626 Die Feldzüge im Westen und im Orient
Die Offensive der Alliterten und das Ende des
Zweibundes
Die Schlachtenfolge
vom 25. September bis 4. Okkober 1918
Am 25. September eröffnete Marschall Foch den letzten Angriffsfeld.
zug. Er griff die deutsche Front zwischen Dixmuiden und La Fare und
zwischen Reims und Verdun an und hob den alten, auf dem Grunde
der großen Offensiven der Entente schlummernden Gedanken, die deutschen
Armeen im Doppelangriff von Westen nach Osten und von Süden nach
Norden zu durchbrechen und im belgischen Scheldegrund zu vernichten,
noch einmal ans Licht. Foch hatte drei mächtige Kampfgruppen gebildet,
die in Staffeln angriffen. Auf dem rechten Flügel, zwischen Toul und
Reims traten zwei amerikanische Armeen und die franzssische 4. Armee
an. General Bullard marschierte zwischen Toul und Verdun auf und
warkete in der Kulisse auf seine Angriffsstunde. General Liggett griff
nördlich von Verdun an und führte seine Dioisionen zum Sturm auf die
Forgeslinie und den Argonnenwald, Gouraud griff mit verstärktem rechten
Flügel bei Massiges, Tahure und Aubérive an und suchte die Dormeoise-
linie zu durchbrechen. Im Zentrum gingen die Engländer vor, die die
3. Armee gegen Le Cacelet und die 1. Armee gegen Cambrai in Bewegung
setzten, um die Siegfriedstellung zu durchbrechen. Auf dem linken Flügel
im Flandern traten die Belgier, die Armee Plumer und die von der Besle
dorthin entsandte Armee Dégoutte umer dem Oberbefehl des Königs der
Belgier an, um die Linie Menin— Houthulsk zu durchbrechen und auf
Gent zu marschieren. Gent, Maubeuge und Charleville waren die strat.
egischen Ziele dieser mit neuen Kampfmitteln unternommenen, vom letzten
überwältigenden Schwung getragenen Offensive.
Das deutsche Heer wußte, was ihm drohte, als die verbündeten Heere
Belgiens, des britischen Weltreiches, der französischen Republik und der
WVereinigten Staaten zur Durchbruchsschlacht antraten. Ludendorff hatte
versucht, allen Gefahren eines Durchbruchs zu begegnen. Als Fochs Gegen-
offensive die 17., 2. und 18. Armee in den lehten Tagen des August gezwungen
bateen, auf die Siegfriedstellung zurückzuweichen, befahl die Heeresleitung,
binter der Kampfzone neue, rückwärtige Stellungen auszuheben. Ludendorff
zeichnete die Hermannstellung in die Karte ein, indem er eine Linie von der
bolländischen Grenze östlich Brügge am Eeclookanal südwärts zur Lys und
an der Lys aufwäres bis in die Gegend von Kortrik zog und sie vom Ober-
lauf der Schelde nach Walenciennes—Solesmes—De Cateau und Guise
fübrte. Die Hermannstellung traf zwischen Guise und Marle auf die letzte