Volltext : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

60  Jahrse

 

.  268

 

————..——————
„RosenhSfgsblall“  erscheimt  täglt
60  DPf.,  sowohl  für  hiesige  als  auch  für  aus#

um#  Ulustrattw  reich
ch  nachmittage  4  Uhr
und  Felertage).  —  Der  Abonnementspreis  bhägt  vlert#elfährlich  1  Mark  80  Psa-  monatlich
ärtige  Abonnenten.  —  Postzustellgebühr,
frei  ins  Haus  gellesert,  14  Psg.  monaillch.  —  Telegramm  ·  Adresse:  Anzelger  Rosenhelmm.  —
Telephon-Unschlasse:  Redaktion  und  Verlag:  Nr.  72;  Insero#ten  =  Abteilung:  235.

emsgeftaneeten  achtseiligen
(mit  Ausnahme  der  Sonn- 



 

 

#ab###s  con  Bellagen  dur- 



Rosenheimer  Anzeiger

D###tag,  19.  November  2014

 

 

Das  Abonmement

breite  Petitzelle  od

 

wird  für  Nosenhem  in  der  M.  Niedermapr'chen  Buchdruckerei  lowie  in
den  sechs  Fillal-Expeditionen  der  Stadt  entgegengenommen;  ar
größeren  Orrschaften  der  Umgebung  errichteten  Agenturen,  sowile  alle  Postanstalten  und  sännliche
  Postboten  die  ——  fü  den  „Rosenheimer  Anzeiger“  an  —  Dle  elnspaltige  50  mm

er  deren  Raum  kostet  10  Pfennig,  die  75  mmm  brette  Zelle  im  Reklametel!
80  Pfennig;  be  Wenderbolunuen  oder  Zellenabschlüssen  Rabatt  nach  aufliegendem  Taris.

außerdem  nehmen  die  in  ca.  40

 

 

Amtkliches  Publikasions-Organ.

Daalenstein  Bogler  A—-G.  Nosenhe#im,

Inlera#ten,  Netlamen  und  ch  die  Unnoncen·  Expedltion  erg.  Bein,  Thermnitz.  den  Erkurt.  Frankfurt  a.  M.,  Hambim###  D###⅜
Schluß  der  Inlewaen-Umom  1  ubr  mitiags  Nach  dlefem  Ketwunkt  kann  für  AUutnadme  in  ble  lautende  m—  í  ν  nilchi  medr  garantier  werden  dar  schlechtgeschriedenes  Manustriv  ·  wid  temt  Berantwortinq

Rosenheimer  Tagblatt

—-——
übernorsen.

Erfolgreiche  Fortschritte  des  Ringens  im  Westen.

ole  blurigen  Kämpfe  bel  Lpern.  —  Die  beschichung  von  Rementlercs  und  KRelms.  —  englands  Ffurcht  vor  einem  drutlchen  Angriff.  —

ole  Beute  der  „Karlsruhe“.  —  bindenburgs  erfolg  gegen  die  Rufllen.  —  Siegreiche  Gefechte  der  Oe##crrricher  bel  Kräkau.  —  die  Rückwirkung

  des  Sicges  bimd  nburgs.  —  Ricderlagc  und  Rückzug  der  Serbrn.  —  der  türkische  vormarsch  in  Argppten.  —  der  Rufftand  mm
Repppten.  —  die  Ruflenfeinlichheit  der  Perser.  —  bic  Gdrung  in  Marokko.

Algemeines  vom  Krieg.

Die  neuen  Kriegskredite.

Berlin,  17.  Nov.  Dem  Reichstag  wird  in
jeiner  neuen  Kriegstagung  am  2.  Dezember  eine
neue  Vorlage  wegen  Bewilligung  neuer  Kriegskredile
  vorgelegt  werden.  Hiezu  ersährt  die  B.
Z.,  daß  die  Höhe  des  von  der  Regierung  beanspruchten
  Kredits  sich  ungesähr  auf  der  Höhe
des  ersten  Kredits  bewegen  werde,  also  etwa
Milliarden  Mark  betragen  werde.  Mit  der
Zustimmung  des  Reichstags  zu  dieser  Kredilvorlage
  will  sich  die  Regierung  nur  die  Ermaächtigung
  verschaffen,  den  Bedarf  des  Reiches  bics
zum  Ende  des  Etatsiahres,  bis  Ende  März  1915,
zu  sichern.  Damit  ist  durchaus  nicht  gesagt,
Reich  von  diesem  Kredit  ganz  oder  zu
Teil  Cebrauch  machen  muß,  sondern  es
Pandeit  sich  lediglich  um  eine  Vorsorge.  Dalier
  ist  auch  von  einer  neuen  Anleihe  hureit  nicht

daß  das
einen

die  Nede.  (.3.)
Die  englisazen  Kriegs  losten.
WIHB.  London,  17.  Nov.  Im  Unterhaus

erinnerte  heute  Ministerpräsident  Arquith  bei
ker  Einbringung  der  Kreditvorlage  von  225
Millioncn  Pfund  daran,  daß  am  8.  August  10,)
Millionen  Pfund  bewilligt  worden  sind.  Diese
sind  teils  für  die  Kriegsführung,  teils  für  die
Sicherung  der  Lekbensmittelversorgung  und
Fürforge  für  Flüchtlinge  ausgegeben.  Von  den
neuen  Krediten  solien  10  Millionen  Pfund  an
Belgien,  800  000  Pfund  an  Serbien  als  ein
bis  an  das  Ende  des  Krieges  unverzineliches
Darlehen  gegeben  werden.  Die  britischen  Kolonien,
  die  sich  unter  normalen  Umständen  mit
Anleihen  an  den  Londoner  Geldmarlt  gewendet
  hätten,  solllen  dieser  Notwendigkeit  durch
bie  Reichsregierung  enthoben  werden,  welche
ihnen  Anleihen  von  30  2500000  Pfund  verschaffen
  werde.  Schließlich  besprach  Abquith  die
Kriegskosten  und  sagte,  diese  beliefen  sich  gegenwärtig
  auf  900  000  bis  1  Million  Pfund
(20  Millionen  Mark)  täglich.  In  Anbetracht
der  enormen  Ausdehnung  der  Operationen  und
anderer  Erwägungen  sei  das  nicht  übertrieben
riel.  Er  könne  auch  keine  Hoffnung  darauf  errjjnen,
  daß  sich  die  tatsächlichen  Ausgaben  vermindern
  würden.  Das  Unterhaus  nahm  nach
lurzer  Debatte  einstimmig  die  Bill  zur  Bewilligung
  des  Kredits  von  225  Millionen  Pfund
au  und  ermächtigte  die  Regierung,  eine  zweite
Million  Mann  unter  die  Wassen  zu  rufen.

 

„Daily  News“  erfährt,  die  Regierung  beabsichtige,
  eine  Kriegsanleihe  in  Höhe  von  500
Millionen  Pfund  Sterling  herauszubringen,  die
in  zwei  gleichen  Teilen  emittiert  werden  soll.
Not  in  Nordfrankreich.
München,  17.  Nov.  Wir  lesen  in  der  „M.
P.“:  Die  Bevölkerung  Nordfrankreichs  leidet,
wie  wir  aus  verschiedenen  an  uns  gelangten  Berichten
  entnehmen,  jetzt  schon  bitiere  Not.  Di
Meldungen,  daß  unsere  Truppen  häufig  ihren
Proviant  mit  den  Jungernden  teilen,  beruhen
durchaus  auf  Wahrheit;  der  Mangel  an  Nahrungemitteln
  für  die  eingeborene  Bevoôllerung
der  von  den  deulschen  Heeren  besetzten  framdfiichen
  Landesleile  muß  sich  naturgemäs,  mit
Einbruch  des  Winters  noch  mehr  bemertrar  m
chen.  An  fran##lfiselle  Regierung.  die  in
Vorreaux  eine  merlwurdige  Eri'ten:  führt,  sind
aus  den  Hungergegenden  wiederholt  Vorstellungen
  gelaundt,  in  deuen  eriuckt  wurde,  von
den  in  Sudfrantreich  lagernden,  um  Tei  grohen
  Vorräten  ein  entipre#ender  Onamum  in
die  Hungerdistrilte  zu  verschiten.  Diese
mühungen  waren  bis  jent  vergeblich.  Die  Folz:
dieses  unverstindigen  und  sträilichen  Verhal
tens  der  franzöjischen  Negierung  wird  wohyl  die
Abwanderung  der  hungernden  Nordfrano##en
nach  dem  Süden  sein  müsten.  Und  diese  Ab
wanderung  wird  die  ohnebin  schbierig  r*-  9
der  frantösischen  Regierung  nicht  erleichter  I

x

die

Be

England  und  Holland.

·  WTlLLondon,17.Noo.Oliiquithsnglc
Imllntcrlmn-:-:DieFkngecegchEIIIortg

wcrlscvonderRegierungcrtvochthapici
Grund,  an  unehmen,  daß  ein  bekrächtlicher  Teir
der  nach  den  Ländern.  wie  Holland,  ausgeführten
  Tces  den  Weg  nack  Deutschland  finde.
Es  seien  aber  Mit:el  vorhanden,  die  die  Regierung
  erfolgreich  anwenden  könne,  um  dies
zu  beenden.  Ad#quith  sagie,  es  sei  ein  gefährliches
  Gebiet,  da  die  Frage  neutrale  Lander
betresfe.  Holland  sei  ein  Land,  das  seine  Nechte
als  ein  neutraler  Staat  gellend  mache.  Die
britücke  Regierung  habe  keinen  Grund,  zu  hagen.
  Holland  besinde  sich  in  einer  seht  delilaten
  und  schwierigen  Lage,  da  das  Land  den
Unterlauf  des  Rheines  beherrsche  und  an  Bel—
gien  gremc.  Aquith  schloß:  Ich  bellage  mich
nicht  über  die  Art,  wie  Holland  seine  Verpflichtungen
  als  neutraler.  Staat  erfüllte,  aber
andererseits  müssen  wir  dafür  sorgen,  daß  Güter,
  die  tatsächlich  für  den  Feind  und  seine
Armeen  bestimmt  sind,  ihn  nicht  unter  dem
Vorwande  erreichen,  daß  sie  für  neutrale  Häfen
konsigniert  seien.  6„
1#

 

Lom  westlichen  Kriegsschauplaß.

Der  Kampf  um  Mpern.

Kopenhagen,  17.  Nov.  Den  „Daily
New:“  nurde  gemeldet:  Die  Deutschen  haben
einen  verweiselten  Angriff  aufs  Ypern  unternommen.
  Die  Operationen  der  Alliierten  in
dieser  Gegend  befinden  sich  im  Augenblit  an
einem  kritischen  Punkt.  Vieles  hängt  davon  ab,
ob  sie  noch  einige  Tage  die  Stellungen  bewahren
  kömen,  die  sie  jehht  einnelmen.  Di
deutsche  Offemive  isi  mit  größerer  Hefligteit
eingeleitet  wie  je  zuvor.  Es  ist  weder  zu  beschreiben,
  noch  zu  glauben,  daß  Menschen  das
auehalten,  was  die  Deulicken  in  der  lehten
eil  geleistet  haben.  In  den  Vajonettlämpfen
Pardon  weder  gegeben,  noch  verlangt.
Weit  und  breik  liehlt  man  keine  Verwundeien,
onden  nur  Tote.  (1.1  Nack  amilichen  den:
schen  Verichten  hal  der  deutsche  Angriff  bei
##ern  Fortichritle  gemachkt.  Daß  damit  auch
pfer  verbunden  find,  liegt  auf  der  Hand.

Weiln.  Amsterdam.  I7.
bische  Berichterstalter  von  „De
Zur  Verslärlung  geschwächten
Front  und  zur  Ablosung  belgischer
wurden  frische  franzssische  Trupp#en  herangeführt.
  Ein  Teil  der  Belgier  gert  nach  Paris.
un  die  unverbrauchen  Truppen  der  Parifer
Hortbesatzungen  für  den  Frontdienst  frei  zu
machen.

77

ur  I

Der  bel

meldet:
westlichen
Truppen

Nov.
Tild“
der

D

Die  Kämpfe  um  Reims.
W'n  London,  17.  Nor.  (Nft,amtlich.
Tie  „Morningrost“  meldet:  Freitag
berrscht  eine  große  Tätigleit  in  der  Tmpaan:.
Neims  und  die  Umgebung  werden  wieder  heftig
beichossen.  Die  deutschen  Linien  eritrecken  sich
in  einem  Halbkreis  um  die  Stadt.  Die
schen  haben  verschiedene  Forts  in  Besfitz.  In
den  letzten  48  Stunden  wurden  heftige  Angrisse
  der  Deutschen  auf  die  wichtigsten  Punkie
ausgeführt,  wobei  der  großte  Dru  in  der  Nich
lung  auf  Verrrau  Bac  und  Thiel  ansgesuürt
murde.  Die  Deutschen  erhielten  offenbar  graße
Verstärlungen  an  Artillerie.  Ihre  schweren  Velagerungegeschitze
  sind  wieder  von  den  Hohen
al  gesahren  und  die  deutichen  Laufgräben  um
ein  gutes  Ende  vorgeschoben  worden.  Die
nächtlichen  Angriffe  dauern  fländig  forl.  Heule
früh  sind  die  Schlachthäuser  in  die  Luft  gesprengt
  worden.

4
1

—  :„
Teui-= 



Die  Beschießung  von  Armentieres.
WITB.  Kopenhagen,  17.  Nov.  „Politiken“
  erfährt  aus  Paris:  Armentieres  wird  beschossen.

  Mehrere  Fabriken  gingen  in  Flammen
auf.  Der  Schaden  isl  bedeutend.  Stadt  und

Ho'pital  sind  geräumt  worden.
Die  Stunde  naht!
Rotterdam,  17.  Nov.  Die  „Times“
schreibt:  Die  Stunde  nahtl  bestimmt  und  sicher.
daß  die  deutiche  Flolle,  vermutlich  in  Verbin
dung  mit  der  Armer,  einen  verzweifelten  Angriff
  auf  und  unternehmen  wird.  D  grauf  müssen
  wir  vorbereitel  sein.  (Z.)  «

Arbeitsleisiung  unserer  Pioniere.

Verlin,  17.  Nov.  Aus  Amiterdam,  1%
November,  meldet  die  „ollszeitung":  Die
aroße  Brukk  de  bei  T#ene  ist  von  den  de  eut
ich  en  Pionieren  mit  unerberier  Schnelligle

Wwirder  hernes#eln  vodden
jur  den  Cienbahn,
«

1uu.1"«’·«.s

:::1c1;::-.:rt.,iu
sondernnicd«s1irbcs!,n:j;
mute-Nunmmtkdte
LosbndxssHLs  en  c  Fr.  ssJMchUU
genommen  werden,  eine  Tat'ache  von  höchiter
uralegischer  Bedeutung.  (d.
Ein  tapferer  banerischer  Krieger.
Munchen,  17.  Noo.  ##n  einem  kuhnen
hanerrisckhen  Krieger  betichtet  ein  Kommandie
render  Veneral:  Die  3.  Kompanie  eines  bane
liscchen  Infantert-Negimente  war  in  dei  Nacht
vom  37.  Shiob  auf  1.  November  im  erbiltetten
  Zäusertamuf  um  den  Ort  Annschze##
augei:  kanterge  lkommen.  Am  Orterand  trafen  mit
dem  oanie  ef  nur  wenige  Leute  ein,  dir
as-  hier  im  Feuerkampf  fielen.  Nur  der
Infanterist  Johann  Zoll,  dem  der  Torniner
von  Ceickoien  durchlecert  war,  blieb  am  Le-Ten.
  Jonn  betleidene  ick,  mi:  Maniel  und  Mune
eines  neben  ihm  lilgenden  gejallinen  Englän
ders,  liei  binter  die  From  der  ennlüchen,Schüten
und  begab  ji#h  dort  zu  den  Munmionswagen
und  Feldle  ichen.  Dort  blieb  er  mehrere  Stunden,
faßte  mit  den  englischen  Soldaten  Kaffee  und
machte  sich  an  einem  Munitionswagen  zu  schaf
sen,  indem  er  dessen  je-  de  fütlterte.  Als  Zott
das  Herannahen  der  Dämmerung  und  damit  ein
Erlanntwerden  befürchterc,  setzte  er  sich  auf  das
Sallelpferd  de#  Wagene,  brachte  ihn  zur  engliichen
  Schunenlinie  vor  und  entieerte  die  Munrition.
  Zustatten  kam  Nott,  der  vorher  zur
See  gefahren  war,  die  Kenn#nis  einiger  englücher
  Ausdrucke  und  Fluche.  Während  die  englischen
  Schugen  mit  Entnahme  der  Patronen
le  läfltigt  waren,  saß  Zott  rasch  auf  und  fuhr
im  Galopp  über  den  Schutzengraden  in  Richtung
auf  die  deutiche  Stellung  daoon,  von  Freund
und  Feind  lebhaft  beschossen.  Zum  EGlück  fand
er  in  einer  lleinen  Mulde  Dedung.  Die  englichen
  Belleidungsstucke  wechselte  er  hier  wie- 

   

eirelie