1072 Schwaben u. Neuburg.
zu Laupheim für Arme beider Orte. Die andern Ortsantheile mit Gerichtsbarkeit
gingen an Ernst von Rechtberg über. Von dieser Familie kam der
Ort durch Tausch an die Reichsmarschälle von Pappenheim der Grönenbacher
Linie, von diesen kaufweise 1753 an die Herren von Stain zu Niederstotzingen
(Wirtemberg), 1761 an das Reichsstift Roggenburg, von welchem Franz
Leo von Rechtberg diese Besitzung zurückkaufte und dieselbe 1784 um 82000 fl.
an Philipp Adolf von Hermann auf Wain (Wirtemberg) abtrat. Endlich gelangte
im Jahre 1804 diese Ritterherrschaft um 120,000 fl. an Bahern.
Beuren, Kuratie im Landkapitel Weißenhorn, war einst eine Burg, auf
welcher zur. Grafschaft Holzheim gehörige Dienstmannen saßen. Auch das
Frauenkloster Urspring in Wirtemberg scheint hier Besitzantheile gehabt zu
haben, denn im Jahre 1412 ertheilte dieses Kloster dem Lutz Kraft in Ulm
die Bewilligung, in Beuren eine Kaplanei mit Ueberlassung des Patronatsrechtes
an die jeweilige Ortsherrschaft zu stiften. Im Jahre 1548 ging der
Ort in Fugger’'schen Besitz über, von da an die Karthause Buxheim, von
dieser an den Grafen von Ostein und später Walrbott-Bassenheim, dem auch
heute noch das Patronatsrecht zusteht. Biberachzell, Pfarrdorf im Landkapitel
Weißenhorn, war früher im Besitze gleichnamiger Herren, kam 1500
an Lorenz von Kraft, 1571 an die Herren von Thürheim von diesen kiuflich
an das Reichsstift Kaisheim und endlich zur Zeit der Sakularisation an
Bayern. Biberberg, ein mit Wallenhausen unirtes Pfarrvdorf im rergenannten
Landkapitel, war eine Zugehörde zur Markgrafschaft Burgau,
welche Herzog Albrecht von Oesterreich, als Markgraf von Burgau im Jahre
1342 dem Burkard von Elrbach mit der Befugniß zu Lehn gab, „das Patronatsrecht
an das Reichsstift Roggenburg abzutreten“; wogegen
aber die Geßler von Ulm als Lehensnachfolger protestirten, bis Reggenburg
die Geßlerischen Rechte 1590 durch Kauf an sich brachte, das Gut
aber um 3300 fl. an Sebastian Lieber in Ulm abtrat, von welchem es an
Johann Khon in Ulm und von diesem 1666 an das Reichsstift Kaisheim gelangte,
bis die Säkularisation es an Bayern brachte. Breitenthal, Pfarrdorf
im Landkapitel Weißenhorn an der Günz, war ehedem mit Kirchensatz
Eigenthum des Reichsstiftes Roggenburg, bis es zur Zeit der Klosteraufhebung
an Bayern fiel. Hier ist die Römer= oder Bauern-Schanze merkwürdig, bei
welcher sich 1525 während des Bauernkrieges die aufrührerischen Bauern
versammelt, die Römerschanze ausgebessert und von da aus ihre Angriffe
gegen Breitenthal, Waldhäuserhof und das Kloster Roggenburg gemacht haben.
Boos, Pfarrdorf im Landkapitel Ottobeuern, gebörte früher einer
gleichbenannten Familie, von der uns vom Jahre 1146 ein Diepold urkunklich
bekannt ist. Später waren die Stebenhaber von Memmingen Inhaber dieses
Ortes, bis er von diesen 1551 durch Kauf an Anton Fugger gelangte.
Hier finden wir ein Schloß, eine Kapelle, ein Schulhaus, Mühlen, Ziegeleien
und den Getreidebau in sehr gutem und dankbarem Betrieb. Fellheim,