Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Lumluer  10

das  sie  so  gern  goegen,  die  deutsche  Verwaltung
in  Belgien  schleudern

Wertvolle  Geständniffe.

London,  18.  Jan.  Der  Petersburger  Korrespondent
  der  „Daily  Mail“,  der  nach  England
  zurückgekehrt  ist,  schreibt:  Der  große  Irrtum,
  den  wir  alle  begingen,  ist,  daß  wir  uns

zu  sehr  darauf  verließen,  was  andere  für  und
b  würden.  Am  Anfang  des  Krieges  ließ  sich
das  entschuldigen  aber  jetzt  sollten  wir  besses
—  ir  müssen  uns  ganz  klar
sein,  daß  dies  unser  Krieg  ist;  kein  anderes
Volk  kann  ihn  zu  unseren  Gunsten  beenden.
Wir  selbst  müssen  ihn  gewinnen,  sowohl  für
uns,  wie  für  unsere  Verbündeten.  Wenn  wir
den  Krieg  nicht  gewinnen,  so  kann  es  niemand
anders.  Wir  haben  immer  gehofft,  daß  jemand
  anderer  sich  für  uns  schlagen  werde.  Auch
die  Russen  hoffen  zeitweise,  daß  anderwärts
etwas  zu  ihrer  Hilfe  geschehe;  aber  seit  dem
letzten  Frühjahr  haben  sie  die  Hoffnung  aufgegeben,
  daß  jemand  anderer  sie  retten  kann.
Sie  lind  entschlossen,  sich  selbst  zu  retten.  Aber
es  wäre  töricht,  darauf  zu  rechnen,  daß  sie  auch
uns  retten.  England  hat  Rußland  unrecht  getan,
  indem  es  zu  viel  von  ihm  erwartete  und
die  ungeheuren  Opfer  nicht  würdigte,  die  es
brachte.  Das  surchtbare  Unglück  von  Tannenberg
  durfte  in  England  nicht  erzählt  werden.
ebensowenig  der  furchtbar  kostspielige  Kampf
in  Polen  im  letzten  Winter  und  die  schrecklichen
Verluste  während  des  Rückzuges.  Rußland
kämpfte  die  ganze  Zeit.  Sein  Plau  war  von
Anfang  an,  defensio  zu  bleiben.  Die  Theorie
von  der  russischen  Dampfwalze,  daß  die  russischen
  Armeen  auf  Berlin  marschieren  würden,
stammt  von  uns,  nicht  von  den  Russen.  Abweichungen
  von  einem  ursprünglichen  Defensivplan
  nehmen  ein  schlechtes  Ende.  Wir  müssen
zufrieden  sein,  wenn  Rußland  jetzt  seinen  ursprünglichen
  Plau  ausführt.  Wir  müssen  die
Wahlheit  festhalten,  daß  Rußland  den  Krieg
nicht  zu  unseren  Gunsten  entscheiden  kann;  wir
hängen  ganz  allein  von  unseren  eigenen  Anstrengungen
  ab.

Rußland  und  Japan.

Petersburg,  19.  Jan.  Die  „Birschewija
Wiedomosti“  schreibt  zu  dem  Besuche  des  Großfürsten
  Georg  Michailowitsch  in  Tokio,  daß
der  Grobfürst  die  Aufgabe  habe,  den  Boden
für  den  Abschluß  einer  Entente  zwischen  Rußland
  und  Japan  vorzubereiten.  Beide  Mächte
hätten  ihre  alten  Streitigkeiten  vergessen,  die  einer
  Politik  gegenseitigen  Wohlwollens  gewichen
  seien.  ½

Bem  weftlichen  Aeegrschanp#lat

Frankreichs  Millionen-Verluste.

Zürich,  19.  Jan.  Nach  einer  Meldung  aus
Paris  hat  die  französische  Regierung  sich  immer
noch  nicht  entschlossen,  die  Liste  der  gesallenen
Soldaten  zu  veröffentlichen.  Sie  hat  aber  wegen
  Bewilligung  von  Witmen=  und  Waisenpensionen
  die  Kammer  über  die  Verluste  der
Armeen  unterrichtet.  Aus  diesen  Zahlen  ergibt
sich,  daß  die  Zahl  der  Kriegsinvaliden  ungefähr
  eine  Million  beträgt.  Die  Zahl  der  Gefallenen
  wird  verschwiegen,  aber  die  Zahl  der
auf  dle  Witwen-  und  Waisen-Entschädigung  bezüglichen
  Personalakten  übersteigt  1  800  000
Mann.

Die  Beschießung  von  Lille.

Der  amtliche  deutsche  Tagesbericht  vom  letzten
  Sonntag  meldete,  daß  die  Engländer  in
das  Stadtinnere  von  Lille  hineingeschossen  hader

  Schag  der  Sabaer.

###  von  F.  Kracy.
(Nachdrus  vorbeten.

Zwar  hatte  ihm  niemand  ausdruckluiche  Mutellungen

  über  den  eigentichen  Zweck  des  Zues
  gemacht;  aber  ein  Wüstenaraber  versteht
darauf,  Augen  und  Ohren  offen  zu  halten.
Und  so  viel  hatte  er  sich  aus  dem,  was  er  gesehen
  und  gehört.  doch  zusammengereimt,  um
jetzt  zu  ohnen,  daß  die  „Auwesendeit  italienischen

ilitärs  e  ächsten  Haltestelle  dem
Unternehmen  des  reigebefgen  GEsendie  vorzeitig
  4  Biet  sebhen  könnte.  Schon  die  Tatsache,
  daß  die  Karawane  aus  nnzößschem
Gebiet  kam,  mußte  das  Zusammentreffen
einigermaßen  bedenklich  machen.
sich  bereits  Schwierigkeiten  genug  gezeigt,
Schwierigkeiten,  die  er  heute  abend  mit  Herrn
von  Sylvander  hatte  besprechen  wollen;  dies
unvorhergesehene  Hindernis  aber  war  besorgniserregender
  als  alle  anderen.

Die  Aufregung,  die  Abdur  Kader  in  den
Mienen  des  Gebeimrats  und  des  Barons
während  der  Dauer  der  Fata  Morgana  beobachtet,
  hatte  seine  Vemeruthngen  rasch  zur  Gewißheit

  werden  lassen,  und  so  machte  er  als
frommer  Moslem  seinem  zornerfüllten  Herz  n
Luft,  indem  er  nach  der  voraufgeschickten
teuerung,  daß  Allah  Allah  sei  und  Mohammes
sein  Prophek,  elnem  seiner  Glaubensgenossen
versicherte:  on  allen  unehrlich  geborenen
Schweinen,  die  durch  ihr  Dasein  die  Erde  besudelten,
  seien  die  Franken  aus  Italien  die  verabscheuenswürdigsten.


 

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Freitag,  21.  Januar  1916

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ben.  Das  ist  nichts  als  ein  neues  Beispiel  von.
der  Rücksichtslosigkeit  und  Brutalität,  mit  der
sich  die  Engländer  auch  über  die  Interessen
ihrer  Bundesgenossen  hartherzig  hinwegsetzen.
Als  wir  seinerzeit  Lille  eroberten,  sind  wir
gegen  diese  Stadt,  die  zu  den  schönsten  französischen
  Großstädten  gehört,  mit  der  möglichsien
  Rücksicht  vorgegangen  und  haben  uns  zum
Bombardement  erst  entschlossen,  nachdem  die
Franzosen  Widerstand  geleillet  hatten,  obwohl
sie  wissen  muhten,  daß  sie  die  Stadt  gar  nicht
verteidigen  konnten.  Die  Engländer  dagegen
beginnen  aus  sehr  weiter  Entfernung  mit  einer
Beschießung  der  Stadt,  obwohl  sie  sich  doch
sagen  müssen,  daß  diese  Beschießung  militärisch
gar  keinen  Erfolg  haren,  sondern  nur  dazu
dienen  kann,  die  Stadt  zu  zerstören  und  das
Leben  der  200  000  Franzosen,  die  sich  noch  in
ihr  besinden,  zu  gesährden.  Was  mögen  es  für
Gefühle  sein,  mit  denen  die  Franzosen  dem
Beginnen  ihrer  Bundesgenossen  zuschauen?
Was  uns  angeht,  so  bedauern  wir  zwar  die
sinnlose  Zerstörung  der  schönen  Stadt  durch
die  Engländer,  aber  ein  weiteres  Interesse  haben
  wir  natürlich  an  der  Sache  nicht.  Wir
könnten  uns  innerhalb  der  Stadt  Lille  genau
so  gut  bombensichere  Unterstände  bauen  wie
anderswo.  Jedenfalls  sehen  die  Franzosen  nun,
wohin  die  Freundschaft  mit  den  Engländern
führt.  Die  Beschießung  der  Stadt  Lille  durch
englische  Batterien  wird  ihnen  viellescht  die
Augen  darüber  öffnen,  daß  sie  sich  verraten  und
verkauft  haben,  als  sie  das  Bundesgenossenschaftsverhältnis
  mit  den  Engländern  eingingen,
  und  sie  wird  ihnen  die  Frage  wheelegern
ob  es  mit  ihren  eigenen  Interessen  noch  ?
einbar  ist,  dieses  #enboerscalioekhe
nis  fortzusetzen.  Daß  sie  bei  allem,  was  sie
jetzt  noch  tun,  ihre  Haut  labigich,  für  englische
Interessen  zu  Markte  tragen,  ist  aller  Welt
längst  klar,  aller  Welt,  außer  .  Franzosen.
Die  PKanotnchus  die  von  den  Engländern
gegen  das  Stadtinnere  von  Lille  abgefeuert
worden  sind,  werden  dies  vielleicht  auch  den
Franzosen  endlich  klar  machen.  (3.)

der  Bamt  au  See.

Der  Untergang  der  „Persia“.

Washington,  18.  Jan.  (Reuter.)  Der
amerikanische  Botschafter  in  Berlin,  Gerard,
berichtet:  Die  deutsche  Regierung  erhielt  von
all  ihren  U-Booten  im  Miltelmeer  Nachrichten.
Alle  Kommandanten  erklärten,  daß  sie  für  den
Untergang  der  „Persia“  nicht  verantwortlich
seien.  (—Z.)  —  Die  „Persia“  scheint  eher  auf
eine  Mine  gestoßen  zu  sein.

Dann  überschumeke  er  die  noch  immer
lassungslosen  Somalis,  die  in  der  ungewöhnlichen
  Luftspiegelung  augenscheinlich  ein  sicheres
Vorzeichen  des  nahen  Meltuntergangs  erblicklen,
mit  einer  Flut  saftiger  Schmeichelworte.  Und
er  hatle  seinen  grandiosen  Vorrat  noch  lange
nicht  erschöpft,  als  er  zu  dem  Geheimrat  beschieden
  wurde.

„Wie  weit  ist's  bis  zur  nächsten  Oase?“
lautecle  die  von  dem  Scheik  vorauesgesehene  und
gefürchtete  Frage.  Und  Abdur  Kader,  der  gleich
allen  seinen  Stammesgenossen  ein  ausgezeichneter
  Menschentenner  war,  begie  keinen  Zweisel,
daß  es  jetzt  in  seinem  eigenen  Interesse  geboten
sei,  ausführliche  und  wahrheitsgemäße  Auskunft
u
-  e  Shzio  hilometer,  Verehrungswürdigster.
erklärte  er  ohne  Zögern.  „Nach  dem  Maße,
mil  dem  wir  zu  rechnen  gewöhnt  sind,  beträgt
die  Entjernung  zwanzig  Kos.  Und  ein  Kos  ist
beinahe  genau  dreimel  das,  was  die  Franken
mit  einem  Kilometer  benennen.“

„Aber  diese  Italiener,  deren  Spiegelbild
wir  soeben  in  der  Lust  gesehen  haben,  mässen
ihr  Lager  doch  in  der  Nühe  von  Wasser  Last
geschlagen  haben,“  erwiderte  Herr  von  Sy
vonder  zweifelnd.

Doch  der  1rober  war  seiner  Sache  offenbar
  vollkommen  gew

„Es  ist  kein  i  näher  als  die  Quelle
des  Suleiman,  Effendi

Hältst  du  es  n  für  möglich,  daß  die
Lurtsine  ##s  einen  Vorgang,  der  sich  in  so
großer  Emt  fernung  vollzieht,  mit  seschch  Deut-Schkei-

  wiedergeben  könnte?“
Vor  Allah  ist  kein  Ding  unmöhlich,  Herrl

ch  habe  einmal  am  Himmel  ein  Dork  gelehen,
  das  meine  schnellen  Reitkomele  erst  nach

 

Englands  Blockadeabsichten.

Newyork,  17.  Jan.  (Funkspruch  des  Sonderberichberskaltere
  des  WI  ß)  „Sun“  meldet
aus  Washington:  Die  Unionstaaken  werden  die
von  England  eabsichtigte  neue  Blockade  Deutschlands
  nicht  anerlennen,  solange  sie  nicht  durchaus
  effektio  (tatsächlich)  ist.  Um  in  den  Augen
der  Vereinigten  Staaten  als  wirksam  zu  gelten,
muß  eine  solche  Blockade  nicht  nur  Deutschlands
Nordseeküste  umgürten,  sondern  sie  auch  auf
die  Ostsec  erstrecken  und  imstande  sein,  jeden
Ostseeverkehr  zwischen  Skandinavien  und
Deutschland  zu  verhindern.  Der  „Sun“  erhielt
diese  Auskunft  über  die  Haltung  der  Vereinigten
Staaten  von  einer  hohen  amtlichen  Stelle.
„Evening  Post“  meldet  aus  Washington,  daß
Blodaderegeln,  die  dem  Völkerrecht  in  Präzedenzfällen
  mehr  entsprechen,  aber  viel  strenger
sind  als  die  bisher  angewendeten,  durch  England
  aufgestellt  und  Frankreich  sowie  den  anderen
  Alliierten  zur  Billigung  vorgelegt  worden
  sind.  Dies  wurde  Wilson  und  Lansing  in
amtlichen  Depeschen  aus  London  übermittelt.
Oberst  House,  der  längere  Besprechungen  mit
Grey  hatte,  sandte  dem  Weißen  Hause  einen
ausführlichen  Lagebericht.  House  erklärte  der
englischen  Regierung,  daß  die  englischen  Einschränlungen
  des  amerikanischen  Handels  einen
ungünstigen  Eindruck  auf  die  amerikanische  offentliche
  Meinung  machen,  und  daß  das  amerikanische
  Volk  von  England  erwarte,  daß  es
sich  dem  Völkerrecht  füge,  genau  wie  es  Deutschland
  schließlich  in  den  Verhandlungen  über  den
Unterseebootskrieg  tat.  Mehrere  Londoner  Telegramme
  bestätigen,  daß  die  wirkliche  Blodade
jetzt  erklärt  wird.  Darin  zeigt  sich  offenbar  der
Wunsch,  die  Vereinigten.  Staaten  verantwortlich
zu  machen,  da  d  elegramme  ausdrücklich  bebestätigen,
  daß  eine  solche  Blockade  notwendig
sei,  um  den  amerikanischen  Forderungen  zu  entsprechen.


England  und  Amerifka.

Newyork,  19.  Jan.  (Durch  Funkspruch
voni  Brrichter-  des  WIB.)  Die  „World“  meldet
aus  Washington:  Obwohl  ßPs.  unmöglich  ist,
eine  anttliche  Angabe  über  den  sachlichen  Inhalt
  der  Sendung  des  Obersten  House  zu  erbolten.
  bestehen  doch  ganz  besondere  Gründe  für

die  Annahme,  daß  der  Präsident  seinen  Abgesandten
  beauftragte,  die  verantwortlichen  amtlichen
  Stellen  der  englischen  Regierung  auf  die
schmere  Beunruhlgung  hinzuweisen,  die  sie  in
den  Vereinigten  Staaten  hervorriesen,  indem
sie  ablehnten,  die  Forderungen  unserer  Regierung
  zu  beachten,  wonach  die  englische  Marine

angewiesen  nerden  sollte,  ihre  Methoden  zur
Erzwingung  der  sog.  Blockade  zu  ändern.  Oberst
House  wird,  so  erwartet  man,  dem  englischen
auswärtigen  Amte  die  Tatsache  klar  machen,  daß
die  Haltung  Englands  in  den  Vereinigten  Staarer

  Stunden  erreichten.  ünd  von  noch  wünber“
bareren  Dingen  haben  glaubhafte  Leute  mir
erzählt.“
„Und  du  willst  gang  sicher  sein,  daß  es
irtich  sechzig  Kilometer  sind
Herr,  der  du  aller  5  würdig  bist,
glauid  üt,  daß  ich  dir  der  Wahrheit  gemäß
berichte
Si  laniider  war  trotz  dieser  wortreichen  Vekräfügung
  einigermaßen  kkeptisch.  Lusftspiegelungen
  waren  für  ihn  natürlich  nichts  Neues,
aber  sofern  es  sich  dabel  nicht  überhaupt  nur
um  o;:  ische,  „Täuschungen  handelte,  die  durch
die  erreute  Phantasic  des  Beschauers  zu  wirklichen
  Pildern  ausgestaltet  werden,  hatte  er
noch  nie  talsöächlich  vorhandene  Dinge  auf
großere  Cntsernung  als  fünf  oder  sechs  Kiloincter
  in  einer  Fata  Nor  ana  gesehen.  Wohl
wußte  er,  daß  am  26.  Juli  des  Jahres  1793
die  Einwohner  von  r  gs  im  Süden  von
England  die  gange  fronzösischen  Küstenlinie  von
Calais  bis  Dle  vollkommen  deutlich  mit
allen  Einzetheilen  in  einer  Luftspiegelung  erbast
  hatten.  Aber  diese  zwiiisellos  elllteende
Tatsache  wurde  von  der  en  als  e
Vorkommnis  der  Meerhen  ude  Art  betrachtet,
  und  ein  begkaubigtes  Zeugnis  dafür,
daß  sich  seitdem  Mehyulicher,  awiederholt  hätte,
war  ihm  ledenall  nlcht  belber
  ob  nun  Abdur  “min  *r  Entfernung
richtig  oder  mit  der  angeborenen  Reigung  des
i  sitaliii  au  Uebertreihungen  abschaute,  das
der  Lusterschelnung  blieb  doch  unter
en  Um#ständen  bestehen,  unb  das  Scheitern
ern  besie  elt.

des  Unternehmens
t  eiper  dankenden  Handbewegung  verabschledete
  Herr  von  Solvander  den  Araber  und

 

 

ten  heftigen  Unwillen  hervorrief  und  daß  die
Regierung  daher  die  britischen  Verletzungen  des
Völlerrechts  nicht  übersehen  werde.  Man  glaubt,
daß  Oberst  House  Wilson  bereits  benachrichtigt
habe,  daß  er  auf  einen  Wechsel  im  britischen
Verfahren  binnen  kurzer  Zeit  rechnen  lönne.
Staatssekretär  Lansing  bereitet  einen  kräftigen
Protest  in  der  Banngutfrage  gegen  England
vor.  Dieser  wird  vielleicht  eine  Abänderung
erfahren,  falls  Oberst  House  inoffizielle  Zusicherungen
  erhielte,  daß  jeder  Grund  zur  Beschwerde
  freiuillig  von  England  beseitigt  wird,
vorausgesetzt,  daß  ihm  Zeit  genug  gegeben  wird.
sein  System  ohne  Hervorrufung  eines  internationalen
  Widerstandes  zu  ändern.

Rußlaung.ë
Die  mißglückte  russische  Offensive.

Bukarest,  19.  Jan.  Universul  meldet  von
44
der  bessarabischen  Front:  Die  Russen  begannen

  ihre  letzte  Ofkensioe  mit  5  Armerkorps,
außerdem  waren  Reseroen  in  Stärke  von  10

Armee-Kor  inter  der  Front  zusammengezogen.

  Bohe  russische  Offiziere  erklärten,  daß
die  Eroberung  der  österreichisch-ungarischen  Stellungen
  derartige  Opfer  erfordern  würde,  daß

die  errungenen  Erfolge  damit  nicht  in  Einllang

  zu  bringen  wären.  Die  russische  Heeresleitung

  hat  die  Wiedereroberung  von  Gernowitz

  aus  zwedmähigen  Gründen  aufgegeben.  (3)
#  □i

Ilalien.
Die  Lage  in  Italien.

Zürich.  19.  Jan.  Die  Pensionierung  mehrerer
  Mitglieder  des  italienischen  Generalstabes
steht  bevor.  General  Brusati  wurde  von  der
Front  zurückteordert  und  wegen  Vaterlandsverrates
  ins  Gesängnis  geworsen;  Brusati  ist  ein
Freund  Giolittis.  In  gut  unterrichteten  römischen
  Kreisen  erzählt  man  sich,  daß  es  Sonnino
gelungen  sei,  Cadorna  von  der  Notwenoigkeit
der  Kriegoerklärung  gegen  Deutschland  zu  über-Beugen.
  Seit  einigen  Tagen  werden  die  Züge
nach  der  Schweiz  von  der  italienischen  Geldaristokratie
  massenhaft  zur  Flucht  benutzt.  Verwundete
  Soldaten  erzählen,  daß  die  Stimmung
im  Heere  außerordentlich  gedrückt  sei.  Desertionen
  seien  an  der  Tagesordnung.  (3.)

wie  Erika  ulnd  U#ruu  von  deyben  wayrenv  ver
eben  slattgehabten  kurzen  Unterredung  im  Zelt
des  Geheimrats  befsunden  hatte.

„Darf  ich  Sie  nunmehr  um  nähere  Erklärungen
  ersuchen,  Herr  de  Beauregard?  Nachdie

  Natur  selbst  uns  einen  so  bedeutsamen
  Fingerzeig  gegeben  hat,  werden  Sie  lich,
wie  ich  denke,  dieser  Verpftichtung  nicht  länger
entziehen  können.  on  seit  mehreren  Tagen
habe  ich  recht  wohl  bemerk  ¾  daß  Ihre  schein.
bare  Sicherheit  eine  erheuchelte  war,  und  daß
wir  trotz  Ihrer  Poerschulichen  Angaben  ins  Ungewisse
  marschi  habe  Ihnen  daraus
kelnen  Vorwurf  machen  wollen,  denn  ich  konnte
es  nach  meinen  eigenen  Erfahrungen  in  einem
Lande,  wo  die  Orientierung  so  schwierig  oitt.
recht  wohl  verstehen.  *  sP  ginh
stehe  ich  nicht.  es  —  i
daß  unsere  Monkkemmuich.  argesschein  ich  i#t8
vadeswe  auf  die  Stelle  zugehen  konnten,  die

r  fu  achen.  hwäe  wir  selbst  wie  Srrlausene.
Schafe  in  der  Wüste  umherlrrten.  Sle
mir  die  Versicherung,  daß  die  oholograp#tttchen
Reproduktionen  des  durch  einen  unglücklichen
Zufall  vernichteten  Papyrus  die  eelnzigen  sel  lelen,
die  jemals  angefertigt  wurden  da
wahr  ist,  wer  erteilte  dann  jenen  anderen  Tie
Informationen,  durch  die  jetzt  —  unsere  Demühungen
  vereitelt  worden  sind?

Aus  jedem  seiner  Worte  klang  deutlich  die
Enttäuschung  und  die  Gereizthelt  über  die
empfindliche  Wunde,  die  seiwen  Gelebrtenstolz

eschlagen  worden  war.  Je  mehr  er  sich  ä

be  und  je  bedächtiger  er  seine
Ausdrücke  e  “  Fesan  er  stand  der
Aerger  in  selnen  Zügen  —  rieben.  Und
Beauregard  mochte  einsehen,  daß  pier  mit  Aus- 



 

 

 

 

 

wandie  sich  dann  an  den  Baton.  der  sich  ebenso

 

lMlchten  u  und  mi  mit  rasch  erennenen  1  Lünen  kelne