telstandes weit höhere Staatsmittel flüssig Femacht
werden mühten als bisher. Die Vertreter
der Regierung äußerten sich hiezu in entgegen- H
kommendem Sinne.
Aus#dem Gerichlssaal.
Schöffengericht Aibling.
Bad Aibling, 20. Oltober. Die Oelonomsehefrau
Anna Hangendobler aus Bad Aibling
hatte sich wegen Milchfälschung zu verantworten.
DSie wurde zu einer Woche Gefängnis verurteilt;
außerdem ist das Urteil zu veröffentlichen. —
Wegen Vergellens gegen das Kriegszustandsgesetz
erhielten der Gutsrerwalter Johann Katzmaier
aus Großhöhenrain u. der Gastwirt Jakob
Kirmaier in Weidach je 14 Mark Geldstrafe.
— Die Torfarbeiterin Margarethe Kellhammer
aus Kreuzstraße, jetzt in Nickelheim, war des
unerlaubten Verkehrs mit Gefangenen angeklagt;
sie wurde indessen sreigesprochen. — Der
Gastwirt Joh. Bept. Hinterholzer in Hohenthann
und seine Ehefrau Elise hatten sich wegen
Berufsbeleidigung zu verantworten. Als der
Gendarmerievizewachtmeister Schwaiger Nachschau
nach Schwarsschlacht ungen hielt, ergingen
sich beide in Beleidigungen gegen ihn. Hinterholzer
wurde zu einer Woche Gesängnis und zu
25 Mark Geldftrafe, seine Frau zu sieben Tagen
Gefängnis und 35 Mark Geldstrase verurteilt.
14
Kohlennot und Kleidung. Die Heiznot
des Krieges hat uns gezeigt, daß wir früher
im Frieden zwei Fehler gemacht haben. Erstens,
daß wir viel zu viel geheizt haben. Es war ein
Unsinn, unsere Räume bis auf 20 Grad Celsius
(16 Grad Reaumur) oder gar noch darüber zu
erwärmen. Bei warmer cleidung genügen für
ein Wohnzimmer 17 Grad C. (13 Grad N.), für
ein Schlaf immer 12 Grad K. (10 Grad R.
Unsere vielen Kata rrhe im Winter kamen hauptsächlich
daher. daß viele Näumc, die wir betreten
mußten, wie Amtssimben. Gasthäuser usw., ost
ũberhitz t waren. Wenn wir h gienisch und dabei
sparsam verfahren wollen, solllen wir uns auf der
Straße nicht wärmer anziehen als im Zimmer,
denn hier sitzen wir, dort geben wir. Auf der
Straße lann man deshalb viel mehr Käite aushalten
# als im Zimmer. Mir soliten uns lieber
iin Zimmer recht warm anziehen und weniger
heizen, dafur aber beim Verlassen der Wohnung
selbst bei ziemlich starker Kälte nur einen leichten
Mantel tragen. Daß wir uns im Zimmer zu
kühl, auf der Straße zu warm anzogen, das war
der zweite Fehler, den wir im Frieden machten.
Englands reichster Mann itt heute
nicht mehr ein Großgrundbesitzer oder ein growßer
Fabrilant. sondern ein bedeutsames
Zeichen der zeit ein Needer: Sir John Ellermann.
Er wird auf mindestens 725 Millionen
Mark geschänt. Der ern 55jährige Mann
kontrolliert die Ellermann, die Hall, die City,
die Buchnall und andere Dampferlinien, besitzt
ein Haus im Londoner Westend, eines im Seebad
Eastbourne und ein Schloß in Schottland u.
hat die gute Eigenschaft, viele Bilder zu kaufen,
und zwar olche lebender Künstler, „da- die Covits,
Van Ducks und Rembrandis fur sich selb
sorgen können“.
Der Weltkrieg.
(Drahtbericht.)
WTB. Großes Hauptgq nartier, den
20. Oktober. 1
wWestlicher Kricgsschauplatz.
Front des Kronprinzen
Rupprecht von Bayern.
Bei ungünstigen Beobachtungsbedingungen
war der Feuerlampf in Flandern gestern geringer
als in den Vortagen. In mehreren Abschnitten
zwischen Houthoulster-Wald und Deule
war er zeitweilig stark. Erkundungsgefechte spielten
sich an mehreren Stellen, auch im Artois
und nördlich von St. Ouemin mit für uns günstigem
Erfolge ab.
Heexesgruppe Deutscher Kronprinz.
Die Artillerieschlacht nördlich von Soissons
dauert an. Mit nur nachts vorübergehend nachlassender
Heftigkeit bekämpfen sich die dort zusammengezogenen
Artilleriemengen mit äußerster
Kraftentfaltung. Das Massenfeuer auch von
Minenwerfem hat die vorderste Kampfzone zwischen
BVauraillon und Braye in ein Trichterseld
verwandelt. Einzelne Vorstöße französischer
Aufklärungsabteilungen wurden abgewiesen.
Erößere Angriffe sind bisher nicht erfolgt.
Westlich der Maas schwoll die Feuertätigkeit
gestern nachmittags an. Mehrere eigene Unternehmungen
brachten uns Gefangene ein.
Oestlicher Kriegsschauplat.
Wrr haben auch auf der Insel Dagö Truppen
gelandet, wo schon vor einigen Tagen Landungsabteilungen
der Marine zur Sicherung der
begbsichuiglen Ausladestellen Fuß gefaßt hatten.
Die dort ehtgelellelen Operationen verlaufen
plangemäß. –f
Von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer
nichts von Bedeutung.
Mazedonischen Front
Am Westufer des Ochrida-Sees wurden angreifende
französische Kompagnien abgewiesen.
Bei Monachir, im Cerna-Bogen und am Dobropolje
lebte das Feuer auf.
Der erste Generalquartiermeister:
Ludendorff.
Neue U Boot-Beute.
MIB. Berlin, 20. Ollober. (Amtl.) Eines
unserer U--Boote (Kommandant Kapitänleutnant
Rohrbeck) hat am 2. Oktober nördlich Irland
den englischen Panzerkreuzer „Drake“ (14300
Tonnen Wasserverdrängung) durch Torpedoschuß
versenk.
Weiterhin wurden durch unsere U-Boote im
Atlantischen Ozean 16 000 Bruttoregistertonschuß
versenkt.
England und die Papstnote.
Geuf, 20. Oktober. Das „Petit Journal“
berichtet aus London: Lloyd George wird am
Sonntag, den 28. Okiober, in London seine erste
öffentliche Rede nach Ueberreichung der päpstlichen
Note halten und die Stellungnahme Englands
zum Schritte des Papstes bekanntgeben.
Englischer Schiffsraub.
Amsterdam, 20. Oktober. Aus Bmuiden
wird gemeldet, daß ein holländischer Dampftramler
von englischen Kriegsschiffen in weillicher
Richtung mitgenommen worden ist.
Argentinien.
Haag, 20. Oktober. Nach einer Meldung
aus Buenos Aires hat das argentinische Ministerium
den Antrag des Senats auf Abbruch
der Beziehungen zu Deutschland abgelehnt.
Ein Weltboykott
gegen Deutschland?
London, 20. Oktober. „Daily Mail“ fordert
die Entente auf, einen Weitbonkott für die
Dauer von 50 Jahren gegen Deutschland zu
erklären. Je nach den Friedensbedingungen könnte
die Dauer abgekürzt werden.
Die Kabinettskrise in Frankreich.
Bern, 20. Oktober. Nach hierher gelangten
Mitteilungen kann mit dem Rücktritt des gesamten
französischen Kabinetts gerechnet werden.
Zur Stimmung in Petersburg.
Lugano, 20. Oktober. Nach Meldungen der
Schweizer Blätter aus Petersburg rechnet die
russische Presse bereits mit einem Angriff auf die
fimländische Küste, wodurch die neue russische
Front bei Riga im Rücken bedroht würde. Ferner
berichtet der „Secolo“ aus Petersburg, eine
englisch-französische Militärgesandtschaft ist in
Petersburg eingetrofsen, um den russischen Ostsee-Widersland
einzurichten.
Petersburg wird geräumt.
Kopenhagen, 20. Oktober. Aus Petersburg
wird gemeldet: Angesichts der neuen Lage
ergreift die Regierung Maßregeln zu einer baldigen
Räumung der Hauptstadt.
Das neue schmedische Kabinett.
Berlin, 20. Oktober. Das neue schwedische
Kabinett hat sich jetzt gebildel. Es wird seine
Tätigkeit jedenfalls mit einer Erklärung über die
Fortsetzung der Neutralitätspolitik beginnen.
Berliner Blätier empfehlen schärfste Aufmerksamkeit
gegenüber der Haltung der neuen Regierung,
da dem Ministerium auch der „schwedische
Venizelos“, Branting, mie ihn die schwedische
Presse neunt, als Finanzminister angehört.
Die Brandkatastrophe in Saloniki.
Haag, 20. Oktober. Der durch den Brand in
Saloniki angerichtete Schaden beträgt nach den
mummehr abgeschlossenen Schätzungen 96 Mill.
Etancs.
—— — — ——
Dernene Milliardensieg.
Ueber 12'½ Mill. Mark
für die 7. Kriegsanleihe.
WIB. Berlin, 20. Okt. Amtlich. Das Ergebnis
der 7. Kriegsanleihe beträgt nach den bis
jetzt vorliegenden Meldungen ohne die zum Umtausch
angemeldeten älteren Kriegsanleihen
12 Milliarden und 432 Millionen Mark.
Kleine Teilanzeigen und ein Teil der Feldzeichnungen,
für welche die Zeichnungsfrist bis
zum 20. November läuft, stehen noch aus, sodaß
das Endergebnis 12½ Milliarden Mark übersteigen
wird.
Insgesamt sind im dritten Kriegsjahr mehr
als 2512 Milliarden Mark, vom deutschen Volk
aufgebracht worden, also über 4 Milliarden Mk.
mehr als 1915 und 1916.
Diese in der Weltgeschichte bisher unerhörte
wirtschaftliche und finanzielle Kraftentfaltung ist
die beste Antwort des deutschen Volkes auf die
Wilsonnote und auf die von seinen Gegnern den
Völkern vorgetäuschte Hofsnung auf einen wirt.
schaftlichen Zusammenbruch Deutschlands.
r——
Die siebente große Finanzschlacht endete mit
einem glänzenden Sieg für unsere wirtschaftliche
Kraft. Die Hofnungen wurden nicht getäuscht.
Obwohl wir schon im vierten Kriegsjahr slehen
und obwohl unsere Feinde längst schon unseren
Zusammenbruch erwartet und tausendmal vorausgesagt
hatten, erreichte die siebente Kriegsanleihe
ein Ergebnis, das alle Erwartungen
übertrifft. Ja die siebente Kriegsanleihe steht
unter sämtlichen deutschen Finanzoperationen seit
Kriegsbeginn an zweiler Stelle; sie wird im
Ergebnis nur von der sechsten Anleihe übertrof
fen. Die sieben Kriegsanleihen hatten folgendes
Ergebnis in Millionen Mark:
1. Kriegkanleihe 4. 44c00
2.
3. " 12
4. » 10.768
5. » 10.651
6. 13 122
7 12.500
Das glänzende Ergebnis der siebenten Kriegsanleihe
paßt allerdings nicht in das Bild von der
wirtschaftlichen Erschöpfung Deutschlands, das
unsere Feinde mit so grellen Farben zu zeichnen
lieben. Umso größer wird die Enttäuschung im
ganzen feindlichen Lager sein. Deutschland kann
nicht besiegt werden.
Regelung des Verkehrs mil
Brolgelreide und Neil.
(Aus dem Bezirksamtsblatte.)
(Fortsetzung.)
H. Wechsel des wohnortes und des Aufenthaltes.
1. Bezirksangehörige, die ihren Wohnort auf
die Dauer von höchstens 14 Tagen verlassen
wollen, lassen sich von der Gemeindebehörde ihres
Wohnortes ihre Kommunalverbandsbrotmarken
für die Dauer der Reise in Reichsreisebrotmarken
umtauschen.
Bezirksangehörige, die ihren Wohnort auf
lüngere Dauer verlassen wollen, geben bei der
Gemeindebehörde ihres Wohnortes gelegentlich
der Ausstellung der Lebensmittelabmeldebescheinigung
(Ausschreiben vom 10. August 1917
— Amtsbl. Nr. ) ihre Kommunalverbandsbrotmarlen
ab und erhalten auf Reisedauer,
jedoch höchstens für 3 Monate Reichsreisebrotmarken.
In der Abmeldebescheinigung
vermerkt die Gemeindebehörde den Zeitraum,
für den sie Reichsreisebrotmarlen ausgehändigt
hat. Für die Zeit nach Ablauf der 3 Monate
erhalten die Reisenden weitere Reichsreisebrotmarken
von der Gemeindebehörde des jeweiligen
Aufenthaltsortes auf die Dauer der jeweiligen
Brotkartenperiode. Diese Behörde vermerkt
gleichfalls in der Abmeldebescheinigung den
Zeitraum, für den jeweils die Markenabgabe
erfolgt. Kehrt der Reisende wieder in den Bezirk
seines Wohnortes zurück, so erhält er für die
Zeit, von der ab er nicht mehr mit Reichsreises
brotmarlen versehen ist, wieder Kommunalver-=bandsmarken.
Bei dauerndem Wechsel des Wohnortes
(Umzug) gibt der Wegziehende bei der Gemeindebehörde
des bisherigen Wohnortes seine Kommunalverbandsbrotmarken
ab und erhält dagegen
für 1 Woche Reichsreilebrotmarken. Die
Pöneildebehörde vermerlt das in der Abmedebescheinigung,
die sie dem Wegziehenden ausstellt.
Dieser erhält auf Grund der Bescheinigung
von der Gemeindebehörde des neuen Wohnortes
Kommunalverbandsmarken.
4. Die vorstehende Regelung gilt für den
Reiseverkehr von Inländern im Reichsgebiet.
Personen, die sich bisher außerhalb des Reichsgebietes
gufgehalten haben, erhalten pon# Ler
Vemeidebehor ihres seweiligen Imländeschen
Aufenthaltsortes gegen Vorzeigung ihres Peisegoses
Reichsreisebrotmarken gegen Vermerk im
e ".
Urlauber, welche nicht in den Haushalt
eass Selbstversorgers eintreten, erhalten von
der Gemeindebehörde gegen Vorzeigung ibres
Urlaubspasses Reichsreisebrotmarlen für die
Dauer ihres Aufenthaltes. * Gemeindebehörde
verinerlt in den Passe, für welche Zeitdauer
sie Marlen abgegeben hat.
6. Die Reichsreisebrotmarken werden von der
Gemeindebehörde für den Bezug aleichen
täglichen Mehl- und Brotmarken nlhn
wie die Kommunalverbandsmarken.
. Reichsreisebrotmarken.
Die Neichsreilebrotmarte lautet auf 40 und 10
Gramm Gebäck. Sie wird Urlaubern und?
ländern, die sich vorübergehend im Amtebezirle
aufhalten, und im übrigen den Bezirksangebarigen
nur zum Zwecke der Verwendung außerhalb
des Bezirkes von der Gemeindebehörde abgegeben.
Es ist verboten, solche Marken zur Verwendung
im Bezirke zu verlangen. Auf Verlangen
ist der Gemeindebehörde Auskunft zu geben,
ob die gewünschten Reichsreisebrotmarlen
für einen auswärtigen Aufenthalt benötigt sind.
Unwahre Angaben sind strafbar.
K. Taglöhner, Störhandwerker.
Taglöhner, Störhandwerker, Näherinnen od.
andere Personen, die von dem jeweiligen Arbeitgeber
die Kost erhalten, haben keinen Anspruch
auf Brotbezug. Sie haben vielmehr in
jedem Falle, ob sie zu den Selbstversorgern oder
zu den Versorgungsberechtigten gehören, entweder
ihr Brot selbst mitzubringen oder für das
empfangene Brot dem Arbeitgeber Brotmarken
zu überlassen.
L. Militärpersonen.
1. An Militärpersonen jeden Dienstgrades, die
in militärischer Verpflegung stehen, darf weder
von Bäckern, noch von Brothändlern, noch in
Wirtschaften Brot abgegeben werden.
Bezirksangehörige Militärpersonen, die
nicht aus Beständen der Heeresverwaltung mit
Brot verpflegt werden oder Brot erhalten, haben
gegen den Kommunalverband des Garnisonsortes
Anspruch aus Brotkarten wie andere Versorgungsberechtigle.
Hiefür kommen in Betracht:
4) Offiziere und Militärbeamte,
b) die mit Verpflegung einschließlich Brot Einquartierten.
JP0) die Brotgeldempfänger sowie die taserne
mentmäßig untergebrachten, auf Selbstverköstigung
angewiesenen Mannschaften,
d) die Kriegsgesangenen und die dazu gel örigen
Wachmannschaften, denen das Brot
nicht von den Gefangenenlagern abgegeben
wird;
F00) die Lazarettinsassen, falls die Lazarette und
ihre Verlragsbäcker nicht von der Heeresverwaltung
unmittelbar mit Brotmehl beliesert
werden.
Alle vorbezeichneten Militärpersonen erhalten
die Nation der Versorgungsberechtigten, die unter
Buchstabe b, c, d und e bezeichneten auch die
Schwerarbeiterzulage. Kriegsgesangene, die als
Schwerarbeiter beschäftigt werden, erhalten auch
die diesen zugebilligte Zulage.
Die Brotversorgung des Militärurlaubers
ersolgt aus den Beständen des Selbstversorgers,
wenn er in dessen Haushalt aufgenommen wird.
im Uebrigen erfolgt die Brotversorgung der Militärurlauber
aus den Beständen des Kommunalverbandes
durch die Gemeinde des Urlaubsortes.
Im letzteren Falle steht den Urlaubern die gleiche
Brotmenge zu, wie den Versorgungsberechtigten.
Die Militärurlauber sind grundsätzlich mit
Reichsreisebrotmarken zu versehen und erhalten,
soweit sie am Urlaubsorte als Schwerarbeiter
oder Schwerstarbeiter beschäftigt werden, die für
diese bestimmten Zulagen.
. (Schluß folgt.)
2
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Mescbelm zu rtuden delm #uctenn
Elektrixitätuwerk, Pernruf Nr. 30 b#di 2#.
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