Full text : Deutschlands Heldenkampf 1914-1918.

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war,  wie  wir  kurz  vorher  und  S.  433  schon  sahen,  nicht  frei,  er
stand  noch  in  Verhältnissen  und  Verbindlichkeiten  zum  Landgrafen
Moritz,  seinem  Wohlthäter  und  gleichsam  Schöpfer,  der  ihn  zum
Künstler  erst  gemacht  hatte,  der  aber  aus  freundschaftlichen  Rücksichten
  für  Johann-Georg  seinen  Liebling  so  lange  fort  und  fort
beurlaubte,  bis  er  im  Jahre  1617  eihn  nicht  länger  dem  Kurfürsten,
  als  angebornen  Unterthanen,  wie  es  in  des  Landgrafen
letztem  Handschreiben  heißt,  vorenthalten  konnte.

Nach  Schütz's  Darstellung  nämlich,  die  er  in  einem  Schreiben
vom  14.  Jannar  1651,  in  welchem  er  sein  ganzes  Leben  dem
Kurfürsten  gleichsam  vorführt,  von  der  abermaligen  Wendung
seines  Lebensplanes  giebt  und  worin  er  schließlich  sagt:  „Und
nach  meiner  erfolgten  anhero  Kunfft  vndt  abgelegter  Prob  in
Ew.  Churf.  Durchl.  Namen  das  Directorium  über  Dero  Musik,
mir  alsobald  gnädigst  angeboten  wurde,  woraus  denn  meine  Eltern
und  Verwandten  nebenst  mir,  den  unwandelbaren  Willen  Gottes
mit  meiner  Person  augenscheinlich  verspüret,  vnd  hierdurch  meinen
vmbschweifenden  Gedanken  ein  Ziel  gestellet,  und  ich  veranlasset
bin,  die  mir  angetragene  ehrliche  condition  nicht  abzuschlagen,
sondern  mit  onterthänigster  Danksagung  anzunehmen  ondt
demselbigen  nach  meinen  besten  kräften  vorzustehen,  angeboten“  2c.,
sollte  man  fast  vermeinen,  als  ob  er  sofort  im  Jahre  1614  in
kurfürstliche  Dienste  getreten  sei.  Als  erster  Hauptgrund  jedoch,
weshalb  Schütz  noch  nicht  sofort  als  kurfürstlicher  Kapellmeister
auftrat,  steht  urkundlich  fest,  daß  Schütz  bereits  im  Jahre  1614,
wovon  aber  sonderbar  genug  Schütz  selbst  nirgends  etwas  erwähnt
  und  sogar  in  dem  gedachten  Schreiben  von  1651  nicht
einmal  andeutet,  bei  seiner  ersten  Anwesenheit  am  kursächsischen
  Hofe  schon  hessischer  Diener,  und  dies  zwar

dem  Reichstage  zu  Regensburg  befand  von  Eilenburg  aus:  „Bester  Rath,
Wir  erinnern,  was  Ihr  unlängsten  eines  Organisten,  dann  eines  Altisten
und  über  das  eines  Cappons  halber  angefragt,  deren  jeder  an  seinem  Ort  in  seiner
Kunst  bestehe  und  vermuthlichen  mit  der  angedeuteten  Besoldung  in  unsere
Dienste  sich  einlassen  möchte,  So  thun  wir  euch  hierneben  zu  eröffnen,  daß
wir  bereit  dem  hochgebornen  Fürsten  unsern  lieben  Oheim  und  Sohn  Herrn
Friedrichen  Herzogen  zu  Braunschweig  und  Lüneburg  freundlich  ersucht,  das
S.  L.  dem  Capellmeister  Michael  Praetorio  bei  jetziger  Trauerzeit  sich  zu  uns
zu  begeben  erlauben  möchte,  versehen  uns  auch  es  soll  uns  damit  willfahrt
werden,  so  vermerken  wir,  das  gedachter  Praelorius  vor  sich  selbs  wol  zu
Frieden  sich  zu  uns  zu  begeben  und  eine  Zeitlang  bei  uns  zu  bleiben  oder
nach  Gelegenheit  wol  gar  bei  uns  zu  bleiben,  auch  noch  2  Musikanten,  die
im  Singen  und  auf  den  Instrumenten  wol  bestehen,  mitzubringen.  Darum
so  begehren  Wir  hiermit,  Ihr  wollet  Euch  bemühen,  angedeutete  und  von
Cuch  nominirte  Personen,  ehe  und  zuvor  etwas  mit  ihnen  geschlossen,  zu
vermögen,  daß  sie  vor  Weihnachten  sich  in  unser  Hoflager  nach  Dresden  begeben
  und  sich  allda  hören  lassen  wollten.  Könnten  dann  in  euerer  Gegenwart
  die  andern  auch  probirt  und  hernach  mit  dem  einem  oder  dem  andern.
Vergleichung  getroffen  werden  2c.  Datum  Culenburg  9.  Oct.  1613.“