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„Wenn ich den Wünschen der Franzosen willfahrt hätte: so
hätte ich mich verwickelt gesehen in einen Krieg gegen das Haus
Oestreich, gegen Rußland, England und die Mehrzahl der deutschen
Fürsten. Wenn ich eine Allianz mit England machte: so
schien ich nur die Königin von Ungarn fürchten zu müssen.“
Also nicht das Recht, nicht Nationalität, nicht irgend welcher
anderer Grund, sondern lediglich die Zweckmäßigkeit entschied, damit
man allein mit Oestreich zu thun habe.
„Der Entschluß der Neutralität, d. h. das Bündnis mit England
erschien mir also als das sicherste, und ich zog es deshalb
vor, weil ich nur dasselbe für geeignet hielt die Ruhe in Deutschland
zu erhalten. Im Winter des Jahres 1755/56 kam der Herzog
von Nivernois nach Berlin mit den Vorschlägen eines neuen Vertrages.
Um mich zu einer Diversion auf Hannover willfährig zu
machen, bot er mir den Besitz der Insel Tabago an. Ich erwiederte
ihm freimüthig, daß ich nicht dem Grafen von Sachsen
ins Gehege kommen wollte, dem man einmal diese Insel gegeben,
und daß ich nicht Krieg führen wolle wie ein Kaufmann. Ich
zeigte ihm dann den Vertrag, welchen ich mit dem Könige von
England gemacht hatte, und sagte ihm, daß ich keinen anderen
Grund gehabt hätte diesen Vertrag zu schließen, als um Deutschland
ruhig zu halten. Die Franzosen wurden über diesen Vertrag
außerordentlich gereizt, obgleich sie keinen Grund hatten es zu sein.
Sie hatten sich in den Kopf gesetzt, daß ich der Don Quixote aller
ihrer Streitigkeiten sein würde, und daß ich Krieg und Frieden
machen müsse, wie fie es für gelegen hielten.“
Abermals tritt hier die Frage noch: wie waren denn wohl
die Franzosen auf diese Gedanken gekommen? Friedrich schien vergessen
zu haben, daß er sich selber gegen die Franzosen früher
geäußert: er wolle für sie an die Stelle der Schweden treten.
Waren die Franzosen der Meinung, daß er Krieg führen werde
nach ihrem Gefallen: so lebte er seinerseits der Ueberzeugung, daß