Full text : Die slawischen Siedelungen im Königreich Sachsen mit Erklärung ihrer Namen.

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Kirchfeld,  nämlich  zur  Kirche  von  Kaditz  gehörig.  Vergl.  Zerkwitz,
Zirkwitz,  Zerkowitz,  Zirkowitz,  Cirkovice  oder  Kirchbach  Kärnt.,
Crkovec  Kroat.,  mehrere  Cerekvice  und  Cirkvice  Böhm.  u.  s.  w.
MO.  II,  12.

asl.  éaja,  Cajka,  tsch.  Eejka,  p.  czajka,  ow.  Séawica,
Sscejca  der  Kiebitz.

Zschauitz  b.  Großenhain,  1412  Czawicz,  1474  Tschawticz,  —
Gajica,  scawice  Kiebitzfeld  (14];  das  Dorf  liegt  am  Kiebitzenberg
(ein  solcher  findet  sich  auch  bei  Riesa).  —  Zschauitz  b.  Rochlitz.
—  Zschaitz  b.  Döbeln,  1046  castellum  Zawiza,  1071  in  burcwardo
Ziauzo  (CS.  I,  1,  311.  335),  1205  Thsewitz  und  Tsautsiz,  1279
Seuniz,  1296  1313  Schewitz,  1350  Zchewicz,  1353  Zschewicz,
1373  75  Zceuwicz,  1402  Schaulswicz,  1505  Zschawitz,  17.  Ihd.
Tschaitz  —  Cajica  Kiebitzfeld  (14),  nicht  Dorf  des  Kiebitz,  wie  Mucke
LM.  Bd.  52,  S.  315  meint.  Daß  burcwardus  Ziauzo  nebst  dem  zugehörigen
  Dorfe  Tesice  nicht,  wie  Gersdorf  CS.  II,  1,  37  will,
auf  Staucha  und  Dösitz  bezogen  werden  darf,  sondern  als  das
castellum  Zavviza  d.  i.  Zschaitz  mit  dem  Nachbardorfe  Döschütz
aufzufassen  ist,  erhellt  aus  der  Vergleichung  mit  folgenden  gleich
anlautenden  Namen:  Ziervisti  949  d.  i.  Zerbst  sich.  Gervisté
Heustelle,  Schoberfleck!)  —  SZioporice  1140  d.  Zschöpperitz
b.  Altenburg  —=  Cepericy,  Familie  Cepera  —  Sadnälee  992
d.  i.  Zabitz  b.  Wettin  —  Cabudici,  Familie  Cabud  (Cabuze  Böhm.),
Ciertuvi  oder  Schartau  b.  Magdeburg  —  Certov.  —  Schewitz
Wüstung  b.  Dresden  hierher?

asl.  *éeren-,  tsch.  Eeben,  Seren,  serb.  SCerenac  Senknetz,
Senkgarn,  tsch.  auch  Kelter.
Zschieren  b.  Pirna,  1393  Czheryn,  1405  Czherin,  1454  Czeryn,
1473  Zschiern,  =  ECeken  Senknetz,  Fischfang  [1)2  von  der  Bedeutung
  Kelter,  Weinpresse  ist  besser  abzusehen.  Vergl.  Cebenisté
oder  Tschersing  und  Cekenice  Böhm.

 

1)  Zerbst,  als  Gau  949  Ziervisti,  973  Kirvisti,  1161  Cervisti,  als  Ort
1007  Zirwisti,  1107  Scherwitz,  1197  Cherewist,  1259  62  Tserwist,  1264
Scerwist,  1262  1397  Cerwist,  1437  Czerwist,  1451  Czerwest,  Czerwst  (also
niemals  mit  b)  wird  gewöhnlich,  und  auch  von  Miklosich  OA.  II,  97  auf  Grund
der  heutigen,  nur  volksetymologischen  tsch.  Form  Irbists  als  Serbenstadt  gedeutet,
  mit  Unrecht;  ebenso  =  hervist  (von  tsch,  Gerv  Heuhaufen,  Heufeime)
erklären  sich  Wüstung  Zerwist  b.  Stendal,  Klein-Zerbst  b.  Köthen,  auf  dem
Scherbste,  Flurstück  b.  Sänitz  (Nothenburg),  letzteres  =  tsch.  senice  Heufleck.

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