Neuere oberstrichterliche Erkenntnisse. 73.
Domizilsrecht pensionirter Offiziere, Beurtheilung
der Erbfähigkeit des eingesetzten.
Erben (eines erzbischöflichen Ordinariates)
so wie der Verjährung der Erbschaftsklage
nach diesem Rechte betr., wird sammt Bemerkungen
hiezu größeren Umfanges wegen
nachgetragen. «
I. Zur Proz.? Ordn. vom 29. Apr. 1869.
Art. 215 Abs. 1 u. 320. Die Bestimmung
des Art. 215 Abs. 1 der Proz.-O. „so ferne das
Gesetz nicht anders bestimmt“ bezieht sich auch auf
die die Klage aus materiellen Gründen bekämpfenden
Einreden, weil solche (im Gegensatze zu den
im Art. 184 bezeichneten) noch in der Berufungsinstanz
zugelassen sind, dieselben können daher bei
dem Mangel einer gegentheiligen Bestimmung im
ersten Rechtszuge bei der Verhandlung über das
Ergebniß der Beweisführung noch geltend gemacht
werden.
Hat das Gericht auf Grund vorliegender Akten
eine Einrede (hier die paulianische) für begründet
erklärt, so hat dasselbe eine Thatsache wegen Notorietät
als eines Beweises nicht mehr bedürfend erachtet
(Art. 320 der Proz.-O.), und war daher
ein Beweisanerbieten und eine Bezugnahme der
Partei auf diese Akten nicht mehr in Frage, weßhalb
das Gesetz wegen Berücksichtigung von als Beweismittel
nicht benützten Urkunden nicht verletzt
sein kann. Urth. v. 31. Januar HVNr. 731.
Art. 294. Einer Klage auf Zinsen aus einem
Darlehen war die Behauptung entgegengestellt worden,
der Darleiher habe das Darlehen sammt den
verfallenen Zinsen dem Schuldner erlassen, worüber
der Beweis freigegeben und auch als erbracht angenommen
wurde, nachdem Kläger die Erklärung über
den als einziges Beweismittel benützten Haupteid
versäumt hatte. Es erfolgte daher (nach früherem
Verfahren) Entbindung von der Klage.