Metadaten : Spittler’s sämmtliche Werke. Elfter Band. (11)

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gehoͤrt  haͤtte,  die  der  neue  Regent  Leopold  gleich  elf  Tage  nach
dem  Tode  seines  Bruders  Joseph  II.  den  belgischen  Ständen  mittheilen
  ließ.  Diese  Vorschläge,  vom  3.  März  datirt,  waren
so  befriedigend  als  möglich,  und  Niemand  hatte  Ursache,  damit
  unzufrieden  zu  seyn,  als  die  alten  treuen  Anhänger  des
östreichischen  Hauses  und  die  aufgeklärten  Patrioten,  die  der
ständischen  Konstitution  eine  heilsame  Reform  wünschten.
Noch  waren  damals  die  Finanzen  nicht  zerrüttet,  noch  hatte
die  ganze  Revolution  nicht  mehr,  als  ungefähr  zwei  Millionen
  Gulden  gekostet,  noch  war  nicht  viel  Blut  geflossen;
man  hätte  viel  Glück  mit  wenig  Mühe  errungen!  Van  der
Mersch  sagte  deßwegen  freimüthig:  Greift  zu!  Jetzt
bietet  man  euch  Gold  an;  wer  weiß,  ob  ihr  späterhin
  auch  nur  Kupfer  erhalten  werdet!  Allein
die  Stände  fanden  gut,  auf  die  gethanen  Vorschläge  nicht
einmal  zu  antworten,  und  van  der  Mersch  verdiente  sich
durch  seinen  Rath  den  Namen  —  Verräther.

An  Frieden  war  also  nicht  zu  denken,  aber  ob  nicht  doch
noch  die  demokratische  oder  die  Vonkische  Partie  über  die
ständische  Partie  siegen  werde,  war  damals  noch  mehr  als
je  zweifelhaft.  Wie  bisher  die  Uebermacht  der  Letzteren  gestiegen,
  so  hatten  die  Ersteren  Alles  aufgeboten,  was  Wahrheit
  und  Recht  und  intuitiveste  Darstellung  derselben  vermoͤ-gen,
  und  die  Chefs  der  staͤndischen  Faktion,  die  das  Steigen
der  Gaͤhrnng  wohl  wahrnahmen  und  mit  Recht  auch  schnelle
Cxplostonen  derselben  fürchten  mochten,  suchten  sich  der  Volontairs
  zu  versichern,  weil  am  Ende  fast  Alles  in  Brüssel
auf  diese  ankam.

Einc  neue  Eides=  und  Huldigungsformel,  womit  die
Volontairé  in  Brüssel  den  Ständen  als  konstituirtem  Souverain
  verpflichtet  werden  sollten,  wurde  gleichsam  dazu