitalien.  Die  vierte  deulsche
  Kriegoanleihe  bieiet  ihnen  vorzügliche  Anlegewerte
  mit  bester  Verzinsung.  Deshalb  itt  es
in  Erfüllung  einer  vaterländischen  Pflicht  gebolen,

  daß  alle  Vereinsvorftände  bei  Jeiten
Schrille  tun,  um  die  Zustimmung  des  Vereins
zut  Zeichnung  zu  sichern.  Das  Kath.  Kasino

NRosenheim  hat  mit  200  Mark  in  seiner  gestrigen
  Generalversammlung  bereils  den  Anfang
gemacht.  Es  wird  uns  freuen,  wenn  wir  von
ähnlichen  Beschlüssen  auch  der  anderen  Vereine
  berichten  können.  Auch  die  Vereinsgelder  gehören
  in  dieser  erusten  Zeit  dem  Vaterlande!

ie  Fragebogen  über  den  Kartofselbedarf,
  velche  mit  der  neuen  Brot-=  und
Mehltarte  hinausgegeben  wurden,  müssen  bis
spälestens  morgen  Dienstag,  den  7.  März,  ausgefüllt
  in  der  Mehlverteilungsstelle  im  großen
Rathaussaal  abgeliefert  werden.  Spätere  Anmeldungen
  können  nicht  berücksichtigt  werden.

*  scheint  eine  gewisse  Zurückhaltung  obzuwal-5
  weil  Klagen  über  die  Güte  der  von  der
Stadt  gelieferten  Karlofseln  bestehen.  Wenigstens
  sind  sie  in  Zuschriften  an  uns  zum  Ausdruck
  gelommen.  So  schreibt
zweifelte  Hausfrau“  u.  a.:  „Ich  möchte  Sie
bitten,  einmal  die  Frage  aufzüwerfen,  warum
vom  Magistrat  so  schlechte  Ware  an  Kartoffeln
verlauft  wird.  Wenn  ich  von  einem  Pfund,
das  ungefähr  vier  Pfennige  kostet,  mehr  wie
die  Hälfte  wegwerfen  muß,  kommt  das  Pfund
auf  sechs  und  acht  Pfennige,  und  die  Kartoffel
ist  trogdem  nicht  gut.  Das  sind  ja  lediglich
Futterlartoffeln.  Wir  würden  gerne  für  das
Pfund  ein  paar  Pfennige  mehr  bezahlen,  wenn
wir  dafür  eine  gute  Ware  bekommen  könnten.
Da  anderes  Gemüse  fast  nicht  mehr  in  Betracht
  lommt,  sollte  doch  wenigstens  die  Kartofsel

  gut  sein.  Auch  wäre  es  vortellhafter,  die

Kartoffeln  nicht  gemischt  zu  llefern,  da  rote
und  gelbe  Sorten  ungleich  gar  lochen.“  Uehn
liche  Stimmen  sind  auch  pon  anderer  Seite!
laut  geworden.  So  weit  möglich,  werden  sie
sicherlich  Beachtung  finden.

uns  „eine  ver- 



Handel,  Jnduflrie  und  Gewerbe.

Bayer.  Handelsbaunk  München.  Der
Geschäftsbericht  bezeichnet  das  geschäftliche  Ergebnis
  des  Jahres  1915  als  durchaus  befriedi.
gend.  Die  Erträgnisse  bielten  sich  auf  der  Hähe
des  Vorjahres  und  gestatten  nach  Berncksichti.
gung  der  unausbleiblichen  Wertminderungen
und  Vornahme  entsprechender  Rücistellungen
nieder  die  Verteilung  von  7  Prozent  Dididende.
  Der  bilanzmäßige  Reingewinn  beträgt
4302  338  Mk.  (i.  B.  5577  812  Mk.)  Ein  !8
gleich  für  Kriegsverluste  wurde  in  Höhe  vo
450  000  Mk.  vor  der  Feststellung  des  ban
mähigen  Reingewinnes  ausgeschieden.  Die  Einlagen
  aul  vrovisionelreie  Nechnung  nahmen  um
rund  7.2  Mill.  Ml.,  die  sonstigen  Kreditoren
um  rund  15  Mill.  Mark  zu  (i.  V.  212  Mill.
bezm.  6  Mill.  Ml.).  Beides  leunzeichnet  die
auherordentliche  Geldflüssigleit  und  das  ungemöhnlich
  große  Anlagebedürfnis  des  Berichtsjahres,
  zugleich  aber  auch  den  glänzenden  Geschäftsgang
  in  vielen  Zweigen  von  Handel  und
Industrie.  Die  Vank  sowie  ihre  Filialen  brachlen
  von  der  zweiten  und  dritten  Kriegsanleihe
einen  Betrag  von  rund  130  Mill.  Mk.  unter.
Die  Hypothekenableilung  ließ  nach  wie  vor  den
Schuldnern  die  Wahl  zwischen  4½  Prozent
Zinsfuß  mit  einem  auf  Grund  des  Kurses  der
4proz.  Pfandbriese  berechneten  natürlich  hohen
Abzuge,  und  5  proz.  Zinsfuß  mit  einer  entsprechend
  niedrigeren  Provision.  d  ganzen
hat  seit  Kriegsausbruch  die  Bank  bis  Ende
Januar  1916  an  Hypothelen  565  Darlehen  mit
rund  17  Mill.  Mi.  neu  bewilligt,  darunter  in
erheblichem  Umsange  lkleine  Darlehen  und  Darlehen
  auf  Kleinwohlnungsbauten.  Die  Bank  betont,
  daß  sie  den  Schuldnern,  die  bei  der  Zinszahlung
  in  Verzug  lamen,  fortgesect  unter  bereitmilligstem
  Eingehen  auf  die  Einzelverhältnisse
  besondere  Aufmerksamleit  zugewendet  habe.
Daß  diese  Bemühungen  nicht  erfolglos  waren,
wird  u.  a.  dadurch  bestätigt,  daß  die  Zahl  der
Zwangsverfteigerung=  und  Zwangsverwaltungsverfahren
  sich  gegenüber  dem  Vorjahre
verringert  hat  und  nüt  zusammen  42  Fällen
von  der  Gesamtzahl  der  rund  7400  Schuldner
nur  einen  verschwindenden  Bruchleil  ausmacht.
Auch  bei  der  Darlehensprolongaotion  hat  die
Bank  wieder  weilgehendes  Entgegenkommen
wallen  lassen  lönnen.  Der  gesamte  Darlehenslestand
  belief  sich  am  31.  Dez.  1915  auf  rund
4229  Mill.  Mk.  gegen  413,3  Mill.  Mk.  im
Vorfahr.  Es  entfallen  davon  nicht  ganz  zwei
Drittel  auf  Bayern,  etwas  mehr  als  ein  Drittel
auf  Städte  außerhalb  Bayerns.  Vom  gesamten

Darlehensbesland  der  Bank  entfallen  rund  G
Prozent  auf  Amortisationsdarlehen;  von  ihren
städtischen  Hypotheken  sind  rund  61  Prozent
auf  diese  Weise  von  seiten  der  Bank  unkündbar
gemacht  und  nur  39  Prozent  sind  kündbate
Zinshypotbelen.  Landwirtschaftliche  Darl
lsämtlich  in  Bayern  gelegen,  hatte  die
21,5  Mill.  Mk.  auf  1593  Liegenschaften  m
stehen.  Der  Mlandbriesumlauf  hat  sich  pon  402
auf  410  Mill.  Ml.  vermehrt.  Wie  schon  gemeldet,
  soll  eine  Dividende  von  7  Proz.  ver-#leilt
  werden.

 

—.5
München,  3.  März.  Der  hiesige  Schlachtviehmarkt
  am  Freitag,  den  3.  März,  hatte  ein
Gesamtangebot  von  4279  Schlachttieren  und
wWar:  203  Ochsen,  47  Bullen,  533  Kühe,  178
Jungrinder,  2294  Kälber,  431  Schweine,  241
Schafe,  152  Lämmer.  Der  Grohßviehmarkt  hatte
um  rund  160  Stücke  schwächeres  Angebot  als
vorigen  Freitag.  Der  Geschäftsgang  gestaltete
sech  etwas  schleppend,  weil  neuerlich  der  Versuch
gemacht  wurde,  höhere  Preise  zu  erzielen.  In
der  Hauptsache  galten  der  Zentner  Lebend.
gewicht:  Ochsen  85-—110  Mark,  Bullen  80—102
Mark,  Kühe  und  Kalbinnen  60  104  Mark,
und  Jungvieh  53—79  Mark.  Der  Kälbermarkt
hatte  um  rund  150  Stücke  größere  Zufuhr  als
vorigen  Freitag.  Bei  sehr  lebhafter  Kauflust
wurde  trotz  weiter  anziehender  Preise  der  ganze
Vorrat  binnen  kurzer  Zeit  geräumt.  In  der
Hauptsache  galten  lebende  Tiere  102—110
Mark,  geschlachtete  120—126  Mark  der  Zentner.
  Der  Schweinemarkt  hatte  auch  heute  äußerst
  schwaches  Angebot  und  zwar  fast  durch
wegs  schwere  Tiere.  Der  für  den  Platzbedorf
vorhandene  Teil  war  bei  sehr  lebhafter  Nach
frage  zu  den  nach  Gewichtsllassen  gesetzlich  festgelegten
  DLocbtpreisen  nen,  geräumt.  Es  galken
lebende  Tiere  78—129  Mark,  chlachteteIn  111
bis  162  Mark  der  emnar
hatte  um  rund  50  Stücke  gröhere  S#es  .
vorigen  Freitag.  Kauflust  auch  hier  sehr  lebhaft,
  sodaß  ungeachtet  weitersteigender  Preise
der  Vorrat  vollständig  geräumt  werden  konnte.
Es  galten  9e  chlachtete  Tiere  105—180  Morl
der  Zemter.  Im  Vergleich  zur  Vorwoche  sind  k
dieser  Woche  wieder  nur  die  mit  gesetlichen
Hochstpreisen  festgelegten  Schweinepreise  unverändert
  geblieben.  à

Tolenlsle.  .
G  liwater  Be
—  t  —
Loiderding:
rr  ’*  eister
i
u  n  —  Hausbesitzer  in  *