602 Oberpfalz u. Regensbmg.
Zwischen hier und Dietfurt beginnt seitwärts der Landstraße beim Dorfe
Grießstetten!) der Ludwigs-Donau-Main-Canal, welcher durch die Verbinsen
von Schönborn verliehen worden (1704); nach dem Rastadter Frieden wurde
es dem Kurfürsten restitnirt (1714). Ein Graf von Riedenburg war (1060 bis
1089) Bischof von Regensburg. Das ebengenannte Schloß Wildenstein lag
auf einem Bergvorsprunge mit freundlicher Aussicht in die Thäler der Laber und
Altmühl; es war bis zum Verkaufe an Herzog Johann von Bayern (1410) im
Besitze der Wildensteiner (auch Ganerben auf dem Rothenberg), fiel nach Erlöschen
der Straubinger Linie (1429) mit Dietfurt an Herzog Wilhelm und wurde
mit dieser Stadt (1452) dem Hanns von Parsberg um 4000 fl rhein. auf Wiederlösung
verkauft, welche (1486) durch Herzog Albrecht stattfand Noch im nämlichen
Jahre Überließ es dieser dem Martin von Wildenstein König Christophs
von Dänemark, Pfalzgrafen (der Neumarkter Linie), Statthalter in der Ober-Pfalz,
der nebst seinem Bruder Ludwig seit (1473) die nahe Herrschaft Breiteneck
besaß (S. 510). Durch Kauf ging Wildenstein (1616, 20. Juni) an die von
Lichtenau, von ihnen durch Erbschaft (1722, 17. Nov.) an die Grasen von Taufkirchen
über und ward (1826) dem Banquier Elias von Ritter verkauft. Ueber
das Geschlecht derer von Wildenstein vergl. Biedermann, Kanton Altmühl, Tef.
111—119 u. Cramer, im Arch. für Gesch. u. Alterth-Kunde von Oberfranken.
8. Bd. 1. Hft. S. 76 ff.
) Rechts seitwärts liegt an der Riedenburg-Dietfurter Vizinalstraße das Dorf Meyhern,
dessen altes Kirchlein (1811) durch das Hochwasser zerstört wurde. Darüber
ragte auf hohem, steilem Felsenvorsprung hart über der Altmühl das nun
zerfallene Stammhaus der herzoglich bayerischen Schenken von Flügelsberg
empor. Ein Lutoldus pincerna de Vlügelsperch bezeugte (1228) die Belehnung
Herzog Ludwigs mit den Bambergischen Lehen der Edlen von Hals. Schenk
Ludwig von Flügelsperch war unter den Vermittlern der Einigung der Herzoge
Heinrich und Ludwig (1262). In dieser Eigenschaft und als Bürgen für die
Herzoge mit der Verbindlichkeit des Einlagers treten diese Schenken öfter auf.
In den Streitigkeiten Ludwig des Strengen mit den niederbayerischen Herzegen,
die (1290, 16. Juni) beigelegt wurden, nahm auch der Schenk von Flügelsberg
großen Schaden, vergalt ihn aber dem Herzog Ludwig wieder durch Raub und
Brand (Quell. u. Erörterung 5. Bd. 442, 443). Dietrich d j. Schenken Wittwe
Elsbet, eine Tochter Herren Ekprechts von Haydau, überließ (1340) ibrer Tochter
Margaret und deren Gemahl Konrad dem Muracher einen Theil an Flügelsberg,
und um die nämliche Zeit (1323) verzichtete Wernhart von Rorbach auf seine
Erbansprüche daran. Erst nach 1391 wurde ganz Flügelsberg von den Murachern
vereint, die hier ein sehr unruhiges Leben führten. So wurde Konrad
der Muracher mit etlichen seiner Helfer von den Herren von Heydeck (1385) gefangen
und erst 1894 wieder erledigt. Ulrich der Muracher, der (1405) dem
Herzoge Stephan mit 12 Glefen gewärtig zu sein versprach, batte (1402) eine
Fehde mit dem Preisinger, raubte (1407) Augsburger Kaufleute aus, fing (1404)
seinen eigenen Neffen Jörg den Leonroder zu Leonrod und ward endlich (1408,
24. Juni) nebst seinen Helfern von Herzog Stephan „um allen prannt, nam,