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Krämpfen gestorben, obwohl es als ausgeschlossen anzusehen ist, daß die Impfung an dem
Tode des Kindes Schuld war, ist dieser Fall im Sinne einer Impfschädigung in der
impfgegnerischen Presse !) besprochen. Je ein Todesfall an Brechdurchfall ist außerdem im
Med.-Bez. Glauchau und Auerbach, und zwar 5 Wochen bezw. 5 Tage nach der
Impfung bei Erstimpflingen vorgekommen. In Württemberg sind in den ersten 7 Tagen
nach der Impfung 5 Kinder an Brechdurchfall gestorben. Im Großherzogtum Baden
starben zwei Kinder zwischen der Impfung und der Nachschau an Brechdurchfall, und zwar
in Singen (Amt Konstanz) und im Landbezirk Heidelberg. Im Amtsbezirk Buchen starb
ein Kind vier Wochen nach der Impfung an Darmkatarrh. In Pohlitz (Reuß ä. L.) erlag
ein Erstimpfling 9 Tage nach erfolgloser Impfung demselben Leiden.
Todesfälle an Lungenentzündung ereigneten sich im Reg.-Bez. Potsdam 7, in
Neumünster (Reg.-Bez. Schleswig) 8, und in Nenndorf (Reg.-Bez. Aurich) 54 Tage nach
der Impfung. Im Amtsbezirke Neumarkt a. R. (Oberbayern) starb je ein Erstimpfling
an Lungenentzündung und Bronchialkatarrh; bei der Erkrankung des letzteren war ein Arzt
nicht zu Rate gezogen worden. In Vilshofen (Niederbayern) fielen 3 Erstimpflinge in der
Zeit zwischen der Impfung und der Nachschau der Lungen- und Hirnhautentzündung zum
Opfer. Im Amtsbezirke Bamberg-Stadt wurde ein einjähriges Kind, das ein leichtes
Ekzem an der linken Seite der Stirnhaut zeigte, und sonst gesund war, ohne Bedenken
geimpft; es erkrankte Tags darauf an Brechdurchfall, zeigte bei der Nachschau wohl entwickelte,
regelrechte Pusteln, erkrankte einige Tage später an Lungenentzündung und ging
daran zu grunde. 2 Kinder in den Amtsbezirken Schwabach (Mittelfranken) und Kitzingen
(Unterfranken) erlagen gleichfalls der Lungenentzündung. Aus dem Med.-Bez. Borna und
dem Med.-Bez. Glauchau wurde über je einen Todesfall an Lungenentzündung und an
Luftröhrenkatarrh mit Krämpfen berichtet; der letztere erfolgte 9 Tage nach der Impfung.
In Württemberg sind in den ersten 7 Tagen nach der Impfung 4 Kinder an Lungenentzündung
gestorben. In Marbach (Neckarkreis) trat bei einem Kind, das bereits 5 Monate
vor der Impfung eine Lungenentzündung durchgemacht hatte, jedoch bei der Impfung
gesund erschien, 5 Tage nach derselben von neuem eine Lungenentzündung auf, die am
12. Tage zu einem tödlichen Ausgang führte.
In einer im Bezirk Aalen (Jagstkreis) herausgegebenen Tageszeitung erschien eine Mitteilung
folgenden Inhalts: „Von einem herben Geschick wurde ein Bürger von Grimmlingen betroffen. Wie
voriges Jahr, so geschah es auch dieses Jahr, daß ihm 10 Tage nach der Impfung ein vorher blühendes
und immer gesundes Kind wegstarb.“ Der Oberamtsarzt begab sich darauf zu den Eltern des Kindes, die
über den Zeitungsbericht sehr erstaunt waren. Sie gaben an, daß ihr Kind am Abend der Nachschau, bei
der es noch gesund gewesen war, unwohl geworden sei, und daß der zugezogene Arzt eine Lungenentzündung
festgestellt habe, der es nach 5 Tagen erlegen sei. Im Vorjahre sei überhaupt keines ihrer Kinder
geimpft worden, vor zwei Jahren sei ihnen ein Kind an dem Tage gestorben, an welchem es zur Impfung
vorgeladen gewesen sei (also ungeimpft). Dementsprechend wurde in der betreffenden Zeitung eine Richtigstellung
veröffentlicht. ·
In Hall (Jagstkreis) war ein Kind nicht zur Nachschau erschienen und wurde daher
zu Hause besucht. Es hatte bei 4 gut entwickelten Impfpusteln eine schwere Lungenent—
zündung, welcher es am 11. Tage erlag. In Eggenstein (Landbezirk Karlsruhe) starb ein
Kind zwischen der Impfung und der Nachschau, ferner im Amtsbezirk Buchen 2 Kinder
und in Hamburg 1 Kind 4 Wochen nach regelmäßigem Impfverlauf an Lungenentzündung.
In dem Zeitraum zwischen der Impfung und der Nachschau oder auch wenige Tage
nach der letzteren sind ferner mehrere Kinder an Krämpfen gestorben, und zwar je eines
im Reg.-Bez. Potsdam, in Weischnitz (Reg.-Bez. Breslau), in Neustadt (Reg.-Bez. Oppeln),
1) Vgl. „Der Impfgegner“ 1900, S. 52.