Metadata : Staats-Lexikon.

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latten;  doch  ist  die  europäische  Einwanderung
  neuerdings  eine  bedeutende.  Die
offizielle  Sprache  ist  die  spanische.  Die
Republik  ist  aus  den  südlichen  Teilen  des
ehemaligen  spanischen  Uizerönigreichs
Buenos  Ayres  gebildet.  Am  9.  Juli  1819
erfolgte  die  Unabhängigkeitserkürung  der
Vereinigten  Staaten  von  La  Plata,  bis
endlich  nach  langen  Kämpfen  und  Wirren
neben  den  Staaten  Paraguay  und  Uruguay
die  nunmehrige  Republik  Argentinien  &
gründet  ward,  deren  Verfassungsurku
vom  1.  Mai  1853  datiert  und  nach  der  Wiedervereinigung
  mit  Buenos  Ayres  6.  Juni
1860  reformiert  ward.  Sie  ist  im  wesentlichen
  der  Konstitution  der  Vereinigten
Staaten  von  Nordamerika  nachgebildet.
Die  gesetzgebende  Gewalt  ist  dem  Kongreß
übertragen,  welcher  aus  zwei  Kammern,
einer  aus  den  Deputierten  der  Nation  (von
86  Mitgliedern)  und  einer  aus  Senatoren
von  28  Mitgliedern)  gebildeten,  besteht.
ie  vollziehende  Gewalt  liegt  in  der  Hand
des  Präsidenten,  welchem  ein  Vizepräsident
ur  Seite  steht.  Beide  werden  jeweilig  auf
sechs  Jahre  gewählt.  Unter  dem  Präsidenten
  stehen  die  Ministersekretäre  des  Innern,
  des  Außern,  der  Finanzen,  der  Justi
und  des  Kriegs.  Der  oberste  Gerichleaho
des  Bundes  hat  seinen  Sitz  in  Buenos
Ayres.  Die  Einnahmen  der  Republik
waren  pro  1878—79  auf  16,869,129,  die
Ausgaben  auf  17,311,613  Pesos  (1  Peso
=  4,1  Mk.)  veranschlagz.  Die  Staatsschuld
  betrug  1.  Jan.  1878:  60,744,109
Pesos.  Jeder  Einzelstaat  hat  außerdem
noch  sein  besonderes  Budget.  Das  Bundesmilitär
  besteht  aus  7506  Mann  ohne
die  Nationalgarde,  welche  der  Leitung  der
Provinzialregierungen  unterstellt  ist  und
236,000  Mann  und  68,000  Mann  Reserve
  betragen  soll.  Konsulate  des  Deutschen
  Reichs  bestehen  in  Buenos  Ayres,
Cordoba,  Gualeguaychu,  Rosario,  Salta
und  San  Juan.  Ein  deutscher  Ministerresident
  für  die  A.  R.  und  für  die  Freistaaten
  Paraguay  und  Uruguay  hat  in  Buenos
Ayres  seinen  Sitz.  Die  Flagge  der  Republik
  ist  blau-weiß-blau  gestreift.  Das
Wappen  bildet  ein  in  zwei  Felder  geteiltes
Schild,  darüber  die  aufgehende  Sonne;
im  untern  Feld  zwei  oerschlungene  Hände,

Argyrokratie  —  Aristokratie.

welche  einen  Stab  mit  der  Freiheitsmü
halten.  l.  Napp,  Die  A.  R.  (1876).
t  Vröhre  atie  (griech.),  s.  v.  w.  Pluteratie.



Aristekratie  (griech.,  Phrnchah  der
Besten«),  in  dem  staatsphilosophischen
System  des  Aristoteles  diejenige  Staatsbeherrschungsform,
  nach  welcher  eine  gewisse
  uorhußte  Klasse  der  Staatsangehörigen
  im  Besitz  der  Staatsgewalt  ist.
Bis  auf  die  neueste  Zeit  ist  nämlich  jene
Dreiteilung  des  Aristoteles  beibehalten
worden,  welcher  die  Staatsbeherrschungsformen
  in  das  Königtum  (Monarchie),
die  A.  und  die  Demokratie  einteilte,  je
nachdem  die  Staatsgewalt  in  der  Hand
eines  Einzelnen  sich  befinde,  oder  je  nachdem
  sie  einer  gewissen  bevorzugten  Klasse
oder  endlich  der  Gesamtheit  des  Volks  zustehe.
  Die  Ausartungen  jener  drei  Reierungsformen
  aber  sind  nach  Aristotees
  die  Tyrannis,  die  Oligarchie  und  die
Ochlokratie.  In  der  ersten  Ausartungsform
  ist  der  despotische  Einzelwille  des
Staatsbeherrschers  unbedingt  maßgebend,
während  in  der  Oligarchie  nur  eine  geringe
  Anzahl  von  Männern  zu  eignem
Vorteil  die  Regierungsgewalt  ausübt  und
ausbeutet,  und  während  in  der  Ochlokratie
endlich  die  rohe  Masse  des  Pöbels  sich  der
Herrschaft  bemächtigt  hat.  Mit  Rücksicht
auf  die  modernen  Staatsverhältnisse  aber
pflegt  man  jetzt  zumeist  nur  zwei  Grundformen
  der  Staatsverfassung  unterscheiden,
  die  mo  narchische  u.  die  republikanische,
  je  nachdem  die  Staatsgewalt
  einem  Einzelnen  oder  je  nachdem  sie
der  Gesamtheit  der  Staatsangehörigen
zusteht.  In  Ansehung  der  Republik  wird
dann  allerdings  wieder  zwischen  A.  und
Demokratie  unterschieden,  insofern  nämlich
  entweder  eine  gewisse  Klasse  von
Staatsbürgern  die  Führerschaft  der  übrien
  und  die  Zügel  des  Staats  in  Händen
t,  oder  die  Gesamtheit  des  Volks  ohne
Standesunterschied  als  der  Souverän  erscheint.
  Dem  aristokratischen  System  aber
ist  die  Neuzeit  nicht  günstig.  Keine  der
dermalen  bestehenden  Republiken  hat  eine
aristokratische  Staatsform,  während  diese
im  Altertum  vielfach  vertreten  war.  Wie
namentlich  in  Griechenland  Athen  als  das