Full text : Geschichte der königlich Preußischen Armee. Band IV. (4)

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formationen,  Telegraphen=  und  Luftschifferformationen,  Artillerie-=und
  Pionier-Belagerungsformationen.

Ein  Armeekorps  bestand  aus  zwei  Infanteriedivisionen,  einem
Bataillon  schwerer  Feldhaubitzen,  einer  Fernsprechabteilung,  einem
Scheinwerferzug,  einer  Fliegerabteilung,  den  Munitionskolonnen
und  Trains.  Eine  Infanteriedivision  hatte  zwei  Infanteriebrigaden
zu  2  Regimentern  (je  3  Bataillone  und  1  M.  G.  K.),  ein  Kavallerieregiment
  zu  4  (beim  III.,  IV.,  VII.,  IX.,  X.,  XI.  Armeekorps  zu  3)
Eskadrons,  eine  Feldartilleriebrigade  zu  2  Regimentern  zu  2  Abteilungen
  (je  3  Batterien),  1—2  Feldpionierkompagnien,  einen  Divisionsbrückentrain
  und  1-2  Sanitätskompagnien.  Das  einer  Infanteriebrigade
  zugeteilte  Jägerbataillon  wurde  meist  schon  für  den  Grenzschutz
  während  des  Aufmarsches  oder  mit  Beginn  der  Operationen
abgezweigt  und  der  Heereskavallerie  zugeteilt.  Die  Gesamtstärke
eines  Armeekorps  in  normaler  Zusammensetzung  (25  Bataillone,
8  Eskadrons,  24  Feld=  und  4  schwere  Batterien)  betrug  einschl.
Munitionskolonnen  und  Trains  1554  Offiziere,  43317  Mann  mit
16934  Pferden  und  2933  Fahrzeugen.  Die  Stärke  der  fechtenden
Truppen  des  Armeekorps  belief  sich  auf  1279  Offiziere,  37321  Mann.

Ein  Reservekorps  war  ähnlich  zusammengesetzt,  seine  beiden
Divisionen  hatten  aber  nur  je  3  Eskadrons  und  je  6  Batterien,  es
besaß  keine  schwere  Artillerie,  auch  fehlten  ihm  die  Fliegerabteilung
und  der  Scheinwerferzug,  die  Zahl  der  Munitionskolonnen  und  Trains
war  demgemäß  geringer,  ein  Korpsbrückentrain  nicht  vorhanden.
Die  Gesamtstärke  (25  Bataillone,  6  Eskadrons,  12  Batterien)  betrug
1234  Offiziere,  34  361  Mann  mit  9957  Pferden  und  1835  Fahrzeugen,
  darunter  an  fechtenden  Truppen  1074  Offiziere,  33173  Mann.

Eine  Kavalleriedivision  bestand  aus  drei  Kavalleriebrigaden  zu
2  Regimentern,  also  24  Eskadrons,  einer  reitenden  Abteilung  zu
3  Batterien  mit  12  Geschützen,  einer  Maschinengewehrabteilung,  einer
Pionierabteilung  und  einer  Nachrichtenabteilung  mit  zusammen
301  Offizieren,  5284  Mann,  5932  Pferden  und  271  Fahrzeugen.

An  der  Westfront  wurden  die  1.—7.  Armee  oder  22  Armeekorps,
12  Reservekorps,  10  Kavalleriedivisionen  (unter  4  Höheren  Kavalleriekommandeuren)
  und  17½  Landwehrbrigaden  versammelt,  im
ganzen  950  Bataillone,  498  Eskadrons,  744  Feld=  und  129  schwere
Batterien  oder  rund  1600000  Mann.  Die  Hauptreserven  der  Festungen
  Straßburg  und  Metz  (je  eine  Reservedivision)  konnten  herangezogen
  werden.

Ost=  und  Westpreußen  sollte  die  8.  Armee  schützen.  Sie  umfaßte
3  Armcekorps,  1½  Reservekorps,  eine  Kavalleriedivision  und  3  Landwehrbrigaden,
  im  ganzen  129  Bataillone,  67  Eskadrons,  99  Feldund
  12  schwere  Batterien  oder  rund  200000  Mann.  Die  Kriegsbesatzungen
  von  Königsberg  und  den  Weichselfestungen,  die  zum
großen  Teil  herangezogen  werden  konnten,  sind  dabei  nicht  mitberechnet.

  In  Schlesien  stand  das  Landwehrkorps  mit  34  Bataillonen,
Jany,  Geschichte  der  Königl.  Preuß.  Armee.  22