Wohl leisteten einzelne Verbände noch tapferen Widerstand. Die Masse
ader verfiel unter dem Einfluß der „Soldatenräte“ vollkommener Auflösung
und flutete fluchtartig der Heimat zu. Die verbündeten Armeen folgten dicht
auf und trieden den Feind aus Gallzien und aus der Bukowina hinaus. Schon
am 2. August zogen die Osterrescher adermals in Czernowitz ein. Am 10. August
waren die vordersten Linien so weit vorgetragen, daß nur noch ein schmaler
Streifen der Bukowina an der rumänischen Nordwestgrenze und ein Stück
Gallzlen mit Brody in russischen Händen war. Nun ader machte sich die Ermüdung
geltend nach einem starmischen Vormarsch von drei Wochen, den die
Angreifer als Erlöfung von der Qual des Schützengrabenkriegee degrüßt hatten.
Sie mußten sich dennoch dazu verstehen, sich anfe neue in die Erde zu wühlen.
Die Bahnlinlen dee zurückeroderten Gedietes waren zu gründlich zerstört. Der
Nachschud wurde schwierig. Die O. S. L. mußte schweren Herzens auf die Hoffnung
verzichten, den Anlauf auch auf die Moldau auezudehnen.
Ein späterer Versuch, die Offensive gegen dle rumänische Front wleder aufzunehmen,
konnte zwar den Teillerfolg eines russisch-rumänlischen Entlastungestoßes
wieder ausgleichen, scheiterte aber an der durch französssches Eingreifen
erzlelten Erstarkung der rumänischen Armee.
5.
Am selben Tage, an dem dle deutschen Stoßtruppen im Orang eines ungebrochenen
Angriffsgeistes die russischen Stellungen durchbrachen, deriet und
beschloß der Deutsche Relchstag selne Friedeneresolution
Sie bedeutet den Elpfelpunkt einer Entwicklung, die verbängnievoller
als alle militärischen Enttäuschungen den Widerstand der MWittelmächte unterhoͤhlt
hat.
Wie für die Entente Rußland, so war für den Vierdund Osterreich, um
mit Bethmann zu reden, „der politisch schwächste Punkt“ geworden. Osterrelche
Bundestreue hatte einen entscheidenden Stoß erhalten: am 21. November 1916
batte der Cod dem Kaiser Franz Joseph die Erlösung gebracht. Mit ihm war
das letzte Band gefallen, das die Volter der Donaumonarchie noch mit einem
Scheln von Zus fübl verdunden hatte. Er hatte dem
Deutschen Reich im Frieden und Krieg * Kameradschaft Osterreichs gewährleistet:
nun degann sie zu wanken. Sein Großneffe und Nachfolger Kalser Karl
stand völlig unter dem Einflusse seiner Frau, die den Familien Bourbon und
Braganza entstammte und mit ententistischen Nelgungen erdlich belastet war.
Sein erster Berater, Graf Czernin, stand unter der Wahnvorstellung, für Osterreich-Ungarn
lasse sich von der Entente noch ein glimpflicher Friede erhandeln,
wenn man — dae Bündnuie preisgäbe ...
Und nun begann eln ekelhaftes, schmutiges Intrigenspiel. Schon vor dem
deutschen Friedensangedot vom 12. Dezember 1916 ließ die Schwiegermutter
des Kalsere Karl ühre deiden Söhne Sixtus und Aaver, Prinzen von Parma,
Leutnante in der delgischen Armee, „im Herzen durch und durch Franzosen“
(Ludendorff), zu sich kommen und vertraute ihnen an, ihr Schwiegersohn, der
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