Full text : Von Luther zu Bismarck. Erster Band. (1)

Gesichtspunkte  für  die  Bemessung  der  Hausarbeit.
A.  Allgemeines

Die  Minderung  der  kschemschen  Lehrstunden  soll  nicht
eine  Vermehrung  der  Hausarbeit  zur  Folge  haben  condern  jener
Verlust  durch  eine  bessere  Lehrmethode  ausgegli  en  werden.
Unter  letzterer  Voraussetzung  und  s3t  Verringerung  des  Gedächtnisstoffes
  scheint  sogar  eine  gewisse  Beschränkung  der  bisher
  geforderten  Hausarbeiten  angängig.

war  wird  unsere  Jugend  schon  von  frühe  an  durch  eine
geregelte,  auf  Schule  und  Haus  planmäßig  vertheilte  Arbeit
zu  strenger  Pflichterfüllung  zu  erziehen  sein,  indessen  dürfen
die  körperlichen  Vorbedingungen  einer  normalen,  den  verschiedenen
  Altersstufen  entsprechenden  geistigen  Thätigkeit  nicht
unbeachtet  bleiben.  Insbesondere  kommt  hierbei  der  Inhalt
und  der  Umfang  der  in  Schule  und  Haus  geforderten  Arbeit
in  Betracht.  Nachdem  die  Schularbeit  auf  den  unteren  und
oberen  Stufen  nach  den  Lehrplänen  und  Lehraufgaben  bereits
eine  Einschränkung  erfahren  hat,  wird  nunmehr  zu  erwägen
gin  wie  weit  dies  auch  bezüglich  der  Hausarbeit  zu  ermögichen
  ist.

anr  Grenzen  dessen,  was  auf  der  unteren,  mittleren  und
oberen  Stufe  unserer  höheren  Schulen  an  Schul=  und  Hausarbeit
  zusammen  zu  fordern  sei,  hat  die  Wi  enschaftliche  Deputation
  in  ihrem  Gutachten  vom  19.  Dezember  1883  vorsichtig
gezogen.  aber  nur  für  die  höheren  Klassen  die  Arbeitszeit  ausich

  auf  8  Stunden  täglich  normirt.  Die  betreffende  Hessische
Verordnung  bestimmt  als  äußerstes  zulässiges  Maß  der  Hausarbeit
  für  Vorschulen  30—40  Minuten,  für  VI  und  V  1  Stunde,
IV  und  III  B  2,  III  A  und  IIB  27½  IIA—I  A  3  Stunden
tählich  Aehnlich  das  ärztliche  Gutachten  für  Elsaß-Lot  rinseen.

e  diese  Einzelfestsetzungen  haben,  wie  die  issingt  aftliche
Deputation  seiner  Zeit  mit  Recht  bemerkte,  etwas  Mechanisches
und  erleiden  erfahrungsmäßig  vielfache  Abweichungen.  Die