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höheren Bürgerschulen. Diese reichten wenig über die Gegenstände der Oberklasse
einer gut eingerichteten Bürgerschule hinaus, und die ihnen besonders
zugewiesenen Fächer: Zeichnen, Mathematik, französische Sprache, hielten sich
fast durchgehends innerhalb der Anfangsgründe.
Um das gesammte Realschulwesen in eine den Bedürfnissen der Zeit
mehr entsprechende Bahn zu leiten, erließ König Ludwig am 7. Febr. 1820
und dringender am 16. Febr. 1833 Aufforderungen zur Gründung technischer
Lehranstalten, welche die Errichtung der Kreislandwirthschafts= und Gewerbsschule
zu Regensburg") und der Landwirthschafts= und Gewerbsschule zu Amberg
zur Folge hatten. Ihre Aufgabe ist, den Geschäftsbetrieb selbst auf jene
Stufe zu bringen, welche den Fortschritten der Technik und der Conkurrenz
des Auslandes entspricht, und die Kunst in die Gewerbe überzutragen. Mit
jeder dieser beiden Schulen ist eine Handwerkssonn= und Feiertagsschule für
Gewerbslehrlinge und Gesellen verbunden.
Zu den Schulanstalten sind auch zu zählen die bei allen Militärabtheilungen
zur Heranbildung von Soldaten zu Unteroffizieren und deren Ausbildung
in eine niedere und höhere Klasse getheilten Schulen, in deren ersteren
Lesen, Schön= und Rechtschreiben und die vier Rechnungsarten, in der zweiten
außer Fortbetrieb der obigen Gegenstände, die gemeinen und Dezimalbrüche,
Anfertigung von militärischen Aufsätzen, die Elemente der allgemeinen
Geographie, dann specieller die vaterländische Geographie und Geschichte, so“
wie in beiden Klassen das Tabelliren gelehrt wird.
In geschichtlicher Beziehung sind noch anzuführen: die nach Uebergabe
der Stadt Regensburg an die Krone Bayern erfolgte Vereinigung des
evangelischen Gymnasiums mit dem des Collegiums Sct. Paul; die 1807
nach längerem Bestehen als Privatanstalt, geschehene Errichtung eines Schullehrerseminars
in Amberg dessen Verlegung im Jahre 1824 nach Straubing,
und die 1844 geschehene Errichtung eines bischöflichen Knabenseminärs für
die Diöcese Regensburg, das aber außerhalb des Kreises in Metten seinen
Sitz hat
Zum Schlusse geben wir noch folgende vergleichende Uebersicht des Standes
der Lehr= und Erziehungs-Anstalten nach der Statistik von 187/m2, und
187/, zusammengestellt von Siebert.
1) Regensburg besaß schon 1803 eine durch den Kur-Erzkanzler mit jährlich 2000 fl.
dotirte bürgerliche Realschule, bestehend aus einem Curfus, der der katholischen
Volksschule beigegeben war, und in welchem die Elementar = und gemeinnützigen.
Gegenstände vorgetragen wurden. Sie bestand bis zum Jahre 1810. Ueberhaupt
sorgte Dalberg mit christlicher Toleranz für Hebung der deutschen Schulen, Erhöhung
der Gehalte der Lehrer beider Confessionen, Anstellung eines Lehrers der
französischen Sprache in Regensburg.