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Wörter zur Lektürepräparation ihren Mitschülern abschreiben,
wenn wir nicht dadurch vorbeugen, daß wir am Ende des
Unterrichtes die für die Präparation der folgenden Stunde
nötigen Wörter den Schülern diktieren. Wir dürfen aber
auch den Schülern gegenüber nicht verheimlichen wollen,
daß wir von der Existenz ihrer häuslichen Hilfsmittel wissen.
Jeder Schüler muß die Gewißheit haben, daß wir diese Beihilfen
kennen, dann wird er sich hinter unserm Rücken seinen
Mitschülern gegenüber auch nicht rühmen, er habe uns betrogen.
Vollständig verfehlt ist es, wenn seitens der Lehrer
aus solchen unabänderlichen Tatsachen Kapital geschlagen
wird, wenn die Schüler vor der Klasse und den Konferenzen
zu den allergewöhnlichsten Betrügern gestempelt werden.
Erreicht wird durch ein solches Verfahren nichts. |
Was nun die mancherlei Hilfe bei der Anfertigung der
schriftlichen Arbeiten zu Hause anlangt, so würde ich es als
einen pädagogischen Mißgriff betrachten, wollte ich nach
diesen Arbeiten mein Semesterurteil über ein Kind bilden.
Der Unterricht mit seinen Klassenarbeiten und seinen mündlichen
Mitteln bietet hinlänglich Gelegenheit, die wirklichen
Leistungen der Kinder zu beurteilen, selbst wenn zu Hause
die Aufgaben mit all den oben erwähnten Hilfen angefertigt
werden. Und wenn bei der mündlichen Vorbereitung der
Lektüre ein Schüler einen deutschen Text zu Hause benutzt,
so ist es doch leicht für den Lehrer, zu beurteilen, ob er sich
sklavisch an die Übersetzung hält, oder ob er wirklich mit
Nachdenken arbeitet. Dabei ist die richtige Benutzung solcher
Hilfsmittel noch gar nicht einmal immer zu unterschätzen.
Der Gefahr des Abschreibens begegnet man am wirksamsten
durch sorgfältige Auswahl und genaue Vorbereitung
des Aufgegebenen, sowie durch sachgemäße Behandlung der
Schüler; nur offenkundige Nachlässigkeit oder wirklicher
Täuschungsversuch sind zu bestrafen, nicht aber Fehler in
der Hausarbeit.
Um speziell auf das Lügen zurückzukommen, so entspringt
es in den meisten Fällen entweder der Furcht vor
Strafe oder der Unlust und Unfähigkeit, zu arbeiten. Daß
dabei die Vielheit des häuslichen Lernstoffes auch unter-Roller,
Hausaufgaben und höhere Schulen. 8