Volltext : Württembergische Geschichtsquellen. Dritter Band. (3)

1408  Juni  24.  295

ieder  eln  gesmeltz  tiichs  drig  haller  ze  weben  geben,  und  sol  derselb
weber  daz  heltien  anziehen  und  kessi  und  böm  darzü  lihen,  und  damit
  so  hät  der  weber  gnüg  getän;  und  allü  andrü  werk  die  sont  beliben
  bi  den  alten  lön  als  untzher,  ungeverlich.  Doch  also,  ob  daz
5  beschähe,  daz  es  als  tür  wurde  oder  die  münsse  als  kranck  wurde,
daz  die  weber  umb  den  alten  lön  nit  gewürken  möhtint,  so  söltint
si  daz  des  ersten  früntlich  bringen  an  der  tücher  zunft,  und  möhtint
si  denne  darumb  mit  enander  gütlich  inainkomen,  wol  und  güt;  ob
aber  daz  nit  gesin  möht,  so  möhtint  si  beid  tail  denne  daz  wol
10  bringen  für  den  grossen  rät  ze  Rotwil,  und  vor  dem  möht  denne
ietweder  tail  erzellen,  wes  er  notdurftig  were,  und  nach  ir  beider
tail  fürlegung,  wes  sich  denne  der  grös  raute  darumb  erkent,  dabi
sol  es  beliben.  Und  aber  zü  gelicher  wise,  ob  es  beschälhe,  Jdaz  die
tücher  bedühti,  daz  es  als  wolfal  were,  daz  si  bi  den  alten  lön  nit
15  bliben  möhtind,  daz  mügend  si  bringen  an  der  weber  zunft,  umb
minder  löns  ze  nemende,  und  were,  daz  si  beid  tail  darumb  mit
enander  inainkomen  möhtint,  wol  und  güt;  ob  aber  daz  nit  gesin
möht,  so  möhtint  si  beid  tail  denne  daz  ouch  wol  bringen  für  den
grössen  raute  ze  Rotwil,  und  wes  sich  der  nach  ir  beider  tail  für-20
  legung  erkanti,  dabi  sölti  es  ouch  beliben.  Item  es  sol  ouch  mit
namen  dehain  weber  bi  kainem  tücher  ze  huse  sin,  noch  enhain
tücher  bi  keinem  weber.  Und  wenne  daz  ist,  daz  köff  herkomend
von  wolle  wegen,  so  sol  der  tücher  kneht  den  wullinwebern  ouch
sagen  zü  den  köffen  ungeverlich  als  den  tüchern.  Sodenne  von  der
25  usslüt  und  burger  wegen,  die  in  entweder  zunft  nit  sint,  und  die
daz  hantwerk  tribend  und  tächend,  daz  wider  ze  verkouffen,  wenne
daz  ist,  daz  man  umbgät,  die  tüch  und  die  wolle  ze  schöwan,  were
da,  daz  man  dieselben  woll  ouch  nit  funde,  als  si  billich  sin  sölt
nach  der  tücher  gewonhait,  und  die  tüch  an  lengi  und  an  braiti  ouch
30  nit  fundind,  als  si  billich  sin  söltint  nach  der  stat  gesetzt  und  gewonhait,
  als  daz  von  alter  untz  her  komen  ist,  dieselb  ainung  stät
denne  gen  den  burgern  und  usslüten  gelicher  wise  als  in  beiden
zünften  gen  in  selb.  Waz  si  aber  des  in  irü  hüser  selb  bruchen
wend  und  nit  verkouffend,  daz  gät.  die  ainung  nützit  an.  Und  von
35  der  ainung  wegen,  waz  ainunga  also  gevallend  in  der  tücher  zunft,
daz  ouch  die  in  der  tücher  zunft  bliben  sönt,  und  waz  ainunga  also
gevallend  in  der  weber  zunft,  daz  ouch  die  in  der  weber  zunft  ouchı
bliben  sönt.  Sodenne  von  der  frömden  kneht  wegen,  si  sient  wollslaher
  oder  weber,  wenne  der  ainer  aht  tag  hie  sig,  daz  ouch  der
40  darnach  ouch  globen  sol,  der  zunft  gesetzta  und  gewonhaite  ze  halten,