sie zu Absatzgebieten fuͤr die Erzeugnisse der Industrie zu machen,
um dieser die unentbehrlichen Maͤrkte zu sichern und die Pro—
dukte der Kolonien bezahlen zu koͤnnen. In dieser Beziehung
liegen die Dinge insofern einfach, als die primitiven Voͤlker
so ziemlich alles, was sie an Arbeitsloͤhnen oder als Gegenwert
fuͤr ihre Produkte erhalten, in europaͤischen Waren anlegen.
Sparen können sie noch kaum. So kommt es, daß in den meisten
Kolonien die Einfuhrwerte ungefähr den Ausfuhrwerten antsprechen.
Der Umfang der Wareneinfuhr richtet sich nach der
Produktenausfuhr. Jede Produktionssteigerung hat also unmittelbar
eine Vermehrung des Warenbedarfs zur Folge.
Unsere Handelsbilanz mit fremden Kolonialstaaten war schon
vor dem Kriege in steigendem Maße passiv. Dabei war es einer
der schwächsten Punkte unserer weltwirtschaftlichen Stellung, daß
unser eigener Kolonialhandel noch sehr gering war. Zahlten wir
doch jährlich etwa 3 Milliarden Mark für Erzeugnisse tropischer
und subtropischer Länder und deckten aus unseren eigenen Schutzgebieten
nur etwa 3 Prozent unseres Bedarfs. Da Deutschland
nun einmal zum Industrieland geworden ist, so müssen wir
unserer Industrie auch Rohstoffe schaffen, um unseren Arbeitern
Brot zu geben. Ein Aufhören dieser Zufuhr oder auch nur eine
geringe Verteuerung dieser Massenprodukte würde unabsehbare
Folgen für unser Volk nach sich ziehen. Große Mengen von
Arbeitern würden brotlos und zur Auswanderung gezwungen
werden. Man mag die Entwicklung, die unsere Volkswirtschaft
genommen hat, bedauern, aufhalten können wir sie nicht mehr.
Auch von unseren Kolonien kann nicht allein das Heil kommen.
Sie waren bisher nicht imstande, unsere Bedürfnisse zu befriedigen.
Woran lag das? Waren unsere Schutzgebiete wertlose
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