Die Schlacht bei Malmaison 491
leitung. Die Warnung, die in der Vernichtung der 6. Reservebivision am
Mort Homme gelegen hatte, war nicht verstanden worden.
Die Generalklommandos des VIII. Reservekorps unb des LIV. Korps,
Wichura und v. Müller, hüteten die gefährdete Eckstellung des Chemin des
Dames. Der bestürmte Abschnitt maß 20 Kilometer in der Breite und
6 Kilometer in der Tiefe. Er zog sich vom Ailettegrund südwärts zur Mühle
von Laffaux, bog dort ostwäres und lief am Südhang des Chemin des Dames
und der bewaldeten Höhen von Allemank und VBaudesson und der Seein-
brüche von Malmaison, Montparnasse und Pargny nach Filain. Wichura
und Müller verfügten über die 14. und 37. Division, die 13. und die 43. Re.
serwedivision, die 2. und 5. Gardedivision, die 52. Division und die 47. Re-
servedivision. Offenes Ackerland, tiefgespaltene Schluchten, große Srein-
brüche, verfsilzte Wälder und versumpfte Gründe lagen auf der Hochfläche
gebektet, die die Franzosen von zwei Seiten aus Westen und Süden anzu-
greifen gedachten. Da die Eckstellung im Norden von der Ailette und im
Osten vom Ailekte-Aisne, Kanal umfslossen wurde, drohte ein glücklicher An.
griff der Besatzung mit völliger Vernichtung.
Als die französischen Geschütgze am 15. Oktober mit voller Kraft zu
feuern begannen, verschwand die Hügelfläche unter den Einschlägen von
Spreng., Gas- und Nebelgeschossen, die von der Belagerungsartillerie
Pcains auf das sorgfältig in Quadrate geteilte Feld geworfen wurden.
Die Oorfstätten Pinon, Chavignon, Allemane, Vaudesson, Pargny, Filain
und Bu#ere, das Fort Malmaison, die ungezählten Fermen, Landschlösser,
Mühlen und Kapellen wurden zu Schutt gemahlen, die Gräben eingeebnet,
die Steinbrüche, die von den Deutschen zu tiefen Stollen erweitert worden
waren und Bakaillonen Obdach boten, wurden aufgesprengt und alle Mulden
und Schluchten mit Gas und Qualm geschwängerk. Das Feuer wülete so
stark und die eiserne Sperre schloß so dicht, daß kein Essenträger mehr den
Weg über die Ailekte fand. Dieses Höllenfeuer währte neun Tage und
neun Nächte und brach die körperliche Kraft der abgeschnittenen deutschen
Divisionen. Zu Skelekten abgemagert, kauerten Mann und Offizier in Trich-
tern und Grotkten und warteten schlaftrunken, gaskrank, von Krämpfen ge-
schüttelt auf den Feind. Am schlimmsten war die Lage im Zentrum, wo
das Feuer konzentrisch wirkte und zwischen Allemank und Malmaison Ver-.
nichtung säte. Hier hatte der Gastod fürchterlich gehaust. Als Maistre am
23. Oktober angriff, schritt seine Infanterie im Hohlweg von Allemant über
Leichen.
Um Maistre den Angriff zu erleichtern, liefen die Franzosen auf der
ganzen Frone des Chemin des Dames an. Die Kämpfe erfaßten die deutschen
Linienvon dem Hochwald von St. Gobain bis zu den Trümmernvon Craonne.
Maistre führte das XXXIX. Korps des Generals Oeliguy, das XI.
Korps des Generals de Maudhuy, das XdXl. Korps des Generals Dégoutte