Full text: Deutsches Kolonialblatt. XVI. Jahrgang, 1905. (16)

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Expedition Leopoldsville und wurde dort aufgelöst. 
Wissmann hielt sich hierauf zur Erholung elnige 
Monate in Madeira auf und unternahm dann im 
Frühjahr 1886 eine bis Juli desselben Jahres 
dauernde nochmalige Expedition zur Erforschung des 
Kassai-Flusses. 
Anschließend hieran begann Wissmann am 
16. November 1886 von Luluaburg aus seine zweite 
Durchquerung Afrikas von Westen nach Osten mit 
dem belgischen Leutnont Le Marinel zusammen. 
Im Herbst 1887 erreichte er Zanzibar, von wo 
aus er in die Heimat zurückkehrte. 
Von der deutschen Regierung mit der Nieder= 
werfung des Araberaufstandes in Deutsch-Ostafrika 
beauftragt und zum Relchskommissar ernannt, traf 
er am 31. März 1889 wieder in Zanzibar ein, 
schlug am 8. Mat Buschirl, den Führer des Auf- 
standes, und besetzte im September Mpuapua. Er 
besiegte, nachdem Buschlri im Dezember 1889 hin- 
gerichtet war, noch im Frähjahr 1890 den Rebellen- 
führer Banaheri und beendete damit den Ausfstand. 
Schon 1889 war ihm der Charakter als Major 
verliehen worden, 1890 erfolgte in Anerkennung 
seiner hervorragenden militärischen Leistungen seine 
Erhebung in den Adelsstand. 
Nach einem mehrmonatigen Heimatsurlaub im 
November 1890 nach Deutsch-Ostafrika zurückgekehrt, 
führte er erfolgreich eine Reihe weiterer ihm über- 
tragener Aufgaben zur Befestigung der deutschen 
Herrschaft durch, woraouf er im April 1891 die 
Geschäfte an den inzwischen zum Gouverneur von 
Deutsch-Ostafrika ernannten Freiherrn v. Soden 
übergab und einen Erholungsurlaub nach Deutsch- 
land antrat. 
Später leitete er 1892/93 eine Expedition, 
welche den nach ihm benaonnten Dampfer nach dem 
Njassa brachte, und gründete 1898 die Station 
Langenburg. Ende 1893 verließ er Ostafrika und 
begab sich nach einem längerem Aufenhalt in Indien 
nach Deutschland zurück. 
Im Jahre 1895 wurde er zum Gouverneur 
von Deutsch-Ostafrika ernannt; am 24. Juli traf er 
in Daressalam ein. Er mußte jedoch bereits am 
26. Mai 1896 krankheitshalber wieder auf Urlaub 
gehen. Am 3. Dezember 1896 wurde er in den 
einstwelligen Ruhestand versetzt und dem Direktor 
der Kolonialabteilung zugetellt. 
v. Wissmann befand sich im Besitz der Rettungs- 
medaille am Bande, des Kronenordens vierter 
Klasse für Lebensrettung verliehen, des preußischen 
Roten Adlerordens dritter Klasse mit Krone und 
Schwertern, des preußischen Kronenordens zweiter 
Klasse mit Schwertern am Ringe, des Kronenordens 
dritter Klasse mit Schwertern, sowie zahlreicher 
anderer Ordensauszeichnungen. Die Univrersität 
Halle hatte ihn zum Ehrendoktor ernannt. 
Hermann v. Wissmann hat sich sowohl als 
Forscher, wie auf kolonialem Gebiete ganz hervor- 
ragende Verdienste erworben. Durch seine For- 
  
schungsreisen hat er wesentlich dazu beigetragen, das 
Dunkel zu lichten, welches einen großen Teil Afrikas 
noch umhüllte. Als erster Deutscher hat Wissmann 
den dunklen Weltteil durchquert und sich schon durch 
seine erste Expeditlon in die vorderste Reihe der 
Afrikaforschergestellt. Die Ergebnisse seiner Forschungs- 
reisen sind hauptsächlich in seinen Werken: „Im 
Innern Afrikas. Die Erforschung des Kassai 1883 
bis 1885“. „Unter deutscher Flagge quer durch 
Afrika 1880 bis 1883.“ „Melne zwelte Durch- 
querung Aquatorial-Afrikas vom Congo zum Sam- 
besi während der Jahre 1886 und 1887“ ver- 
öffentlicht. 
Mit der Entwicklung Deutsch-Ostafrikas wird 
der Name Wissmanns stets aufs engste verknüpft 
bleiben. Besonders die schnelle und erfolgreiche 
Niederwerfung des Araberaufstands, unterschwierigsten 
Verhältnissen unternommen und durchgeführt, ist sein 
bleibendes ruhmvolles Verdienst. Persönlich zeichnete 
er sich durch hervorragende Liebenswürdigkeit und 
Kameradschaftlichkelt aus. Er besaß eine große 
Zahl von Freunden, die neben den Angehörigen 
seinen Tod auf das schmerzlichste beklagen. 
  
Nachruf. 
Am 13. Aprll fiel im Gefecht bei Tsannorob, 
südlich Kub, der Oberveterinär in der Kaiserlichen 
Schutztruppe 
Adam Hagemeier. 
Die Abteilung verliert in ihm einen Beamten 
von unermüdlicher Pflichttreue und Dienstfreudigkeit, 
sie bedauert in ihm einen Kameraden, der durch die 
edlen Eigenschaften seines Herzens und Charakters 
bel allen Angehörigen der Abtellung geliebt und 
geachtet wird. 
Sein Andenken wird von uns allen stets hoch 
in Ehren gehalten werden. 
Windhuk, den 15. Mai 1905. 
Im Namen der Osffiziere und Beamten der 
1. Feldtelegraphen-Abteilung: 
Malbrandt, Oberleutnant und Führer. 
In treuer Pflichterfüllung bei Ausübung seines 
Berufs fand infolge eines am 15. Juni d. Is. in 
Dorstrivier in Deutsch-Südwestafrika stattgehabten 
Eisenbahnunglücks der Maschinensührer Willibald 
Voigt aus Trebnitz (Schlesien) den Tod. 
  
Deutsch-Ostafolka. 
Der Maschinist Wilhelm Behrens und der 
Steuermann Gerhard Johanning haben am 
26. Juni d. Js. die Ausrelse angetreten. 
Der Legationskassenassistent Krüger ist am 
10. Mai und der Schiffszimmermann Heemann 
am 24. April 1905 im Schutzgebiet eingetrofsen. 
Der Tierarzt Ochmann, der Vermessungsgehilfe
	        
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