Volltext : Deutsches Kolonialblatt. XIX. Jahrgang, 1908. (19)

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#ewohner  müssen  die  Olpalme  schon  in  jahrkhntelanger
  Pflege  kultiviert  haben,  um  doch  nur
men  dem  tatsächlichen  Werte  nicht  entsprechenden,
eringen  Gewinn  daraus  zu  erzielen.  In  die
freude  über  diesen  außerordentlich  großen  natürichen
  Landesreichtum  mischt  sich  daher  auch  das
zedauern,  daß  dieser  Reichtum  mangels  geeigneter
#erkehrsmittel  nicht  ausgenützt  werden  kann.  Hier
erdirbt  vieles,  was  zu  Hause  zu  hohen  Preisen
egehrt  wird.

Von  Jaunde  aus  läßt  sich  zur  Zeit  Gelemenuke
  von  Karawanen  in  sechs  bis  sieben  Tagen
rreichen;  von  letzterem  bis  zur  Station  braucht
lan  fünf  bis  sechs  Tage.  Von  Gelemenduke
bürde  man  auf  dem  Wege  Eba—Bamendze  —
zembiang  bis  Dume-Station  drei  bis  vier  Tage
rauchen,  und  somit  könnte  eine  Verbindung
saunde—Dume-Station  in  neun  bis  elf  Tagen
lesichert  werden.  Zudem  ziehen  auf  diesem  Wege
mr  wenige  und  nicht  tiefe  Sümpfe.  Könnte,  wie
ms  dem  neuen  Wege  wahrscheinlich,  der  Nyong,
velcher  zum  Sanaga  entwässert,  an  seinen  ersten
Anfängen  im  Busch  zwischen  Bandze  und  Semhlang
  passiert  werden,  so  ließe  sich  hier  wohl
ohne  allzu  bedeutende  Kraftleistungen  mit  Hilfe
von  Dämmen  eine  brauchbare  Straße  herstellen.

Die  derzeitigen  politischen  Zustände  lassen  die
Annahme  gerechtfertigt  erscheinen,  daß  diese  Straße
zt  schon  auch  von  kleineren  Karawanen  benutzt
verden  kann,  zumal  inzwischen  sich  auch  mehrere
der  Häuptlinge  zwischen  Sembiang  und  Bandze
#er  eingefunden  haben.

Auf  der  Straße  Alaman  Gelemenduke  habe
ch  Tsetsefliegen  vorgefunden;  ein  bei  Gelemenuke
  längere  Zeit  verbliebenes  Pferd  dürfte  nach
en  gemachten  Angaben  davon  befallen  gewesen
in.  Impfungen  wurden  an  dazu  geneigten
ingeborenen  vorgenommen.

MD

Deutsch-Ostafrika.
Uber  Salzgewinnung  in  Unlamwest

richtet  der  Bezirksamtmann  von  Tabora,  Haupt-#ann
  a.  D.  Herrmann,  folgendermaßen:

Im  Bezirk  Tabora  wird  Salz  an  verschienen
  Stellen  in  primitivster  Weise  aus  salzhaltiger
de  für  den  gelegentlichen  Hausbedarf  gewonnen.
.  Vorkommen  wird  sogar  so  umfassend  auseutet,
  daß  man  von  einer  Salzindustrie  und
Salzhandel  reden  kann.  Es  geschieht  dies
Igs  eines  Baches  „Mongo  gwa  musihu“  (Salz-7
  der  in  Ukune  entspringend,  in  seinem

ellauf  die  Grenze  zwischen  den  Landschaften
ungwa,  Ulewe,  Ubagwe  im  Norden  und  Usfistu-21



 

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Nord,  Ussistu-Mitte  im  Süden  bildet  und  in  den
Gombefluß  mündet.  Die  Gegend  gehört  zu  dem
Gneisgranitplateau  des  mittleren  Ostafrika.  Das
Salz  wird  nur  auf  der  Strecke  des  Mittellaufes
gewonnen.

Der  Bach  fließt  in  einem  weiten,  flachen  Tal,
das  er  zur  Regenzeit  in  einer  Breite  von  50  bis
150  Metern  überschwemmt.  In  der  Trockenzeit
fließt  er  nicht,  sondern  bildet  eine  Kette  von
Tümpeln,  die  stellenweise  teichartig  erweitert  sind.
In  diesen  Teichen  halten  sich  das  ganze  Jahr
Fische,  Enten  und  vereinzelt  Krokodile.  Nachdem
das  Wasser  der  Regenzeit  abgelaufen  ist,  kommen
die  Bewohner  der  umliegenden  Landschaften  und
kratzen  von  der  schweren,  schwarzen  Erde  des
Überschwemmungsgebietes  die  oberste,  salzhaltige
Schicht  zu  Haufen  zusammen;  sichtbar  blüht  Salz
nur  an  wenigen  Stellen  aus.  Die  schwarze  Erde
wird  dann  in  große,  auf  Gerüsten  stehende  unten
durchlöcherte  Rindenschachteln  (Kilindo)  gefüllt,
deren  Boden  mit  einer  Grasschicht  als  Filter  bedeckt
  ist;  fortgesetzt  wird  Wasser  darauf  gegossen.
So  sickert  eine  salzhaltige  Flüssigkeit  in  darunter
stehende  Tongefäße,  welche,  wenn  sie  voll  sind,
solange  über  Feuer  gestellt  werden,  bis  das
Wasser  verdunstet  und  eine  grauweiße  Salzschicht
zurückbleibt.  Der  Betrieb,  der  den  alten  Weibern
zufällt,  ist  zeitraubend  und  mühsam,  besonders  da
das  Brennholz  in  dieser  recht  bevölkerten  und  abgeholzten
  Gegend  ziemlich  weit  hergeholt  werden
muß;  immerhin  ist  das  Salz  eine  Quelle  des
Wohlstandes  für  die  angrenzenden  Landschaften,
da  etwa  30  Pfund  schon  an  Ort  und  Stelle  mit
1  Rupie  bezahlt  werden  und  die  Produktion  den
Bedarf  für  einen  großen  Teil  von  Uniamwesi,
speziell  für  die  40  000  Köpfe  starke  Stadt  Tabora
decken  muß.  Das  Salz  ist  rein  und  gut  von
Geschmack,  wird  aber  von  den  Eingeborenen  gern
mit  einem  Zusatz  von  Asche  versehen.  Die  Gewinnung
  erfolgt  von  jeher,  die  Ausbeute  wechselt
mit  den  Jahren,  je  nach  Ausfall  der  Regenzeit.
Die  Länge  der  Strecke,  auf  der  Salz  gewonnen
wird,  beträgt  ungefähr  12  Kilometer.

Erwähnenswert  ist  noch,  daß  kein  Häuptling
den  Salzboden  betreten  darf,  da  dann  sofort  das
Salz  aufhören  würde;  muß  ein  Häuptling  den
Bach  passieren,  so  wird  er  auf  den  Schultern
eines  Mannes  hinübergetragen.  Die  Gewinnung
ließe  sich  vereinfachen  und  verbilligen,  wenn  am
Rande  des  Überschwemmungsgebietes  Pfannen
angelegt  würden,  in  denen  die  abgefilterte  Flüssigkeit
  durch  Sonnenwärme  verdunsten  könnte.“

M