Aummer 17
Der Selekrieg.
Eine Rede des Kaisers in Nisch.
Nisch, 20. Jan. Die Antwort des Kaisers
auf die Ansprache des Königs lautete: Euere
Majestät haben auf den Datum des heutigen
Tages besonders Rücksicht zu nehmen gerult,
an drei wichtige Epochen anknüpfend, die mitl
diesem Tage zusammensallen. Ostmals hate ich
den für uns denkwürdigen und stets gleich bedeutsamen
Tag, sowohl als junger Mensch an
Seite meines Sroswpaters und späterhin selüft
als Herrscher in Mitte der Ordensritler festlich
begangen. Nunmehr zum zweitenmale durch
Gottes Ratschluß seiere ich denselben im Felde.
Auf althistorischem Boden durch bulgarische
Tapferkeit ein herrlichee Stück Land ersämpft,
empfangen vom König inmitten seiner tapseren
Truppen und seiner glorreichen Führer, geehrt
durch Euere Majestät mit dem hohen Orcen,
vor allem aber mit der Chefstelle des 12. Balkan-Infanterie.
Negiments, so haben Cuere
Majestät mir die Feier gestaltet, wie sie schöner
zu erwarten ich nicht imstande geuesen wäre.
Der heutige Tag hat mir die Erfüllung
eines lange gehegten Wunsches gelracht und die
soeben gehörten güligen Uaerie Em. Majestät
bezeugen, daß wir auch in Beuertung dieser
Stunde von den gleichen Genlien durchdrungen
sind. Herausgefordert von Gegnern, die uns
das friedliche Blühen und Gedeihen Deutschlands
und Oesterreich= Ungarns neideten und in
frivolster Weise die lulturelle Entur delung ganz
Europas aufs Spiel setzten, um uns und unsere
treuen Bundesgenossen bis in die Wurzeln un.
serer Kraft zu treffen, standen wir in hartem
Kampfe, der sich Lald noch weiter auodehnte.
als die Türkei, von den gleichen Feinden be
droht wie uir, an unsere Seile trat und in
jähem Ringen ilre Weltitellung sicherte. Da
erkannte Ew. Maiestät Weisheit die Stunde
für Bulgarien, seine alten, guten Rechte geltend
zu machen und dem tapferen Lande die Wege
zu einer herrlichen Zulunft zu ebnen.
In treuer Wassenk rüderschaft mit den Verbündeten
begann der glänmende Siegeszug Ew.
Majestät in Wassen gerüsteten Volles, das
unter der Leitung seines erlauchten Kriegsherrn
ein hehres Nuhmesblatt nach dem anderen in
die Geschichte Bulgariens einfügte. Um den
Gefühlen, die für solche Taten in mir und in
ganz Deutschland leben, einen sichtbaren Aus—
drud zu geben, habe ich Euere Majeitöt gebeten,
die Würde eines preußischen Feldmarschalls anzunehmen
und ich bin mit meiner Armece glücklich,
daß Euere Masestat mit der Annahme auch
in diesem besonderen Sinne einer der Unseren
geworden sind. Mit Gottes gnädiger Hilfse
ist hier und auf allen anderen Fronten Großes
und Bewundernswertes erreicht worden.
Gefühle heißen Dankes gegen den Allmächligen
empfinde ich, daß es mir Leute vergönnt
ist, an dieser historischen jetzt durch tapferes
Blut neugeweihten Stätte inmitten unserer sieg-
reichen Truppen Euerer Majeltät die Hand
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zu drücken und Tieer Majestät Wort zu vernehmen,
aus dem der feste Entschluß hervorleuchtet,
einen erfolgreichen, dauerhaften Frieden
zu erkämpfen und unter den Segnungen
desselben die im Sturme des Krieges besiegelte
treue Freundschaft fortzusetzen in ebenso getreuer
gemeinsamer Arbeit an den hohen Aufgaben,
die uns die Sorge für die Wohlfahrt unserer
Völlker auferlegt. it der sestesten Zuversicht
fasse auch ich diese Ziele ins A#ge und erhebe
mein Glas, um zu trinken auf das Wohl Ew.
Masestät und Eu. Majestät Hauses, auf den
Sieg des ruhmgekrönten bulgarischen Heeres
und die Zukunft Bulgariens.
Die Vernichtung des beutschen
dels.
Amsterdam, 21. Jan. Das 2% %
Nieuwe Bureau meldet aus London: Der Sollizitor-General
wird heute einen Gesetzentwurf
einbringen, der verhindern joll, daß Deutsche
in England Handel treiben können, ferner, daß
die englischen Gesellschaften von den deutschen
Aktionären gesäubert werden sollen. Die Bestimmungen
über den Handel mit dem Feinde
werden nicht mit dem Ende des Krieges, sondern
durch eine königliche Verfügung aufgehoben
werden. Die noch laufenden Patente seindlicher
Ausländer werden von Kuratoren verwaltet.
(J.)
Erweiterung der Dienstpflicht
in Oesterreich.
Wien, 21. Jan. Heute gelangen in den beiden
Staaten der Monarchie gesetliche Bestimmungen
zur Verlautbarung, wodurch die bisher
mit dem 50. Lellensjahr begrenzte persönliche
Kriegsleistungspflicht bis zum 55. Lebensjahr erstreckt
wird. Diese Erweiterung ist dadurch notwendig
gemorden, daß infolge der fortschreitenden
Einberufung der neugeschafssenen Landsturmlategorie
inuner zahlreichere, zu persönlichen
Dienitleiungen fur Kriegszmecke verpflichtete
Personen zum Wafsendienste herangezogen wurden,
für deren Erfatz unbedingt Vorsorge getroffen
merden mus-. Es ist vorgesorgt, daß
den Interessen der herangezogenen Personen
möglichst weitgehend Rechnung getragen wird.
Die im Alter von über 50 Jahren Herangezogenen
dürfen nur in den außerhalb der engeren
oder weileren Kriegsgebiete liegenden Gelieten
und ununterbrochen nur durch höchstens
6 Wochen in Anspruch genommen werden. Eine
neuerliche Heranziehung derselben Personen kann
erit nach ein= bis zwmeimonatiger Unterbrechung
ihrer Dienstleistung erfolgen. Die für Oesterreich
erlassene Kaiserliche Verordnung, ebenso
wie das die gleichen Bestimmungen enthaltende
ungarische Gesetz haben nur für die Dauer
des gegenwärtigen Krieges Wirksamkeit.
Die „Lusitania“.
Newyork, 21. Jan. Die amerilanische Regierung
hat die Fassung des deutschen Vorschlages
üler die rechtliche Zulässigkeit der Versentung
der „Lusitania“ abgelehnt, aber eine
Note, die die amerikanische Regierung
veröffentlicht, erklärt, daß die Erledigung
dieser Frage [ einen späteren Zeitpunkt
verschoben wird. Deutschland erklärt sich
bereit, Schadeneriatz zu leisten. (13.)
In Ostafrika.
Köln, 21. Jan. Ueber die Lage in Deutschoftafrika
erfährt die „Kölnische Volkszeitung“:
Wir haben große Stücke seindlichen Bodens besetzt,
darunter beinahe das ganze englische Kilimandscharogebiet
und mehrere 1000 Quadratdilometer
der Umgebung. Ferner slehen unsere
Truppen zwischen Englisch Seki und Magadibahn
auf feindlichem Boden, ebenso südlich
Sofian. Auch an der Südwestgrenze haben wir
größeres fseindliche? Gebiet in Händen. Durchweg
steht also die militärische Lage unserer
Kolonie glänzend. Die Verluste der Engländer
seien mindestens 10 lomal schwerer als
unsere. Die bisherigen Erfolge gegen die llebermacht
der Feinde haben wir auch dem Umstande
zu verdanken, daß wir an den Askaris
eine vorzügliche Stütze haben. (3Z.)
Ein tapferer Flieger-Offizier.
Berlin, 21. Jan. Wie dem WB. aus
Konstantinopel gemeldet wird, ist der in den
letzten Berichten des türk. Hauptquartiers mehrsach
mit verschiedenen, augenscheinlich verflümmelten
Namen genannte Kampfflieger, der vom
C. bis zum 12. Januar fünf seindliche Flugzeuge
abschoß, der Oberleutnant d. R. des Leibgarderegiments
Nr. 115, Buddecke, der als Hauptmann
der deutschen Mililärmission angehört.
Die Krise in Italien.
Lugano, 21. Jan. Vom Besuche Salandrad
in Florenz sind die Worte des Ministerpräsidenten
hbemerlenswert, die er an das Zivil
ürforgelomitee richtete. Wir wissen, daß es
sich um eine große, schwere und lange dauernde
Ausgake handelt, bei der die ganze Nalion
zu jedem Opfer bereit sein muß. Ich versichere
Euch, unsere Angst, unfsere zitternde Veforgnis
in groß, aber groß ist auch der Troß,
den wir beim Anblick der Begeisterung ein
sinden, die das Land heute der großen Aufgate
entgegenbringt. (.)
Vor Griechenlands legyter Frieden,o-Berlin.
21. Jan. Aus London erfährt
der Korrespondent der „Vossischen Zeitung“ in
Anmtrdam, daß bedeutende politische Kreise
allgemein der Meinung seien, daß Griechenlands
letzte Friedeneftunde bald geschlagen haben
nerde. (Z.)
Die Lage in Saloniki.
Wien, 21. Jan. Das „Neue Wiener Jour--nal“
meldet aus Salonili: Die Flotte des Vierverbandes
ist von Saloniki in Schlachtreihe aufgesiellt.
Sie besieht aus 10 12 größeren und
15 20 kleineren Einheiten. Unter den großen
Einheilen befindet sich der russische Kreuzer
„Aslold“. Die Flotte liegt in einer Entfernung
von 4 Kilometern vor der Stadt. Der
Samstag, 22. Januar 1916
Hasen ist durch ein riesiges Hrahtet gegen
seindliche Unterseeboote gesichert. (Z.)
Die Franzosen auf Korfu.
Paric, 21. Jaon. Im „Temps“ erzählt en
Alvenjäger, de: an der Besetzung Korfus teilnahm,
daß die französischen Landungstruppen
sich Noch in der Nacht des Achilleion bemah--ligten
und das dort verbliebene Personal aus
den Beiten heraus an Bord eines französischen
Krieneichifjer brachte. (3.)
Landnugyen auf Mytilenc.
London, 2. Jan. Neuter
Parie#: Au? Amen wird gemeldet,
pen der Verl ürdeten auf
siind. (0.)
Demission d## Arie ik ischen Marineminisier
Konstantinopel. 21. Jan. Gerüchtwmeise
verlautel, daß der s Marine#tt ni#ter
Kundursoti dennächt demis'sionieren werde.
berichtet aus
daß Trup
Motilene gelandet
Beschießung von Dedeagatsch.
Jan. Amitliche Meldung der
Telearaubenagentur: Am I18. Ja—
ags erichien ein feindliches
Sofia, 2
Bulgarilc, en
muar. 3 Uhr vor
aur 24 Kriegseinheien bhenteendes (eschwader
vor Dedeagaln. II## “ Uhr 42 Min. vormitte
eroffneten die chiffe das Feuer auf
die Stadt und die umiiege#en Höhen. Mit:
tags nar wie Beschief - na leendigt, die Schiffe
führe am die Vol.n Tee binaus. Der Be-
ichie sung sielen lein : Menschenleben zum O pser.
Vier Pierder Ver1. Am selben Tage
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Ei vrorankun? des Schiffahrtoverhre.
Lugano, 21. Jan. Der „Me saggero“ berichtei:
Jtalien, z irach und England beschlossen
eine Einschräntung des Schiffahrtsrver
kehrs mit den Neutralen, wodurch für die Getreide-
und Kohlenbeförderung mehr Schiffe
verwendbar werden. England wird eine Anzahl
Hilsslreuzer für Transportzwuee abgeben.
Kriegshumor.
Gas: „Was eine, Mark ver-2
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der Kariar so teuer geworden?“ Relln er:
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