Volltext : Reden und Aufsätze aus dem Kriege.

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sämtlichen  Getreidearten  von  50%  gegenüber  dem  Februar  1916.
Dies  gibt  bei  einer  dem  Januar  entsprechenden  Verteilung  der
Gesamtmenge  auf  die  einzelnen  Getreidearten  angesichts  der  Preissteigerung,
  die  inzwischen  eingetreten  ist,  ungefähr  die  gleiche
Einfuhrmenge  wie  im  Vorjahre.  In  Anbetracht  der  stark  zurückgegangenen
  Getreideverschiffungen  Amerikas  und  angesichts  der
geringen  Menge,  die  aus  Australien  und  Indien  angekommen  sein
kann,  ist  dieses  Ergebnis  wenig  glaublich.  Wir  dürfen  annehmen,
dass  der  März  eine  weitere  Verschlechterung  gebracht  hat  und
dass  heute,  in  einer  Zeit,  wo  wir  uns  dem  Dreiwochenbestand  an
sichtbarer  Ware  nähern,  die  englischen  Vorräte  geringer  sind  als
in  den  Vorjahren.

Die  Engländer  selbst  bestätigen  dies.  Lloyd  George  hat  ım
Februar  gesagt,  die  britischen  Getreidevorräle  seien  geringer  als
jemals  seit  Menschengedenken.  Ein  hoher  Beamter  des  englischen
Landwirtschaftsministeriums,  Sir  Allwyn  Fellowes,  hat  Anfang  April
in  einer  landwirtschaftlichen  Versammlung  hinzugefügt,  er  fürchte,
dass  infolge  des  für  England  überaus  ernsten  U-Bootkrieges  diese
Lage  sich  noch  erheblich  verschlechtert  habe.

Captain  Bathurst  vom  britischen  Kriegsernährungsamt  hat
kürzlich,  am  19.  April,  ausgesprochen,  der  gegenwärtige  Verbrauch
an  Brotstoffen  gehe  um  50%  über  die  vorhandenen  und  in  Aussicht
  stehenden  Vorräte  hinaus.  Eine  Herabsetzung  des  Brotverbrauchs
  um  ein  volles  Drittel  sei  notwendig,  um  durchzukommen.


Kurz  zuvor  hatte  Mr.  Wallhead,  der  Abgeordnete  für  Manchester,
  auf  der  Konferenz  der  unabhängigen  Arbeiterpartei  fin
Leeds  ausgeführt,  nach  seinen  Informationen  werde  sich  England
in  6  bis  8  Wochen  im  Zustande  völliger  Hungersnot  befinden.

Die  Krisis,  in  der  England  sich  befindet  —  wir  können  es
heute  schon  ruhig  eine  Krisis  nennen  —  wird  verschärft  durch
die  Tatsache,  dass  die  Versorgung  Englands  mit  den  andern  wichtigen
  Nahrungsmitteln  sich  gleichfalls  ungünstig  gestaltet  hat.

Die  Fleischeinfuhr  zeigt  im  Februar  1917  den  niedrigsten
Stand  seit  Jahren  mit  der  einen  Ausnahme  des  September  1914.

Der  starke  Rückgang  der  Buttereinfuhr  —  im  Februar  1917
nur  halb  so  viel  als  im  Vorjahr  —  wird  durch  die  von  England