Metadata : Geschichte der Hohenzollern.

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zur  Erneuerung  der  Schlacht  bereit,  namentlich  drängten  bie  preußischen  Generale
  darauf;  aber  es  fehlte  auch  an  Schießbedarf,  ein  Zeichen,  wie  mangelhaft
  noch  alle  Heeresanstalten  waren,  und  so  mußte  der  Rückzug  angetreten
werden.

Napoleon  wußte  den  theuer  erkauften  Sieg  bei  Groß-  Görschen  oder,
wie  ihn  die  Franzosen  nennen,  von  Lützen,  weil  dieser  Ort  im  Rücken  der
Verbindung  vom  General  Lauriston  besetzt  war,  vortrefflich  für  seine  Zwecke
zu  benutzen,  um  die  deutschen  Bundesgenossen  in  ihren  Verpflichtungen  gegen
ihn  festzuhalten.  Ein  drohender  Brief  an  den  König  von  Sachsen,  der  sich
nach  Prag  begeben  hatte,  rief  den  geschreckten  Monarchen,  detn  die  Wahl
zwischen  Rückkehr  und  Absetzung  gestellt  war,  wieder  auf  Napoleon's  Seste.
Ein  Theil  seiner  Truppen  vereinigte  sich  mit  den  Franzosen;  die  Besatzung  und
die  großen  Vorräthe  von  Torgau  verstärkten  seine  militärische  Stellung,  nur  der
General  von  Thilemann,  der  nicht  gegen  sein  Vaterland  fechten  wollte,  ging
zu  den  Verbündeten  über  und  erhielt  Anstellung  von  dem  Kaiser  Alerander.

Unterdessen  waren  die  Rüstungen  in  Preußen  ununterbrochen  fortgesetzt
worden.  Schon  war  es  nicht  mehr  die  Landwehr  allein,  welche  überall  in
Leben  trat  und  mit  ihrem  Abzeichen:  „Mit  Gott  für  König  und  Vaterland!“
den  lebhaftesten  Antheil  bei  den  großen  Massen  erregte,  sondern  es  trat  auch
der  Gedanke  einer  allgemeinen  Bewaffnung,  wie  in  Frankreich  im  Jahre  1795,
unter  dem  Namen  des  Landsturmes,  hervor.  Am  21sten  April  wurde  eine
Verordnung  über  denselben  erlassen.  Alles,  was  außer  den  im  Heere  dienenden
  Wehrmännern  noch  die  Waffen  zu  tragen  vermochte,  bis  zum  sechszipften
Jahre,  ward  zur  Abwehr  des  Feindes  vom  Heerde  berufen.  Diese  unzähligen
Massen,  in  Berlin  allein  wurden  40,000  Mann  aufgezeichnet,  rüsteten  sich,
jeder  nach  seinem  Vermögen,  wenigstens  mit  einer  Plke  und  übten  sich,  so  weit
es  der  Beruf  erlaubte,  in  der  Führung  der  Waffen  und  den  kriegerischen  Bewegungen.
  Wenn  auch  im  Allgemeinen  nicht  viel  von  einem  solchen  militärischen
  Institute  für  den  großen  Gang  des  Krieges  zu  hoffen  war,  so  blieb  es
doch  in  einzelnen  Fällen  nicht  ohne  wohlthätige  Wirkung,  da  sie  wenigstem
altz  Schutz,  Streifpartieen  von  ihrer  Heimath  abzuhalten,  und  zur  Ablssungz
der  Feldtruppen  beim  Transport  der  Gefangenen  angewendet  werden  konmen.
JFedenfalls  wirkte  diese  allgemeine  Volksbewaffnung  auf  Erhebung  des  kriegerischen
  Sinnes.

Das  Hauptheer  der  Verbündeten  ging  nach  Dresden  und  von  dort  noch
ostwärts  nach  Schlesien  hin  zurück,  in  guter  Ordnung  und  stets  zum  Gesecht
mit  den  nachrückenden  Feinden  bereit.  Eine  Heeresabtheilung  unter  dem  Wenetal
  Bülow,  welche  an  dem  Tage  der  Schlacht  Halle  siegreich  erstürmt  hatte,
war  auf  Berlin  zurückgegangen,  um  die  Hauptstadt  zu  decken.

Napoleon  hatte  den  bei  Groß-Görschen  errungenen  Sieg  weit  überschätzt,
  wenn  er  in  seinen  Bülletins  als  eine  unmittelbare  Folge  desselben  die
Eroberung  der  Oderlinie  verkündigte;  denn  schon  an  den  Ufern  der  oberen