Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Qummer  230

Die  englischen  Unkersee  Booke  in
der  Ossee

Dah  englische  U.Boote  in  gröherer  Zahl  nach
der  Ostsee  entsandt  waren,  war  schon  seit  längerer
  Zeit  bekannt.  Vor  einer  Reihe  von  Wochen
  ging  aus  den  neutralen,  die  Wege  nach
der  Ostsee  begrenzenden  Ländern  Meldungen
ein,  daß  englische  U-Boote  mehrfach  gesichtet
seien.  Es  war  das  in  der  Zeit,  in  der  auch
das  englische  U-Boot  im  Sund  strandete.  An
diesem  rielbesprochenen  Strandungsfall  sind
gleich  schon  die  Schwierigkeiten,  denen  unsere
Streitkräfte  bei  der  Abwehr  des  Eindringens
dieser  Fahrzeuge  gegenüberstehen,  klar  zu  sehen
gewesen.  In  diesem  Fall  trat  der  Konflikt
für  die  militärischen  Befehlshaber  zwischen  der
Pfeicht,  diese  feindlichen  Fahrzeuge  zu  vernichten
  und  der  Notwendigkeit,  nicht  in  neutralen
Gewässern  zu  kämpfen,  deutlich  in  die  Erscheinung.


Die  neutralen  Uferstaaten  sind  tatsächlich  das
größte  Hindernis  für  die  Belämpfung  der  U-Bootsgefahr
  in  der  Ostsee,  weil  wir  peinlich  die
Hoheitsgrenzen  in  den  Fahrstraßen  achten.  Wir
dürfen  sie  nicht  bewachen  und  bei  Nacht  und
Nebel  und  sonstiger  Gilegenheit  können  U-Boote
natürlich  dort  unbemerkt  passieren.  Sie  haben
dazu  sogar  ein  Recht.  Niemand  kann  sie  hindern,
bis  sie  die  neutrale  Zone  verlassen.  Sie  dürfen
sich  nur  nicht  über  eine  bestimmte  Zeit  darin
aufhalten  und  diese  Gewässer  nicht  etwa  zum
Stützpunkt  ihrer  Aktionen  machen.  Erst  recht
dürfen  wir  natürlich  diese  hindernden  neutralen
Hoheitsgewässe  nicht  sperren.

Damit  ist  die  Aufgabe  für  unsere  Streitkräfte,
die  Zugänge  zur  Ostsee  zu  überwachen,  außerordentlich
  schwierig  und  in  dem  Sinne,  daß  das
Eindringen  mit  Sicherheit  verhütet  wird,  nie
lösbar.  Wenn  die  Küsten  unser  wären,  dann
wäre  diese  Aufgabe  ganz  anders  zu  lösen.  Daß
alles  Mögliche  geschieht,  ist  schon  daraus  zu
ersehen,  daß  kürzlich  bekannt  wurde,  daß  wir  ein
Minenfeld  in  dem  Teil  des  Sundausganges,
wo  das  rölkerrechtlich  zulässig  war,  gelegt  haben,
was  die  Ueberwachung  erleichtern  soll.

In  England  hat  man  aus  dem  U-Bootssieg
in  der  Ostsee  ungeheuer  viel  gemacht.  Die  Presse
hat  in  den  phantaftischsten  Zahlen  von  den  Erfolgen
  gegen  unsere  Handelsschiffe  berichtet,  die
sich  in  der  Tat  in  den  bescheidenen  Grenzen
von  etwa  einem  halben  Dutzend  Dampfer  gehalten
  haben,  bei  denen  England  es  noch  dazu
nicht  für  nötig  hielt,  die  Neutralität  des  Küstenstaates
  Schweden  zu  achten.  Der  einzige  Kriegsschifseerfolg
  der  englischen  Unterseeboote,  die  unter
  russischen  Befehl  gestellt  sind,  also  auch  wohl
in  einem  russischen  Hafen  ihre  Basis  haben,
war  bis  dahin  die  Torpedierung  des  „Moltke“,
deren  Belanglosigkeit  lürzlich  anschaulich  geschildert
  wurde.

Die  Versenkung  des  „Prinz  Adalbert“  ist
der  erste  rolle  militärische  Erjolg.  Ganz  gewiß
wird  er  drüben  auch  bercits  zu  lebhaften  Fanfaren
  Anlaß  geben,  um  so  mehr,  als  den  englischen
  Unterseebooten  ein  Erfolg  dieser  Art
bisher  gänzlich  rersagt  geblieben  war.  Wir  wollen
  uns  daran  erinnern  und  daraus  ermessen,
wie  erjolgreich  Pisher  unsere  Abwehrmaßnahmen
  waren.  GEegen  ein  neueres  Schiff,  als  der
„Prinz  Adalbert“  war,  hätte  wohl  auch  in  diesem
  Falle  das  englische  Torpedo  weniger  ausgerichtet.
  (3.)

der  Schuß  der  Sabäer.

Roman  von  L.  Tracy
Enba  —

Kaum  je  in  seinem  Leben  war  elne  freiwillige
  Entsagung  ihn  so  hart  angekommen  als
der  Verzicht  auf  die  Hoffnungen,  die  er  an
diesen  Anfang  zu  einem  neuen  Beruf  und  zu
einem  neuen  Leben  gelnüpft  hatte.  Aber  es
schien  ihm  jent  ganz  unmoglich,  die  eingegangene
  Verpflichtung  innezuhalten.  Und  schon
eine  halbe  Stunde  später  stand  er  wieder  vor
dem  Diener  des  Barons  mit  der  Au'forderung,
ihn  seinem  Herrn  zu  melden.  Avber  er  erhielt
die  Auskunft,  daß  Herr  de  Beauregard  ausgegangen
  sei  und  nicht  früher  als  am  späten
Abend  zurückkehren  würde,  so  daß  er  die  Bitte,
ihn  von  seinem  Beltrage  zu  entbinden,  wohl
oder  übel  bis  zum  nächsten  Tage  hinausschieben
mußte.

Und  am  Morgen  dieses  nächsten  Tages
erhielt  er  ein  Billett  des  Barons,  worin  ihm
dieser  kurz  mitteilte,  daß  er  seinetwegen  mit
dem  Geheimrat  von  Soylvander  gesp.ochen  und
daß  sein  Engagement  dessen  volle  Billigung
gesunden  habe

ner  pe.  sönlichen  Vorstellung  bedarf  es
unter  ie  en  Umstanden  vorläuft  nicht,  hieß
es  in  de:  n  Brid  se  wei.er.  .  „Ich  eisuche  Sie  vielmehr,
  Ihre  ganze  Zeit  auf  die  Vorbereitungen
zur  Reise  zu  verwenden  und  sich  unmittelbar
nach  dem  Empfang  Ihrer  Ausrüstung  bei  mir
zu  melden,  damit  ich  Sie  mit  den  erforderlichen
  Inst-  uktionen  und  Geldmitteln  versehen
konn.  Ich  rechne  fest  ouf  Sie,  und  ich  glaube

 

Rolentgeimer  Anz#iger

     
 
  
  
     

  
 

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Verurteilungen  wegen  Kriegsverrat
  in  Belgien.

Brüssel,  25.  Okt.  der  ausländischen
Presse  werden  die  kürzlich  in  Velgien  vollzogenen
  Verurteilungen  und  Strafoollstreckungen
wegen  Kriegsverrats  entineder  falsch  oder  mit
starken  Uebertreibungen  geshildert.  Deshalb  ist
es  notwendig,  die  Sache  nochmals  so  darzustellen,
  wie  sie  sich  tatsächlih  verhält.  Dies  iist
um  so  mehr  erforderlich,  a#  sich  das  englische
Oberhaus  auch  mit  der  Scche  beschäftigt  hat
und  den  Fall  der  Englände#in  Edith  Cavall  zum
Gegenstand  einer  Erörtermg  machte.  Die  im
großen  Prozesse  Verurteillen  betrieben  monatelang
  unter  Einrichtung  von  Etappen  und  unter
Mitwirlung  einer  großen  Unzahl  von  Helfern
die  Anwerbung  militärpflichtiger  Belgier  und
die  Fortschaffung  versteckte  Heanzösesdhe  cher  und
englischer  Deserteure.  Die  Seele  des  durch  den
ProzeH  aufgedeckten  Werbeystems  war  Cavall.

Lie  —  m  SF.  —  ½

 

te  —

Wenn  man  sie  als  Frau  darstellt,  deren  Berufsleben
  dem  Zweck  gewidmet  war,  anderen
Menschen  das  Dasein  in  selbstlosester  Weise  zu
erleichtern,  so  sei  auf  die  Tatsache  hingewiesen,
daß  sie  als  Geschäft  eine  Pension  für  Kranke
unterhielt,  deren  hohe  Preise  sie  nur  Begüterten
  zugänglich  machten.  Daß  ein  Todesurteil
an  einer  Frau  rollzogen  wurde,  sollte  unseren
Feinden  im  übrigen  keinen  Anlaß  zur  Entrüstung
  geben.  Die  französische  Regierung  ließ
mehrfach  im  Verlauf  des  Krieges  Todesurteile
an  Frauen  vollstrecken,  z.  B.  im  März  1915
in  Nancy  an  der  Deutschen  Margarete  Schmidt,
im  Mai  in  Bourges  an  der  Deutschen  Ottilie
Moß.  Die  englische  Regierung  brauchte  nur  an
die  Grausamkeiten  zu  denken,  die  Lord  Kitchener
an  den  Frauen  und  Kindern  während  des  Burenkrieges
  sich  zuschulden  kommen  icch.  Unsere
Gegner  sind  allerdings  nicht  in  der  Lage,  nennenswerte
  feindliche  Gebiete  zu  besetzen,  daher
sind  sie  der  Schwierigkeit  enthoben,  in  Feindesland
  den  Rücken  des  elgenen.  Heeres  zu  decken.
In  Belgien  kann  von  einer  Wilkirbersschaft  um

Sten  sie  sih  a

 

Donnerstag,  28.  Oktober  1915

so  weniger  die  Rede  sein,  als  die  Verurteilten
meistens  offen  ihre  Berge  lunu  eingestanden  haben
ben,  welchen  strengen

en.  Die  in  öffentlicher
itzung  nach  Tehht  und  Gesetz  erfolgten  Ver-6

  Sieig  1  beruhen  auf  den  Bestimmungen  des
#  eheswasgeegbuche  und  des  Militärstrafgesetzriegsverrat

  und  Spionage.  Es
ühheen  weder  Sonderbestimmungen  eines  Spezialgesetzes
  für  Belgien  noch  der  sogenannte
Kriegsbrauch  bei  der  Urteilsbegründung  gegen
sie  mit.  Der  Generalgouverneur  warnte  wiederholt
  auf  das  dringenste  vor  den  immer  mehr
ausgedehnten  Bestrebungen,  versteckte  Belgier
sowie  französische  und  englische  Deserteure  über
die  Grenze  zu  bringen  und  wies  auf  die  notwendigen
  unwermeidlichen  Folgen  strenger  Bestrafung
  hin.  Es  bedeutet  also  nur  Selbsterhal-Rung,

  wenn  man  Zuwiderhandelnde  zur  Verantwortung

  zieht,  besonders  wenn  sie  in  wohlorganisierten
  Banden  auftreten.  Kein  Volk
kann  sich  das  gefallen  lassen.  Der  Generalgourerneur
  würde  pflichtvergessen  handeln,  wenn
er  nicht  dagegen  einschritte.
Die  Stimmung  in  Frankreich.

Frankfurt  a.  M.,  25.  Okt.  Die  „Frlf.
Ztg.“  meldet  aus  Budapest:  Zahlreiche  aus
Frankreich  in  die  Heimat  zurückgekehrte  Vulgaren
  entwerfen  interessante  Schilderungen  über
die  Zustände  in  Frankreich.  Nach  der  lalastro-=phalen
  Erfolglosigkeit  der  letzten  französischen
  Offensire  herrschen  große  Verwirrung  und
Bitternis  über  die  euermen  Verluste.  Ueberall
wird  vom  Frieden  gesprochen.  Die  allgemeine
Stimmung  ist  offen  gegen  PoincarC.  Das  Ansehen
  Delceasss  ist  gestiegen,  nachdem  er  erklärt

batte,  daß  französische  Soldaten  wie  Söldner

für  fremde  Interessen  kämpfen  müßten.  Wenn
England  Soldaten  für  Aegypten  benötige,  dann
hätte  es  rechtzeitig  dafür  sorgen  sollen.  Allgemein
  herrscht  die  Ueberzeugung,  daß  Serbien
bald  aufhören  werde  zu  eristieren.  (J.)

18  Milliarden  Vorschuß
an  Englands  Verbündete.

London,  26.  Okt.  Der  parlamentarische
Mitarbeiter  des  „Daily  Chroniecle“  teilt  mit,
daß  die  Zuschüsse  Englands  an  die  Verbündeten
am  31.  März  1916  vermutlich  die  Summe
von  900  Millionen  Pfund  Sterling  (18  Milliarden
  Mark)  betragen  werden.

Gegen  das  englische  Kabinett.

London,  25.  Okt.  Die  Presse  fährt  sort,  die
Regierung  heftig  anzugreisen.  Die  „Times“
schreibt:  Beide  Häuser  des  Parlaments  werden
jetzt  mit  dem  entschiedenen  Wunsche  zusammentreten,
  unsere  ganze  Geschäftsführung  von  der
Dardanellenexpedition  an  bis  zu  den  halbent-Hollossenen,
  Operationen  bei  Saloniki  zu  prüsen.
Die  Aussichten  draußen  sind  trübe  und  sie  werden
  vielleicht  noch  trüber  werden.  Aehnlich
schreibt  die  „Morningpost“:  Die  Unjähigkeit
Deutschland  zu  blockieren,  war  kein  Fehler,  sondern
  kommt  einem  Verrat  nahe.  (JZ.

Es  kriselt  weiter.

Genf,  26.  Okt.  Der  „Temps“  sieht  gleichzeitig
  die  Ministerkrise  in  Paris  und  London
voraus.  Nur  bei  einschneidenden  Personalveränderungen
  könne  es  zu  entschlossener  Politik
auf  dem  Balkan  an  Stelle  des  bisherigen  zaghaften
  Vorgehens  kommen.  (J.)

General  Hamilton.

Köln,  26.  Okt.  Laut  der  „Köln.  Ztg.“  melden
  schweizerische  Blätter  aus  London,  daß  General
  Hamilton  wegen  mangelhafter  Otganisation
  des  Angriffes  in  der  Suvla-Vai,  die  den
Fehlschlag  der  ganzen  Dardanellen-  Uünternehmung
  bedeutete,  vor  ein  Kriegsgericht  gestellt
werden  wird.

 

-——n———d———“6
Ihnen  versprechen  zu  dürsen,  dat  Sie  r—

legenheit  genug  finden  nerden,  dem  Unternehmen
  des  Herrn  von  Gylvander  die  wichtigsten
  und  wertvollsten  Dienste  zu  leisten.“

amit  war  es  entscheden.  Nach  dlesem
Appell  an  die  Un  derbriidteit  seines  einmal
gegebenen  Wortes  war  an  ein  Zurücktreten  für
den  ehemaligen  Osfizier  niht  mehr  zu  denken.
Mochte  es  denn  gehen,  wie  es  wollte.  Erika
von  Sylvander  sollie  von  ihm  jiedenfalle  aicht
anders  mehr  hören  als  von  einem  Manne,
der  rechtschaffen  seine  Schuldigkeit  tat  und  sich
jedes  in  ihn  gesegten  Berimens  würdig.  zeigte.
Vielleicht  wenn  ihre  Wege  Her
endigung  dieser  Reijse  noch  au9nnls  rah  —
würde  sie  ihm  daonn  dech  die  Exwiderung
seines  Grußes  nicht  mehr  verwelgern.

zwei  prachtvollen  Kossern  gelieserte

Ausrüstung  Gur  in  ihrer  Rechhaltigkeit,  Soliditärt
und  delegan  wohl  danach  angetan,  ihn  mit
freudiger  Ueberraschung  zu  ersüllen.  Ihre  Zusammenslellung
  lieferte  den  Beweis,  daß  die
Veranstalter  der  Expedillon  noch  vie!  mehr
mit  einer  langen  und  schwierigen  Landreise  als
mit  einer  langen  Seefahn  rechneten,  und  für
einen  Mann  in  seinen  Fchren  war  es  gewiß
nicht  wunderbar,  wenn  Heiz  sich  die  kommenden
  Ereignisse  in  den  phantestischsten  und  farbenreichsten
  Bildern  ausmalle.

Seine  letzte  Unterrebung  mit  dem  Baron
de  Beauregard  war  kurz  und  bei  aller  Höflichkeit
  gans  in  dem  Tone  gehalten,  der  sich
3zwischen  dem  Untergebenen  und  dem  Vorbweesen
  ziemt.  Der  No##e  des  Geheimrato
wurde  dabei  überhaupt  ucht  mehr  genonnt
und  von  seiner  Enkelin  wer  vollends  mit  keiner
Silbe  und  mit  keiner  undeutung  die  Rede.
Beauregard  bändigte  den  „zweiten  Steuer- 



mann“  eine  Geldsumme  ein,  dir  mehr  als  ausreichend
  war,  die  Kosten  der  Eisenbahnsahrt
nach  Marseille  zu  bestreiten.  Er  übergab  ihm
zu  seiner  Legitimation  bei  dem  Kapitän  Johannes
  Stumpf  von  der  „Aphrodite“  eine  Abschrist
  des  Anstellungsvertrages  und  erklärte
ihm,  daß  morgen  mit  dem  Süd-Expreß
abreisen  müsse.

„Ich  selbst  werde  wahrscheinlich  schon  vierundsdan
  ig  Stunden  später  in  Marseille  eintreifen,“
  4  er  hinzu,  „und  salls  nicht  unvorhergesehene
  Dnern  eintreien,  werden  wir
dann  sofort  in  See  “

amit  war  Hobheseelen  entlassen,  und  er
hätte  borangehen  önnen,  seine  letzten  Abschiedobesuche
  zu  machen,  wenn  etwas  Derartiges
in  seinen  Wünschen  gelegen  hätte.  Aber  es
gab  niemanden,  dem  er  eine  solche  Aufmerklamkeit
  schul  dig  gewesen  wäre  oder  zu  dem
lein  Herz  ihn  in  diesen  letzten  Stunden  des
Verweilens  auf  heimatlicheim  Boden  getrieben
Bölte.  Als  er  mit  mannhaftem  Enischluß  alle
Verbindungen  zwischen  sich  und  der  Welt  gelöst
hatte,  der  er  nach  Geburt  und  Erziehung  (0
lange  angehört,  war  es  so  vollständig  und
gründlich  geschehen,  wie  wenn  er  zugleich  aus
dem  Leben  gegangen  wäre.  Jür  seine  ehemaligen
  Freunde  und  Bekannten  war  er  heute
in  der  Tat  nichts  anderes  als  ein  Toter.  Und
man  würde  ihn  hier  in  Zukunft  ebensowenig
vermissen,  alg  man  während  der  letzten  Monate
Notiz  davon  genommen  hatte,  daß  er  noch
exlstierte.
Einen  elnzigen  Ablchle  dobrief  nur  schrieb

Abend  vor  seiner  Abreise.

p-'is.  ile.  9
sednitener

sondern  an  den  Justizrat  Dr.  Ewald  Körner  zu
Königsberg  in  Preußen  gerichtet  war.
er  ihn  in  den  Kanten  geworfen  hatte,

war  Heinz  von  Holmstetten  gewiß,  alle  Verpflichtungen
  erfüllt  zu  haben,  die  es  hier  in
Teutsäkan  für  ihn  gegeben  hatte

Nun  war  er  frei,  und  die  weite  Welt  lag
offen  vor  un  da.

5.  Kapltel.

Schon  eine  Viertelstunde  vor  dem  Abgang
des  Süd-Expreß  war  Heinz  auf  dem  Vahnhofe.
Nachdem  er  seine  berden  prachtvollen  Rieienkosser
  erpediert  un  d  sich  einen  beguemen  Eckplatz
  gesichert  hatte,  schlenderte  er  rauchend  auf
dem  Bahnsteig  auf  und  nieder,  um  die  nach
und  nach  eintrefsenden  Mitreisenden  zu  mustern,
unter  denen  lich  ja  mögücherweise  der  eine  oder

andere  seiner  künftigen  Schil#sgenossen  befinden
  konnte.

Aber  unter  den  Leuten,  die  an  ihm  vorüblbergingen,

  hatte  keiner  das  Aussehen  eines
Seemmannes  oder  eines  auf  wissenschaftliche  Entdeckungsreisen
  ausgehenden  Gelehrten.  Und
von  einigem  Interesse  war  ihm  lediglich  die
belcheimanz  e  enge  auffallend  vermummten

Manne  er  sich  sehr  hastig  durch
dränge  schob,  8  in  dem  er  nach  Gesinte  und
Bewegungen  den  auf  so  drastische  Weise  abgesertigten
  Deteksio  wieder  zu  erkennen  glaubte.
Sehr  gerne  hätte  er  sich  darüber  volle  Gewißbelt
  verschafst.  ber  ein  unerwünschter  Zusall
nebten  n.  weitere  Beobachtungen  auszusich
  mit  sluchtartiger  Cile  in  sein

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Ostfront