Eigenwärme — Eingeschlafensein der Glieder. 581
reibendes Eheleben zu verhüten, ist mehrmonatige Trennung der Gatten, sowie
das Nervenleben kräftigende Kur des kranken Teiles und der nachdrückliche
Einfluß eines tüchtigen Arztes notwendig. Wo das alles nicht hilft, da
liegen oft beginnende Geistesstörungen vor, und es werden recht schwierig
auszuführende Kuren notwendig.
Eigenwärme. Durch die Verbindung des Sauerstoffs mit Kohlenstoff
wird Wärme erzeugt; der tierische Stoffwechsel besteht in Aufnahme und
Ausgabe von Stoffen, bei welchen Kohlensäure gebildet und Wärme
erzeugt wird. Daher sind alle höheren Tiere und der Mensch warm und
haben bei normaler Atmung und Verdauung auch immer die gleiche Temperatur.
Das ist 37° bis 39° C. Die Haut ist natürlich kühler als das
Blut, weil sie beständig Wärme ausstrahlt. Menschen, die immer frösteln,
schwer heiß werden, schwer schwitzen, haben einen ungenügenden Stoffwechsel
und erzeugen daher zu wenig Eigenwärme. Alle aber wissen, daß Muskeltätigkeit
warm macht. Warum? Es wird eben mehr geatmet, Sauerstoff
reichlicher eingezogen und durch die Zusammenziehungen der Muskeln mehr
Kohlensäure gebildet. Daher sind wir sogar imstande, sehr warm zu bleiben,
während um uns Eis und Schnee starrt. Dies hat mancher beim Bergsteigen
und Eislaufen im Winter erfahren.
Beim Fieber steigert sich der sogenannte Verbrennungsprozeß im Organismus;
es zerfallen Bestandteile desselben, Kohlensäure wird mehr gebildet,
der Atem geht schneller, der Körper glüht. Daher die Abmagerung bei
länger andauerndem Fieber und einer Temperatur von 40°% C., dagegen ein
Sinken der Eigenwärme auf 36 bis 35° nach schweren Krankheiten und
bei plötzlichen Schwächeanfällen (Kollaps). Es ist gut, wenn Frauen sich im
Messen der Körperwärme üben, damit sie in Krankheitsfällen sogleich Bescheid
wissen und dem Arzte über Temperaturschwankungen Auskunft geben können.
Wer aber an Mangel an Eigenwärme leidet, der führe Gymnastik, Sport
(Radfahren, Ballspielen, Eislaufen usw.) oder erwärmende Hausarbeiten, wie
Wischen der Fußböden, Bürsten, Klopfen usw. ein. Letztere Anwendungen
sind billige und nie versagende Mittel, um das Frösteln zu beseitigen, aber
natürlich nur, wenn sie energisch ausgeführt werden.
Eibäute. Die Häute, welche die wachsende Frucht im Mutterleibe
umschließen, heißen Eihäute. Fig. 2 und 4 auf Tafel Nr. 9 stellt sie dar.
Wenn sie sich bei der Geburt von der Wand der Gebärmutter nicht vollständig
ablösen, sondern stückweise zurückbleiben, so können sie Ursache anhaltender
Blutungen werden. (Siehe Näheres im II. Teil.)
Eingeschlafensein der Glieder. Frauen klagen sehr häufig über
dieses Symptom. Es ist ein eigentümliches Gefühl von Pelzigwerden, Kribbeln
und Schwere in einem Arm oder einem Bein, das man bei Druck oder Stoß
auf einen größeren Nerv in dem dazu gehörigen Hautgebiete empsindet.
Es tritt aber auch nachts ein, oder ohne jeglichen Druck am Tage, in welchem