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deutung und ihren Einfluls am Reichstage Strafsburg auf der rheinischen
und Nürnberg auf der schwäbischen Bank in dem Grade
hervor, dafs ihre Sendung in den Ausschu/s wohl unbestritten vor
sich ging, und zwar wurde von Strafsburgs wegen Jakob Sturm,
der seinen älteren Kollegen Martin Herlin an Begabung weit überragte,
von seiten Nürnbergs, als der vornehmste seiner Botschafter,
Christof Kre/[s deputiert ').
So einfach und rasch aber hier die Ernennungen zum Ausschufs
vor sich gingen, so viele Weiterungen verursachte dasselbe
Geschäft in der Ständekurie. Die Vorgänge, welche sich aus diesem
Anlafs hier, namentlich bei den Weltlichen, abspielten, sind für die
Stimmung des Ganzen, wie der Einzelnen zu bezeichnend, als dafs
wir es uns versagen könnten, sie mit einiger Ausführlichkeit darzustellen.
Die dreizehn Mitglieder, welche die Fürsten- und Ständekurie
zum Ausschufs zu deputieren hatte, sollten sich aus zwei geistlichen
und zwei weltlichen Fürsten in Person, aus drei Räten geistlicher
und ebensovielen weltlicher Fürsten, aus einem Vertreter der Prälaten
und zweien der Grafen zusammensetzen, und zwar hatte
jeder der vier Stände, geistliche Fürsten, weltliche Fürsten, Prälaten
und Grafen, seine Vertreter selbst zu nominieren. Schon um
sechs Uhr Morgens am 31. Juli traten die Weltlichen zur Wahl
zusammen. Der badische Kanzler, Hieronymus Vehus, hatte dieselbe
zu leiten. Er umgab sich mit einigen anderen Räten und
nahm einen Zettel vor, auf welchem die sämtlichen Namen verzeichnet
standen. Nun trat jeder Wahlberechtigte heran und
wählte zwei Fürsten und drei Räte oder Botschafter, zu deren
Namen dann jedesmal ein Strich gemacht wurde. Als die Wahlhandlung
zu Ende war, erfand es sich, da/s von den Fürsten Landgraf
Philipp von Hessen uud Markgraf Ernst von Baden die relativ
meisten Stimmen auf sich vereinten, während von den Botschaftern
mitteilt, die in der Relation fehlt (in letzterer heilst es: man werde morgen
erfahren, welche von den beiden oberen Kurien deputiert seien). — Damit
ist zu vergleichen ein Verzeichnis, welches der Pfalzneuburgische Gesandte
am 3. August einsandte (München St. A., Neuburg. R.T.A); hier sind
neben den im Text angeführten noch genannt (wohl als Substituten) für
Mainz der mainzische Kanzler Kaspar von Westhausen, für Trier Dietrich
vom Stain, für Pfalz Ludwig von Fleckenstein Hofmeister, für Sachsen Herr
Friedrich von Thun.
ı) Stralsburger Konzept 31. Juli; vgl. auch Sleidan I 8. 328.