M 645 20
772 814 —, Bankguthaben und Debitoren mit
1 587 175 ., Effekten mit 1 950 112 J, das
Immobilienkonto mit 11000 /4, das Telegramm-
Depotkonto mit 133.. Das Mobiliar steht
mit 1 zu Buch.
Deutsche Rfrika-Bank N. G.)
Der Entwicklungsgang der südwestafrikanischen
Kolonie im Jahre 1908 ist durch einige neue
Marksteine gekennzeichnet, welche man als be-
merkenswerte Etappen auch in der Zukunft noch
ansehen wird. Dahin gehören die Vollendung
der Bahn Lüderitzbucht—Keetmanshoop, der Bahn-
bau Otavi—Grootfontein, die günstige Entfaltung
der Otavi-Gesellschaft, endlich die Diamantenfunde
bei Lüderitzbucht.
Wenn über Umfang und dauernde Bedeutung
der letzteren auch heute ein endgültiges Urteil
noch nicht gefällt werden kann, so haben sie doch
in ihrem unmittelbaren Gefolge schon den in-
direkten Vorteil gehabt, die Perspektive für neue
Möglichkeiten in der Kolonie zu erweitern und
das Interesse des Kapitals für koloniale Unter-
nehmungen anzufachen.
Immerhin wird der Haupthebel des Fort-
schrittes stets die ruhige, fleißige und nüchterne
Fortarbeit jedes Kolonisten, des Farmers wie des
Kaufmannes, auf seinem legitimen Tätigkeitsfelde
sein und bleiben.
Die allgemeine ungünstige Geschäftslage, welche
schon im Jahre 1907, als Rückschlag nach dem
Kriege, in der Kolonie sich geltend gemacht hatte,
übertrug sich auch mehr oder weniger auf das
ganze Jahr 1908. Im Norden wurde sie teil-
weise gemildert durch einen nicht unerheblichen
Zuzug neuer Einwanderer, welcher naturgemäß
auch einen gewissen Kapitalzufluß mit sich brachte;
im Süden dagegen wurde die Ungunst der Lage,
insbesondere was den Farmbetrieb anlangt, durch
anhaltende Dürre noch verschärft. Nur in Lüderitz-
bucht verursachten die Diamantenfunde eine starke
Geschäftsbelebung. Wenn hier auch spekulative
Momente mitwirkten, so steht doch zu hoffen, daß
ein blühender neuer Geschäftszweig sich daraus
entwickeln wird.
Unser Gesamtumsatz ist, entsprechend den ge-
schilderten Verhältnissen, um etwas zurückgegangen,
doch hat der Jahresverdienst darunter nicht ge-
litten, was sich durch stärkere Inanspruchnahme
der bankmäßigen Kredite erklärt.
Leider zeigen die überaus hohen Unkosten,
welche mit unserem südwestafrikanischen Betriebe
*) Aus dem Bericht für das dritte Geschäfts-
jahr 1908.
verknüpft sind, noch fortdauernd eine Tendenz
zum Steigen.
In Windhuk sahen wir uns veranlaßt, ein
Grundstück zu erwerben und ein eigenes Gebäude
für die Bank aufzuführen, welches noch im Jahre
1908 bezogen werden konnte. Ebenso waren wir
in Swakopmund, wo unsere gemieteten Räume
nicht mehr ausreichten, darauf hingewiesen, für
geeignete Unterkunft der Bank Sorge zu tragen.
Es geschah dies durch Erwerb des gemieteten
Hauses sowie eines anstoßenden Grundstückes, auf
dem wir mit der Errichtung eines Neubaues be-
schäftigt sind. Das bisher benutzte Gebäude soll
nach entsprechendem Umbau für die Unterkunft
eines Teiles unserer Angestellten Verwendung
finden.
Auf unsere Bankgebäude haben wir im Be-
richtsjahre 25 000 /4 abgeschrieben.
Gemäß Beschluß unseres Aufsichtsrates beab-
sichtigen wir, weitere 25 v. H. unseres Aktien-
kapitals zum 1. Juli d. Is. einzurufen.
Der Reingewinn beläuft sich für das Geschäfts-
jahr 1908 auf 34 847,78 /4. Wir schlagen vor,
denselben wie folgt zu verwenden: 5000 als
Rücklage in den gesetzlichen Reservefonds, 5000.%
als Rücklage in die Spezialreserve, 20 000 /
Dividende von 8 v. H. auf das eingezahlte Kapital
von 250 000 !, 869,57 /“ als Tantieme des
Aufsichtsrates laut § 314 des Statuts, 3978,21.7
als Vortrag auf das Jahr 1909.
Die Vermögensbilanz stellte sich am 31. De-
zember 1908 wie folgt dar: Bei den Passiven:
Aktienkapital 1000 000 #, Reserve und Spezial-
reserve 20 000 , ausstehende Schecks 12974 ¼x,
Avalverpflichtungen 69220.7, Depositen 790960.7“,
Giroeinlagen und Kreditoren 2 329 115 .7, Rein-
gewinn 34 847 . Bei den Aktiven: Noch nicht
eingezahltes Kapital 750000 ., Kasse und Bank-
guthaben 2 681 746 /4, Wechsel 212 596 ¼,
Wertpapiere 56 264 J, Debitoren 363 827 .7#,
Avaldebitoren 69 220 und Grundstücke
123 460 . .
Die Ertragsbilanz weist nach unter den Ein-
nahmen außer dem Vortrag aus 1907 mit
2166 die Gewinne der Zentrale in Hamburg
mit 10 294 und in Swakopmund, Windhuk und
Lüderitzbucht mit zusammen 210 303 & unter
den Ausgaben neben dem Reingewinn von
34 847.“ Verwaltungsunkosten in Hamburg mit
6038 Jund in Afrika mit 181 878..
Gibeon Schũrt.· und Handels-Gesellschaft.“)
Über die Arbeiten bis Februar 1908 haben
wir bereits im vorigen Jahre berichtet. Im
*) Aus dem V. Jahresbericht für das Jahr 1907/08.