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schaft losgemacht, in seiner vollen Guͤltigkeit bleiben sollte.
Beide Parthien gerierhen in alte und neue Klagen voll Bitterbeit,
und da der jüngere aufbrausende Henrich von Wolfeubüttel
gegen seinen älteren Vetter gar zu entrüstet sprach,
sso fieng der Herzog von Lüneburg an, die vermittelnden
Churfürsten zu versichern, sein Vetter sey so böse
nicht, als er sich stellete, denn ob er wohl brummete,
so bisse er doch nicht 5).
Nach einer Verhandlung von mehr als vierzehn Tagen
ward endlich entschieden, daß Bischof Franz von Minden
in seine Stiftslande wieder eingesetzt werden sollte, daß es
der Gefangenen halber bei der getroffenen Abrede bleibe **),
die Klagen wegen des gebrochenen Stillsiandes besonders
untersucht, der Waffensüllstand verlängert und nächsihin den
13. Mai zu Zerbst eine neue Mediatorszusammenkunft gehalten
werden sollte. Alle waren auch wieder auf den besiimmten
Tag in Zerbst eingetroffen, die Verhandlungen
wörden auf's Neue erdffnet, als Herzog Henrich von Wolfeubüttel
bei nächtlicher Weile davon ritt, durch einige hinterlassene
Räthe so schimpflich sich entschuldigen ließ, daß
statt. des gesuchten gründlichen Friedens, nur unterdeß wegen
mancher dazwischen kommenden Verletzungen des Stillstandes
ein Vergleich vorbereitet, und Hoffnung zu einer
neuen Tagsatzung gemacht werden konnte, auf welcher bei
einer neuen persönlichen Versammlung noch vor Ende des
Septembers der Hauptzwist in Güte verglichen werden
sollte.
*) Beibehaltene Worte der Erzählung des Luneburgischen Geheim-1.
schreibers bei Bilderbek, S. 98.
*) Daß sse nämlich alle ohne Unterschied und Verzug bis Martini
1520 betagt (entlassen) werden sollten.