Aummer 38
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dauernden Versländigung legen mögen.“
Die Thronrede kündigt dann Vorlagen über
die Woöhnungebeschalung, für die indesrielle
und landwirtschaftliche Bevölkerung, über oie
Entwickelung des nationalen Unterrichtssostems
und über die Behandlung und Bestrafung lugendlicher
Missetäter an.
Die Nache der mexlkamschen
Rebellen.
Condon, 10. Februar
Aus Anierila kommt die Kunde von einem
solgenschwer#n Brandunglück, das durch Rebellen
verursacht wurde. Das Telegramm lantet:
In Washingtan ish die Nachricht eingetroßfen,
daß 40 Personen, unter ihnen 7 Amerikaner.
lebendig in cinem Eislenbahnzuge verbrannt voorden
sind. Die merilanischen Rebellen brac#ten
den Zug in einen Tunnel in der Nähe o?#n
El Pasa, in dem sich bereits ein brennender Gll-###ug
besand, uno überliehen die Passanziere
ihrem Schicksal. ç
Elne spötere Meldung besagt: Die Jahl oer
durch den Brand un Cimbre-Tunnel bei El
Paso ums Leben gekommenen Amerikaner roird
jett mit 15 angegeben. Unter den Toten befinben
sich eine Frau und fünf kleine Kinder. Präsident
Wilson wies den Staatesekretär Bryyan
an, auf energischer Untersuchung der Vorgönge
zu bestehen. General Villa hat neuerdings die
Vestrafung der Schuldigen zugesagt. Unter Bedeckung
ron oreihundert Soldaten von Vilas
Tiuppe ging von Cindad Juarez aus ein Retzungsboot
nach dem Cimbre-Tunnel ab. Die von
(omboys anfänglich verbreitete Nachricht, daß
die Passagiere des verunglückten Zuges, darunter
fsechẽ Amerikaner, von Banditen gefangen
genommen worden seien, ist falsch.
Nach den bei der Direktion der Mexikonischen
ordwestbahn eingelaufenen Nachrichmen sindalle
Passagiere in dem brennenden Tunnel erstickt.
Der Relmngszug hat 75 Särge für die Verungluckten
mitgenommen. Es verlautet, Castillo
hade sich dura) die Schandtat für die standrecht.
liche Erschießung von 22 Rebellen durch Soloaten
Villar rächen wollen.
Die Freveltat empört gans Meriko. Die Leichen
der Passagiere wurder neben den Tunnelgleisen
aufgefunden. Augenscheinlich versuchten
sie aus dem Feuerosen zu entfliehen, wurden
aber auf der Flucht von den giftigen Gasen betaubt
und erstickten. Die militärische Bedeckung
des Reltung-zuges durch Bulas Leuten geschoh
auf Ersuchen des Staatesekretärs. Bryan, da
ein neues Attentat seitens der Bonditen Castillos
befürchtet wird.
hof- und Personalnachrichlen.
Verlin, 10. Febr Am 7. Februar fand
auf Schloß Arnsburg in Hessen die Verlobung
des Staatssekretärs von Jagow mit der Grätin
Luitgard zu Solms-Laubach jün
sten Tochter des verstorbenen Grafen Friedrich
iu Solms-Laubach, statt. Die gleichfall: verüorbene
Mutter war eine geb. Gräfin zu Stolberg-Wernigerode.
Soziale Nundschau.
münchen. 10. Febr. Der König hat aus
Stiftungsmitteln dem Oberbürgermeister Dr. v.
Borscht 10 000 Mark zur Linderung der Not der
Arbeitslosen übexrwiesen. Der Stadtmagistrat
dankte in der heutigen Sitzung dem
König für diese hochherzige Spende. Von der
Zumendung machte der .tint dem Stadtmagistrat
in fjolgendem Haudschreiben Mitteilung:
„Zu meinem Bedauern cxfahre Ich, daß die
zur Zeit herrschende Arbektslosigkeit trotz der
Mahnahmen der Staatsregierung und der Stadtverwaltung
zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit
viele Arbeiterfamilien in Not gebracht
hat. Ich sinde Mich deshalb bewogen, dem
Stadtmagistrat München aus den zu Meiner
Verfügung slehenden Stiftungsmittelneine Spende
von 10000 Mark zur Unterstützung der
unverschuldet in Not geratenen Arbeitswilligen,
die bei den gerade in diesem Winter bestchenden
außergewöhnlichen Verhältnisten keinen Verdienst.
finden können. zu überweisen.“ In seinen Danlesworten
schätte der Oberbürgermeister auch
den ideellen Wert der Spende hoch an, da er
wohl mit Recht annahm, daß das Beispiel des
Königs von der LT - »s- -- mchcnsxcchtkräftigstechaeahmtwekdr.
Perschiedene Nachrichlen.
Frank'urt ao. M., 10. Febr. Der zum Todverurteilte
Gistmörder Hopf hat an den Kailer
ein Gnadengesuch eingereicht, worin er in erster
Linie um die Wiederaufnahme des Verfahrens
bittet. Hopf hat bekanntlich behauptet, daß
er zur Jeit des Todes seiner ersten Frau noch
leine Bazillen belessen habe..
Hannover, 10. Febr. In Horst im
Kreise Neustadt am Rübenberge wurden drei
# beim Spielen von einem Winomühlenflügel
erfaßt. Mit r*zi’i Städrlbrn
wurden sie ins bssige lädtische Krankenhaus
beibracht. Das jüngste dreijährige Kind ist
leinen Verletzungen ersegen, der Zustand der
beiden anderen Heschwister ist sehr bedenklich.
—
, der jüng
Der verstorbene
Mũnchener Volksdichter
Peter Anutiuger.
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Posen, 10. Febr. Die hiesige Polizei isi
einer peinlichen Sittenaffäre auf die Spur
lommen. Der prakt. Arzt Dr.. Bröcherer wurde
unter dem Verdachte der Abtreibung verhaftet.
Die Affäre zieht immer weilere Kreise. Es
sind bereits auch viele Hebammen wegen Beihilfe
verhaftet worden. Die für die Freilassung
Dr. Bröckerers angebotene Kaution von 20 000
Mark wurde abgelehnt.
Königsberg, 10. Febr. Zu den Ueberschwemmungen
um Memeldelta wird von maßgebender
Stelle mitgeteilt, daß die Hochwassernot,
die Hauptursache der Ueberschwemmungen,
vorläufig Roch nicht beseitigt sei. Die Pionierkommandos
arbeiten fortgesetzt daran, die Bewohner
und das Vieh aus den durch das Wasser
abgeschnittenen Ortschaften in Sicherheit zu
bringen. Die augenblickliche Not ist groß. Der
Schaden an Gebäuden, Vieh und Gut ist unübersehbar.
Er wird sich voraussichtlich auf
viele Hunderttausende belausen. Bis beute
wurden durch die Pioniere etwa 300 Menschen
ous Lebensgefahr gerettet und etwa 150 Stück
Vieh geborgen. Zurzeit sind die Pioniere damit
beschäftigt, 1500 Menschen, die durch das
Neueis vom Lande abgeschnitten sind, Lebensmittel
zuzuführen.
arschau, 10. Febr. In Dabrowa enistand
ein Wohnhausbrand. Zmei Kinder verbrannten,
die Eltern wurden bei dem Versuche,
die Kinder noch im letzten Augenblick aus den
Flammen zu retten, lebensgesährlich verletzt.
Madrid, 10. Febr. In der Stadt Alevado
ist ein im Zau befindliches Haus eingestürgt,
wobei eine große Anzahl von Arbeitern
verschüttet wurde. Es douerte lange Zeit, bis
die Arbeiter aus ihrer schlimmen Lage wieder
befreit werden konnten. Zwei Arbeiter waren
bereits tot, fünf weitere erlagen nach kurzer Zeit
ihren schweren Verletzungen, zwei andere schweben
in Lebensgefahr.
Newyork, 10. Febr. In der Interstate
Commerc-Commzssion sindauflehenerregende Enlhüllungen
über Diebstähle im großen bei der
Nem Haven and Hertford-Bahn gemacht worden.
Ein früherer Vorsitzender der Kommission
erklärte, daß eine Summe von 28 Millionen
Mark verschwunden sei. Senator Norris erklärte,
die Gesellschaft sei iusgeraubt worden.
Er hoffe, doß die Schuldigen entdeckt und zur
Verantwortung gezogen würden. Sen. Hitchcoch
erklärte, die Männer, die die Gesellschaft ruiniert
und die Aktionäre bestohlen hätten, hätten
sich gleichzeitig als gemeinnützige Puritaner
aufgespielt.
Der Geburleurückgang.
München, 10. Februar.
Den Geburtenrückgang im Deutschen Reich:
und seine Ursochen behandelte in einer äußerst.
zahlreich besuchten Versammlung der „Deutschen
Gesellschaft für Rassenhygiene“ der belannte
Hygieniker, Obermedizinalrat Prof Dr.
ar von Gruber. Während die Zahl der
Eheschliebungen seit dem Bestehen des Reiche?
im allgemeinen konslant geblieben und erst in der
letzten Zeit etwas gesunken ist, während die
Zahl der Todesfälle abgefallen ist, haben wir
bis zum Jahre 1 eine Geburtenzunalme,
von da ab aber einen raschen Abfall der Geburten
und weiterhin ein verhältnismäßig langsomes
aber konstantes Sinken bis
beobachten; von da ab vergrößert sich der
Geburtenrückgang immer mehr. Noch mehr wie
die absolute Geburtenziffer nimmt die ehelich:
ab, besonders in den Großstädten.
Die niedrigste Fruchtbarkeit zeigen die Wohihabenden;
ein Vergleich der Arbeiterviertel mit
den wohlhabenden Vierteln Großberlinz zeiet
das deutlich. Aber auch in ärmeren Kreisen ist
heute die Geburtenziffer bereits erheblich zurückgegangen;
ein gleiches läht sich auch bereits
auf dem jlochen Lande beobachten, das früher
*
am Geburtenrückgang nicht beteiligt waor. In
jenen Gegenden, wo die Kirche noch eine Moch
auf die Gemüter ausübt, macht sich der Geburteniuckgang
weniger geltend, man vergleiche
mur Bezirke wie Aachen, Trier urw. Der CGeburtenruckgang
ist am größten, wo die So
zialdemolratie die größte Stimmenzahl hat.
Woher kommt nun der Geburtenrü4zang?
Ohne Zweifel ist er zum Teil ungewollt. Alkoholiemus
und Geschlechtskrankheiten, die in
den Städten eine viel größere Ausbreitung haben
als cuf dem Lande # etma 90 Prozent der
Männer in Berlin machen geschlechtliche Ertrankungen
durch — hemmen die Fruchtbarkein
ganz bedeutend. Zum allergrößten Teil ist aber
der Geburtenrückgang gewollt, bewußt herbeigeführt.
Die Gründe und Motive für die absichtliche
Beschränkung der Fruchtbarkeit sind
mannigfach.
Zunächst ist es die Ralionalisierung unsere:
gesamten Lebens und damit auch des seruelle:
Lebens. Heute beherrscht eine ök#nomische Betrachtungsweise
alle Kreise: die Sucht nach möglichst
günstigen Lebensbedingungen. Das mag
vom Standpunkt der Indioidualwirtschaft au.
ganz gut sein, nicht aber vom Standpunkt der
Volkswirtschaft. Dieser Standpunkt fübrt un
bedingt zur möglichsten Beschränkung der Kin,
derzahl. Früher waren Kinder schon beizeiter
Helfer für ihre Eltern in den häuslichen Ar
beilen, wie es heute noch auf dem Lende den
Fall ist, weshalb wir auch dort noch oie mei
sien Kinder finden. Heute verlassen die Kinde.
möglichst fruh das Elternhaus, um selbständk.
und unabhängig leben zu können. Früher bedeutete
eine große Kinderschar eine gewisse Al
tererersicherung für die Eltern. Alle diese Gründe
für eine große Kinderschar sind heute für
die Eltern mehr oder weniger weggefallen.
Noch manche Momente lassen den Elterr
heute eine möglichst geringe Kinderzall wün
schenswert erscheinen; die Freizzügigkeit, der
Lohnkampf, die Arbeit der Frau außer dem
Hause, das alles wird durch Kinderlosigkeit
oder eine kleine Kinderzahl erleichtert. Unserc
Mädchen erhalten leine genügende häusliche Ausbildung
mehr, sie siehen also der Erziehung der
Kinder fremd gegenüber und haben gar kein
Verlangen nach Kindern. Selbst Eltein, die
noch Freude an einer großen Kinderschar hätten.
wird oies erschwert, wenn nicht unmöglich ge.
macht durch unser Wohnungswesen. Keine Rede
lann aber davon sein, daß der Geburtenrückgan
hedingt sei durch eine Zunahme dbiektiver wirt
schaftlicher Not. Die Summen, die alljährlick
ür Alkohol, Tabak usw. von den breiten Volkschichten
ausgegeben werden, widerlegen ein
olche Annahme. Not war niemals ein Moment
das einen Geburtenrückgang herbeigefährt hät
te, eher im Gegenteil.
Unhaltbar ##st auch die Bchauptung, dai
reicher Kindersegen schädlich sei für Mutier
und Kinder; wenn man gewissen Neomalthu.
sianern glauben wollte, wäre das Kinderkriegen
geradezu eine Krankheit der Frau. Das ist
absolut nicht der Fall. Frauen mit vielen Kin
dern sind geradeso gesund wie andere. Es kann
auch leine Rede dovon sein, daß ein Zusammen.
hang besieht zwischen einer großen Kinderzahl
und einer größeren Sterblichkeit. Von ausgedehnter
Wichtigkeit für den Geburtenrückgang
is auch der Umstand, daß heute ein leiden.
schastliches Verlangen nach sozialem Ausfstieg
weite Kreise erfüllt. Kann man das Ziel nickt
selbst erreichen, so soll es wenigstens das Kind
erreichen; bei dieser Jagd nach materiellen Gü.
tern glaubt man am besten bestehen zu können,
wenn man möglichst nur ein Kind sein eigen
nennt. Es sind aber nicht bloß Sorgen für har
Kind, die vielen Eltern heute eine möglichst
geringe Kinderzahl wünschenswert erscheinen lassen,
es sind vor allem auch Rücksichten auf das
eigene Wohl, auf die eigene Beqnemllchkeit.
Pnnerskag, 72. Febrnar 1617
Künchener Neuigleilen.
#nünnchen, 10. Febr. Bei einem Neubau an
der Augustenstraße ereignete sich heute vormirtag
ein schwerer Unfall. Der 30 Jahre alte
Zimmerpolier Michael Reindl hielt den Koof
über das Schutzgitter des Lastenaufzuges, mit
dem der Mörtel befördert wird, als der Aufzug
plötzlich herunter kam und Reindl mit aller Wucht
am Kopse traf. Der Bedauernswerte erlitt
einen schweren Schädelbruch und wurde von der
Sanitätskolonne in da Schwobinger Krankenhaus
gebracht, wo er bald nach der Eirlieferung
verschied.
Bayerische Aachtichlen.
Pfarrkirchen, 10. Febr. Heute nacht gegen
11 Uhr brannte das GCütleranwesen des
Anton Maier in Reichenberg vollständig nieder.
Eine alte Frau, die das Feuer aus Fahrläfsigkeit
verursocht haben soll, ist in den Flammen
umgekommen.
Canôshut, 10. Febr. Die Kollegien haben
laut gemeinsamem Beschluß dem Schriftsteller
August Sieghart in Kufstein für hervorragende
Verienste um die Stadt, inobesondere in Anerlennung
der von i., betätigten Herausgabe
der offizielien Festschrift uur „Landohuter Foczeit“
ansätzlich de: Anwesenheit des Prinzregenlen
am 17. Tugust v. Is., die große #ilberno
Verdienstmedaille nebst Ehrenurkunde verliehen.
Kaufbeuren, 10. Febr. Auf dem Wege nach
Aufkirch scheuten die Pferde des Oekonomen Amberger
von Ketterschwang und rannten gegen
ein Gebäude, wobei der Wagen umschlug. Amberger
erlitt einen Schädelbruch und ist noch
immer bewußtlos; auch seine Frau und seine
beiden Têchter wurden schwer, wenn auch nicht
lebensgefährlich verletzt.
Kempten i. A., 10. Febr. In der Feage
des Realschulneubaus beschlotz der Magistrat.
vorbehaltlich der Zustimmung der Gemeindebevollmächtigten,
dem Gutachten des Baurats Prokessor
Dr. Gräßl in Müncken folgend, das
Projelt der Architekten Heydecker zur Auefühtung
zu bestimmen. Für den Bau wurde ein
Kredit von 500 000 Mark bewilligt, der durch
Aufnahme eines Anlehens gedeckt werden fol.
Die neue Realschule kommt in die Salzstraße auf
das slädtische Grundstück, auf dem, nach der
Frühlingsstraße zu, bereits das Wittelsbacher
Schulhaus sicht. Da die Salzstraße eine der
velebtesten Straßen ist, soll sie auf eine grözere
Strecke geräuschloses Pflasier erhalten.
Bamberg, 10. Febr. Am Samstag heiratete
zin Dienstmädchen Anna Himmelstein einen hieigen
Stuklale##r. Schon lange Zeit vorher war
die Braut von einer Frauensperson, die ein
Kind von letzterem hat. fortgesetzten Drohungen
usgesetzt. Die funge Frau mag sich dadurch
wohl recht aufgeregt haben. Gestern kamen sie
don der Kirche nach Hause, bald darauf wurde
ie von einem Narken Unwohlfein befallen und
"erschied in den Armen einer Freundin. Mir
dem Brautkleide engetan, liegt sie nunmehr auf
der Bahre.
Wörthb a. Rh. (Pfalz), 10. Febr. Einen
cchmeren Verlust erlitt am Samstag ein würtembergischer
Schäfer, der seine Schafherde in
der Nähe des Orles eingepfercht hatte. Abends
legen 9 Uhr bracken die Tiere aus und gerieten
inter die Räder eines Eisenbahnzuges, wobei
*2 Stück getötet wurden. Da die Tiere zum
Teil trächtig und nicht versichert waren, entteht
dem Schkäfer ein Schaden in Höhe don
erwa 2000 Mk.
Bayerisches Oberland.
Ueubeuern, 10. Febr. Wie der „Wendeltein“
berichtet, kand am Montag hier nach
längerer Pause wieder einc echte Bauernhochkit
siatt. Herr Johann Stadler, Bauer in
Neuwöhr, holte sich Frl. Urschi Mayer von
Oberpôpnast als Frau heim. Ein gar schones
Stück alten Volkslebens spielte sich dadei wieder
1b. Vor dem Hause des Bräusigams hatt:
die Nachdarschaft einen herclichen Maibaum geleckt,
eine alic Sitte, welche hier wieder neu auflebt.
Unter Masikklängen zog man zum Gotteshaus,
und die Zeremonien in der Kirche, u. 3.
der Opsergang. bei dem der Priester jedem
den Kelch mit Wein reicht, lassen unsere Gedanken
zurückführen in altehrwürdige Jeiten. Ein
prächliges Bild alter Tricht bat die Bäuerin
mit ihren sarbigen Gewändern. Die alte Poesie
und Prosa lebte wieder neu aufl durch die weltliche
Hochzeitsfeier. Das Mahl machte der Küche
des Heren Obermayer sowie des Frl. Kathie
alle Ehre und ein Tüchl „B’schoadessen“ erfreute
am andem Tage die, welche daheim bleiben
mußten. Dem neugeba enen Ehepoar unsere
besten Wünsche!
Aeubeuern, 10. Febr. Verflossenen Sonntag
fand diie Gencralversammlung der freiw.
Feuerwehr Neu= und Altenbeuern statt. Nach
Erstattung eines ausführlichen Jahreberichtes
von seiten des Herrn Vorstand Peiel, sowie des
Kassaberichts durch Herrn Kassier Müller wurde
zur Besprechung wichtiger Vereinsangelegenheiten
übergegangen. Die Uebungen, welche bisher
gemeinsam mit freiw. und Dflichtfeuerwehr
abgehalten wurden, müssen infolge der gro-
ben Zahl von Feuerwehmännern und wegen