364 Erste Pflege des Neugeborenen.
besprochen; für die Schlafenszeit bleibe der Säugling ganz frei und ungehemmt
liegen, damit er sich lagern kann, wie es ihm behagt, nicht aber, wie es
uns gefällt. Die Windel stopfe man ihm unter, wie Fig. 221 es zeigt,
und eine der Jahreszeit entsprechende Decke werde über ihn gelegt. Bei solcher
Freiheit wird man bemerken, daß vorher unruhige Kinder viel schneller einschlafen
und viel ruhiger werden. Die Ursache ihrer Unruhe war der Luftmangel
der Haut, Überhitzung derselben und mangelhafte Bewegungsfreiheit.
Nach Beseitigung dieser Ursachen kommt auch der ruhige, stundenlange Schlaf!
Nicht minder vermag man diesen durch offene Fenster oder noch besser
durch Hinausstellen des Kinderwagens in einen Garten zu erzielen. Wie
schläft es sich so erquickend im Freien, und wie viele Tausende von Kindern
sind in dumpfe Wohnungen eingesperrt! Daher benütze man jedes sonnige
Plätzchen, jeden Balkon usw., um die Kleinen bei jeder Jahreszeit im
Freien schlafen zu lassen. Die
überraschende Wirkung solchen
Schlafes wird bald ersichtlich
werden.
Daß man nervösen oder
unruhigen Kindern, die schlecht
schlafen, nicht das Sonnenlicht
ins Gesicht scheinen lassen darf,
· wenn man sie in guten Schlaf
Gig. 213. Schla lender Gorilla. bringen will, ist selbstverständlich;
" man ziehe also dunkle Vorhänge
vor (dunkelgrün ist am besten), damit Dämmerlicht entsteht, das sehr
beruhigend einwirkt, halte heftige, äußere Geräusche fern, wie Türzuschlagen,
lautes Schreien Erwachsener, elektrisches Klingeln und dergleichen schöne Dinge,
und wenn das Vorhergesagte noch berücksichtigt wird, so wird bei den meisten
unruhigen Kindern guter und längerer Schlaf erzielt werden.
—
Aber die Muttermilch.
Will sich eine Mutter überzeugen, ob ihre Milch auch die richtige
Zusammensetzung hat, durch welche der Säugling alle ihm zum Wachstum
nötigen Stoffe erhält, so lasse sie dieselbe chemisch untersuchen und besonders
den Aschengehalt feststellen (Nährsalze). Die notwendige Menge letzterer
ergibt sich aus der Zusammensetzung des Körpers des Nenugeborenen selbst,
welchem das einzige Nahrungsmittel, die Milch, einigermaßen entsprechen muß.
Beim Sänugetiere entspricht der Aschengehalt des neugeborenen Jungen jenem
der Muttermilch, während nach Bunge beim Menschen ein bedeutender