Volltext : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

 

 

Der  Aosenhelmet
und
monat#

 

Pe#beimer  Anzeiger“  knt  14  EAALIFELLEIAATCCCCC
W  —  Der  Locht  tuc#  —  Mart  H  Pfemus,
Wpfennig.  F##  Postabonmenten:  Zuftell  Juftellgebühr  frel  ins  Haus  14  Pfenmig  monnsl.

V.ralprecher:  Beiag  und  Mebahlln  Nr.  2  Inferrten.Abtelleng  z#.  e

 

 

 

 

RKosenheimer  Anzeiger

 

 

Di#
#####-Rosenheimer

  Tagblakt

Amtliches  Bublikations-Organ

Bettzelle  mm  Unzeigemtell  kostet  0  Ee  die  Petttzelle  un  Rellum###e#  —
#nzelgen,  Reklamen  und  Beilag  cen-Expe#
##in  4  Vogler  A.-G.,  Nosenhe#m,  tun  s  Berlln  usm.

S#chlutk  der  Anzelgen-Anmahme  1  Uhr  mittags.

urch  die  Annoncen  ###—#—

 

 

Nummer  104  KNothellic  Flora,  Moniko

Doerstag,  4.  Mai  1916

Protestantisch:  Flora,  Monika

 

1  62.  Jah#

Vor  der  Entscheidung  über  die  deutsche  Antwort  an  Amerika.

Die  Wehrpflicht  in  England.  —  Die  Ereignisse  in  Dublin.  —  Ein  englischer  Kreuzer  schwer  beschädigt.  —  Die  Kiiegsstlimmung
in  England.  —  Am  Col  di  Laua.  —  Die  griechische  Krise.  —  Torian  von  Deutschen  und  Bulgaren  besetzt.  —  Rufsischenglische
  Geldhilfe  für  Perfien.

De  nriegslage.

(Hroßes  Hauptquartier,  den
nittago.  Amtlich.

WITB.
l.  Mai,

wWestlicher  Kriegsschauplatz.

Nördlich  ron  Dirmuiden  drangen  deutsche
Ableilungen  anschließend  an  einen  Feuerüber
sall  in  die  belgischen  Linien  ein  und  nahmen
einige  Dutend  Leute  gefangen.

In  der  Gegend  von  Four  de  Parie  (Argonnen)
  gingen  unsere  Patronillen  bie  uber  den
’weiten  französischen  Graben  vor  und  brachten
einige  Gefangene  zurück.

Beiderseits  der  Maas  ist  die
derl.

Oberltz  nant  Frhr.  v.  Aithaus  schoß  uber
dem  Caillette-Walde  sein  6.  feindliches  Flugzeng
ab.  Außerdem  ist  ein  franzosisches  Flugzeug  im
Luftlampf  südlich  des  Werles  Thiaumont  zum
Ab'turz  gekracht,  zwei  weitere  sind  durch  unsere
Abwehrgeschütze  südlich  des  Talou  Rudend  und
rom  Gelöft  Thiaumont,  ein  funstes  durch  Maschinengewehrfeuer
  bei  Hardaumont  herunterge
kolt  worden.  Der  Führer  des  letzieren  in  lol,
der  Veobachter  schwer  verleßt.

Oestlicher  Kriegsschauplatz.
d

Lage  unverän

un
Balkankriegsschauplatz.
Nichlo  Neues.
Oberste  Heeresleilung.

E———

Daes  Reichsvereinsgeset

Be  rlin,  3.  Mai.  der  Deutsche  Landwirt!#
schaftsrat  hat  am  1.  Mai  einmütig  einen  Be
schluß  gesaht,  wornach  er  in  der  Zusage  der  Reichsleitung,
  eine  Norelle  zum  Reichsvereinsgesel
einzubringen,  einen  so  starken  Bruch  des  Burg
#riedens  erblickl,  daß  die  bedentlichsten  Folgen
innerpolitischer  Art  unausbleibiich  erscheinen.
Er  richtete  an  den  Reichslanzler  eine  Eingabe
mit  der  Bitte,  keiner  Norelle  zum  Reichsverein?
gesetz  seine  Zustimmung  zu  erteilen,  die  die
bioher  friedlichen  Verhällnisse  unserer  landwirtschaftlichen
  Bevöllerung  irgendwie  berühren  oder
auch  nur  für  die  Zulunft  gefährden  lönnte.  Nach;
der  „Deutschen  Tageszeitung“  hatten  diese  Vorfellungen
  keinen  Erfolg.

#  us

 

stand  im  Hasen  von  Ne  uyork.

aag,  3.  Mai.  Der  „Nieuwe  Courank“
nehane  Im  Hafen  von  New  Vork  ist  ein  allgemeiner
  Streik  unter  den  Maschinisten  der
Schleppboote  und  Leichler  ausgebrochen.  Die
sresn  verlangen  eine  Lohnerhöhung.
Infolgedessen  können  die  Schiffe  den  Husen
nicht  verlassen,  wodurch  der  Munitionstransport
  verhindert  wird.

 

 

  
   
  
   

    

 

 

—
G  ——  7  ——
—  —7  *  —2

 

 
  
  
   

 

 

.  «  «
sfz  —  vq  *  *
s
8  ..-«  .I«-l«s--«-..«.—
“  41  154  5
–  ,  "  “
ie.  44%  *½½%  –.,
".6%  —
—  E
4  "  n*-*'  Q
*77%  «  .-  J
u  ——iiese  4
u  *  Acenes  s--  E
*r*  6%  *  *
.  *
.  1
»  «-  -  3  **  *
ES.—  iSeus
*  ,,,  z»
¾  #.  J444  «  Sonone.  %%  *
—  onn
§4  4  6  —
"  n—  *I/nn.  %
**/  –  –
4  1s.—  —  4  5%  4  I
»"«s  —
Mampfe  —  selles.  ichtomilich  .  Vs  wroce

 

 

 

 

 

Deutschland  und  Amerika.

Berlin,  2.  Mai.  lleber  die  „Bedeutung
des  Augenblicke“  schreibt  Graf  Nerentlow  in
der  „Deutschen  Tageszeitung“:  Riemals  war
Grohbritanniens  Lage  nicht  nur  unbehaglicher,
sondern  ungunstiger  und  gefährlicher  als  jetzt
und  niemals  hat  der  Präsident  der  Vereinigten
Staaten  einen  drobenderen.  diltatorischeren  und
schrofferen  Ton  gegen  D  Teunchland  Aneschlanen,
als  eben  in  diesem  Augenblick.  Die  Vereinigten
Slaaten  sind  schwer  besorgt  um  die  Kriegelage
in  Europa,  als  deren  Angelpunkt  sie  mit  Recht
die  Kriegeslage  Großbritanniens  erlennen.  All
mählich  hat  sich  in  den  Vereinigten  Staalen  wohl
auch  die  Auffassung  durchzusetzen  begonnen,  daß
Deutschland  auf  dem  Lande  nicht  zu  besiegen
und  das:  es  vielleicht  nicht  auszuhungern  sei.
moglicherweise  schreclich  zu  denlen  siegen
lönne.  Dazu  kommen  die  englischen  Mißerfolge
und  umneren  Besorgnisse,  vor  allem  die  wirt

schaftliche  Lage  Großbritanniens.  So  springt
Wasleington  mit  erhobener  Drohnote  in  die

Bresche,  damit  dad  Schlimmste  von  Großbritannien
  abgewendet  werde.  Unsere  Ueberlegungen
führen  zu  dem  Ergebnis,  daß  die  Politik  und
lonsequente  Handlungsweise  der  Vereinigten
Staaten  durch  ein  deutsches  Eingeben  auf  ihre
jenigen  Wünsche  nur  dazu  gebracht  werden,  #hr
bisheriges  Verfahren  verstärlt  forlzusetzen  und
alleo  zu  tun,  damit  Deutschland,  nichl  Grohß
britannien  r*—’e-l

Die  „Berl.  N.  N.“  bekössentlichen  Gedanlen
über  Wilsons  aienscufrallen  Es  heißt  da
Ein  Staat,  der  für  den  Frieden  belen  läßt  und

 

tatsächlich  den  Frieden  verhindert,  der  wird  nicht
ungestraft  bleiren.  Das  Biut  vron  Tausenden
und  Abertausenden  unserer  Krieger,  ja  auch  das
Blut  all  der  franz  biischen  und  englischen  Opfer
schreit  zum  Himmel.  Es  wird  uber  den  Slaat
lommen,  der  sich  jent  zum  Wortführer  für  die
Rechte  der  Menschheit  aufwirft  und  uber  den
Mann,  der  mit  schmerzlichem  Bedauern  von
dieser  seiner  Pflicht  redet.  Vielleicht  kommt
früher  oder  spater  die  Strase  durch  seinen  Mitschuldigen
  Japan.  Wir  aber  geben  gelrost  und
zurersichtlich  der  zutunft  enlgegen.  Wir  sind
gewiß,  daß  unsere  Regierung  zwar  den  11  Boots
trieg  so  mild  als  moglich  zu  fuhren  beal  sichtigt,
daß  wir  aber  dar  sobald  als  moglich  aufhoren
lonnen,  dafür  mussen  wir  die  menschlichen  Gesuhle
  Wilsons  sorgen  lassen.  Vielleicht  könnte
sein  Ehrgefühl  und  seine  Tatlraft  wachgerufen
werden,  wenn  er  börie,  daß  unfere  braven  Feldgrauen
  an  der  flandrischen  Kunte  jur  die  schred.
lichen  amerikanischen  Giflgasgranaten,  an  denen
schon  so  mancher  zugrunde  gegangen  in,  einen
dratischen  und  bedemsamen  Namen  erfunden
haben.  Man  neunt  die  Giftgasgranalen  dort
ganz  allgemein  Wilsons  „Friedensgebele“.

.zur  berorstehenden  dentichen  Antwort  an
Amerika  meldet  die  „Koln.  Vollozeitung“:  Die
Entscheidung  wird  nicht  jo  schneil  lommen,  denn
die  deutsche  Antwort  an  Wilson  wird  die  Ent
scheidung  nicht  bringen,  sondern  die  schließliche
Entscheidung  liegt  bei  Wilson  und  jeiner  zu  er
wartenden  Antwort  auf  die  deutsche  Antworlnote.
  Man  ist  sich  im  Hauplauartier  über  die
Grundzüge  der  deutschen  Antwort  auf  die  ame
rilanische  Note  einig.  Die  Entscheidung  hangt

 

daron  ab,  ol  Wilson  den  neuen  deultschen  Vorichlag

  als  genugend  annehmen  oder  um  jeden

Prei“  den  Konflikt  und  Krieg  herbeifuhren  will.
*r  ·

Berlin,  3.  Mai.  IJIn  der  Budgerkommifs
sion  des  Reichstages  nahm  Slaatssekretär  u.
Jagou  ror  Eintritt  in  die  Tagevordnung  das
Wort.  Im  Hinblick  auf  die  Wichtigkeit  der
aumerilanuchen  Frage  haue  die  Regierung  über
den  Sland  der  Oinge  gern  ichon  heute  bei
Wiederaufnahme  der  parlamentarischen  Arbeit
Mitleilungen  gemach!l.  Die  Entscheidung  siehe
jedoch  noch  beror.  Sodalo  der  Reichskanzler
aus  dem  Hauptquartier  zuruckgelehrt  ist,  beabsichtigt
  er,  der  Kommission  nähere  Aufschlüsse
zu  geben.  a  *
IIILIIIB

Menennes  vom  Kreieg.
.  Mitt
Wien.  1.  Mi.  D6  Verbandlungen  mil
den  kurzlich  aus  Verün  ei  angetroffenen  Vertrelern
  der  deulschen  Nen:  erung  uber  einige  Zollund
  wirt'chaflepolmische  Fragen  fanden  in  den
letten  Tagen  :  Meierium  des  Aeußern
unter  Teilnahme  "  lerre:  r  ungarncher  Amis-.
rerfonen  ünst  un  durchaus  befridigend.
  Die  lechn  %  seiftage  werden  von
der  nächten  Wocke  aur  *t  Berlin  von  Fachleuten
  beider  Slaat#en  beraten.

Eine  dD

Pearis,  5.  Mai.
Pariien“  eriahrt  aus

  

e  le  Uro  p  .

.  '

,-cnnHion



(«le-.c·:cc.L-mrais.s»Werft
Bundemedajzdcrmon
tkncgrimsdkc:Uiini7:erc-ms·idemLusarMiuIckp
lomilfdiieimTcniskiosshbkktcickthatDer
monleuqkmnchewesdanptraqcrnNomNados
witsch  sei  nach  Bordeaur  derusen  worden.
Die  Kriegeamnimmmu
Bern.  2.  Mai.
.  Giornale  d  IJtalic#

London.
Ein  Londoner  Brief  des
rom  27.  April  macht  darauf
  aumerliam,  dan  man  dort  einem  weiteren
Winterfelding  mi  Schreden  eigegeniche.  Die
allgemeine  Au'amen  rerlange,  dat  man  mit
den  heute  korhandenen  Kräften  kräftig  dreinschlage.
  Es  sei  dringend,  eine  allgemeine  und
rn-  O’'semire  zu  ergreifen  und  eine
Losung  des  Riesemamfer  in  dieiem  Jahre  zu
sinden.  Man  rerüchere,  dan  die  Militärkonsetenz
  der  Verbundeien  auf  disen  Gedanken  geslimmt
  sei.  Die  o'fentliche  Meinung  der  Verbundelen
  verlange  auch  eine  werlere  Zusammenarbeit
  der  militariichen  Krafsie.

ng  in

wieder  zur  die
.

Waibinglo:  MI#  (Reuter  Bei
der  Eroffnung  bes  ui  kru  ennslagels  fur  Kriegs
flegerinnen  jate  Wirau  in  einer  Aniprache:
Golt  moge  verbuten.  dun  die  Vereiniglen  Staa
len  jemals  in  einen  Krieg  gesogen  würden.
Wenn  er  aber  doch  geschahr,  so  wurden  sie  #uch
aus  ihren  Traumen  wachrutieln,  bis  jeder,  der
an  dem  Geist  der  neuen  Welt  zweifse,  einsel#en
wurde,  daß  sie  noch  unmer  ihle  Stlimme  für
die  Menschlichkeit  erhebe.

Immer  Menichlich-